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High-Tech für teure Autos

Kyritz High-Tech für teure Autos

Der jüngste MAZ-Betriebsausflug führte zum Kyritzer Unternehmen Alutrim, wo dekorierte Aluminium- und Echtmetallzierteile entstehen, die später von der Automobilindustrie in teure Wagen eingebaut werden.

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Melanie Brandenburg erklärt den MAZ-Lesern eine Umform- und Stanzmaschine. Im Hintergrund steht das große Werkzeugregal.

Quelle: Sandra Bels

Kyritz. Wer sich unter einem Werkzeugkasten eine Kiste mit Hammer und Feile vorstellt, der liegt bei Alutrim in Kyritz völlig falsch. Dort ist der Werkzeugkasten zehn Meter hoch und 20 lang und steht mitten in der Produktionshalle. Die Werkzeuge darin haben mit Hammer und Feile nichts gemein. Es sind spezielle Stanz- und Umform-Werkzeuge, die von den Alutrim-Mitarbeitern konstruiert und angefertigt werden. „Sie gehören dem Kunden, wir bauen sie für ihn“, erklärt Melanie Brandenburg. Die Personalchefin führt die MAZ-Leser durchs Unternehmen und gibt exklusive Einblicke in die Produktion, die teilweise geheim ist. Deshalb durfte an manchen Stellen auch nicht fotografiert werden.

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15 MAZ-Leser staunten beim Betriebsausflug von MAZ und REG bei Alutrim in Kyritz. Sie hätten nicht gedacht, dass es so einen Leuchtturm der Industrie in der Region gibt. Hier ein paar Impressionen.

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Die Besichtigung gehörte zur Reihe Betriebsausflug von der Märkischen Allgemeinen und der Regionalentwicklungsgesellschaft Nordwestbrandenburg (REG), bei der Unternehmen aus der Region MAZ-Leser hinter die Kulissen schauen lassen. Die zeigten sich überrascht und sehr interessiert bei Alutrim. „Ich bin erstaunt, dass Kyritz so etwas hat. Das hätte ich nicht gedacht“, sagt Reinhard Fröhlich.

Vom EAB zum High-Tech-Unternehmen

Alutrim ging aus dem früheren Elektroanlagenbau hervor. Baute zunächst als Familienunternehmen Matino Bildschirmabdeckungen und modernisierte sich mit der Einführung von Flachbildschirmen Schritt für Schritt. „Keimzelle von allem war damals die Werkzeugbauabteilung“, sagt Geschäftsführer Lutz Klinkner, der kurz zu den Besuchern gekommen war. Die Herstellung von Einstiegsleisten war für das Unternehmen schließlich der Türöffner in die Automobilbranche. „Unsere neuesten Teile sind Dekoleisten für den VW Passat, ein Lüfter für Rolls Royce und Edelstahlblenden für Geschirrspüler sowie Seitenteile für Kaffee-Kapselmaschinen“, erklärt Melanie Brandenburg.

Die MAZ-Leser rollen zusammen mit ihr das Feld von hinten auf, schauen sich zuerst die Produktion an und beschließen den Rundgang in der Warenannahme. An einer Umformmaschine entstehen Verstärkungsbleche für Gewerbekühlschränke. Daneben werden Zierteile für einen Seitenspiegel auf Fehler überprüft. Simone Brunnemann arbeitet an einer Maschine, die Blenden für Geschirrspüler formt. Ihre Augen erkennen auch den kleinsten Fehler sofort. Die meisten Besucher sehen nichts. Simone Brunnemann zeigt, wo der Kratzer oder die Delle ist. Diese Teile werden geknickt und aussortiert, kommen nicht in die Produktion. „Frauen haben ein gutes Auge. Wir suchen sie für die Produktion“, sagt Melanie Brandenburg.

Kunststoff wird auf Aluminium gespritzt

An der nächsten Maschine wird Kunststoff auf ein Alu-Stanzteil gespritzt. „Wir sind eine von drei Unternehmensgruppen weltweit, die das können“, so die Personalchefin. Sie will bis Mitte 2018 weitere 40 Mitarbeiter einstellen. In die Spritzmaschine kommt ein Gemisch aus Kunststoffgranulat und Glasfaser. Es wird auf 380 Grad erhitzt und auf das Alu-Teil gespritzt. Was hier entsteht, findet sich, wie andere teile neuen Audi A 7 wieder.

Drei Jahre dauert es von der Entwicklung des Teils über die Konstruktion des Werkzeugs bis zum fertigen Produkt. Alle fehlerhaften Stücke werden gesammelt ausgewertet und später vernichtet, damit nichts nach außen dringt, erfahren die Besucher von Melanie Brandenburg. Ein Werkzeug zum Stanzen oder Umformen wiegt anderthalb bis zwei Tonnen. Es wird nach einer Teilvorlage gebaut. „Wie bei einem Legokasten“, so Melanie Brandenburg. Nur dass die Werkzeugbauer von Alutrim die Legosteine dafür selbst herstellen. Nebenan wird gerade ein neues Werkzeug in eine Maschine eingesetzt. Ohne Gabelstapler geht es nicht. Dann beginnt das Einrichten. „Unser Sohn ist hier seit vielen Jahren Chefeinrichter“, sagt Rita Hagedorn. „Heute können wir endlich mal sehen, was er macht.“Der Rundgang führt an der CNC-Fräsmaschine vorbei zu Katja Kendzierski in der Abteilung Qualitätssicherung. Sie führt bei den Geschirrspülerblenden eine Sichtkontrolle durch und prüft die Maße. Durchs Lager und die Wareneingangskontrolle geht es zurück in den Konferenzraum, wo die Besucher mehr über die Alutrim Firmengruppe mit Standorten in den USA, China und Deutschland erfahren.

Von Sandra Bels

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