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Ostprignitz-Ruppin Hightech macht den Tempelgarten schöner
Lokales Ostprignitz-Ruppin Hightech macht den Tempelgarten schöner
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18:03 26.02.2018
Die Putten im Tempelgarten verkörpern unter anderem die Monate und Jahreszeiten. Einige fehlen seit Jahrzehnten. Quelle: Peter Geisler
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Neuruppin

Mit modernster Technik soll der Neuruppiner Tempelgarten wieder in den Zustand versetzt werden, in dem er vor rund 150 Jahren war. Durch 3-D-Druck könnten 14 steinerne Figuren aus der Gartenanlage neu entstehen, die seit Jahrzehnten als verschollen gelten.

Der Landesregierung ist das Projekt so wichtig, dass sie dafür Lotto-Geld bereitstellt. Der Tempelgartenverein bekommt einen Zuschuss von 12 500 Euro, teilt das Wirtschaftsministerium in Potsdam jetzt mit.

„Der Tempelgarten gilt nach Sanssouci und Rheinsberg als die drittwichtigste preußische Gartenanlage in Brandenburg“, sagt Wirtschaftsminister Albrecht Gerber. Der Park gehört der Stadt Neuruppin. Seit vielen Jahren kümmert sich jedoch der Tempelgartenverein maßgeblich um Pflege und Erhalt.

Der Neuruppiner Tempelgarten auf einem Fotos um 1970. Quelle: G. Mietling

Zusammen haben Stadt und Verein in den vergangenen Jahren Millionen in die Sanierung der historischen Parkanlage gesteckt. Zuerst in die Restaurierung des Tempels, der als erstes Werk des preußischen Baumeisters Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff gilt, dann in die steinernen Podeste und Figuren.

Im vergangenen Jahr ließ die Stadt schließlich mit großem Aufwand die eigentliche Gartenanlage wieder in einen Zustand versetzen, der dem im 19. Jahrhundert sehr nahe kommt. Auch das war nur möglich, weil der Verein mehrere zehntausend Euro Spenden beisteuerte.

Ein Garten in Neuruppin für Kronprinz Friedrich

Knobelsdorff hatte den heutigen Tempelgarten ab 1732 für Kronprinz Friedrich geschaffen, der damals als Offizier in Neuruppin stationiert war. Friedrichs einstiger „Amaltheagarten“ ist im Laufe der Zeit immer wieder verändert worden.

Seine heutige Gestalt geht auf die Kaufmannsfamilie Gentz zurück, die ihn im 19. Jahrhundert im maurischen Stil umgestalten ließ. Aus Friedrichs einstigem Obst- und Gemüsegarten wurde eine kleine, aber prächtige Parkanlage.

Der Tempelgarten wird regelmäßig zur Kulisse für Theaterinszenierungen und Wandelkonzerte. Quelle: Regine Buddeke

Neben den vielen Bäumen und gestalteten Blumenrabatten lebt der Park von seinen barocken Sandsteinskulpturen. Die hatten die Gartengestalter dem Zeitgeist entsprechend im 19. Jahrhundert vor allem aus Dresden besorgt. Doch 20 steinerne Figuren sind im Laufe der Jahrzehnte verschwunden.

Einige konnte der Tempelgartenverein inzwischen mit Hilfe von Sponsoren neu anfertigen lassen. Doch von etlichen weiß man nicht einmal, wie sie aussahen; es gibt weder Fotos noch Zeichnungen. 14 Sandsteinsockel sind bis heute leer – aber sie sollen es nicht bleiben.

Auf Wunsch des Landesdenkmalamtes ließ der Verein ab 2016 ein Konzept zur Wiederbeschaffung aller Figuren erstellen. Weil niemand weiß, wie die Originale aussahen, sollen andere Skulpturen aus Sachsen als Vorlage für den Ersatz dienen – ähnliche, wie sie jetzt schon im Tempelgarten stehen.

Der Apollotempel gilt als erstes Werk des preußischen Baumeisters Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff. Er hat den Garten ab 1732 für Kronprinz Friedrich geschaffen Quelle: Peter Geisler

Passende Modelle haben Denkmalpfleger unter anderem im Dresdner Zwinger gefunden und in Schloss Moritzburg, sagt Peter Neiß, der Vorsitzende des Tempelgarenvereins. Nach langen Verhandlungen haben die Neuruppiner die Erlaubnis bekommen, die Skulpturen in Sachsen zu kopieren. Berühren dürfen sie sie allerdings nicht.

Eine Spezialfirma wird deshalb ab Mitte März dreidimensionale Scans von den Originalfiguren anfertigen. Aus denen kann dann per 3-D-Druck eine Vorlage erstellt werden, nach der Bildhauer die neuen Figuren für den Tempelgarten später aus Sandstein meißeln.

3-D-Modell des gesamten Dresdner Zwingers:

Die 12 500 Euro vom Land decken 80 Prozent der Scan-Kosten, schätzt Neiß: „Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir auch den Rest schnell zusammenbekommen.“ Es dürfte viel leichter sein, für das Anfertigen der Figuren private Sponsoren zu finden, sagt er.

Die elektronischen Scan-Daten lassen sich nicht anfassen oder ausstellen; sie seien deshalb für Geldgeber weniger interessant. Anders als die Ergebnisse der Kopieraktion aus Stein. Peter Neiß geht davon aus, dass im Fontanejahr 2019 schon die ersten so nachgestalteten Figuren in Neuruppin stehen könnten.

Von Reyk Grunow

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