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Ostprignitz-Ruppin Hilfe für Flüchtlingsfamilien mit Kleinkindern
Lokales Ostprignitz-Ruppin Hilfe für Flüchtlingsfamilien mit Kleinkindern
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00:29 11.12.2015
Dörte Nieschant (l.), hier beim gemeinsamen Kochen im Neuruppiner Treff „Fischbüchse“, will auch mit Flüchtlingen kochen. Quelle: Peter Geisler
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Neuruppin/Lentzke

In Lentzke kommen auf 400 Einwohner 70 Flüchtlinge. Für einen so kleinen Ort mag das einen großen Einschnitt bedeuten, aber die Lentzker haben positiv auf die Neuankömmlinge reagiert, sagt Dörte Nieschant, Lehrerin und Mitinitiatorin der Initiative „Willkommen in Lentzke“. Sie engagiert sich aktiv für die Integration der Flüchtlinge in Lentzke und will sich als Familienpatin künftig vor allem um die Familien mit Neugeborenen kümmern.

Seit 2008 ist die 38-jährige Dörte Nieschant ehrenamtlich als Familienpatin rund um Neuruppin unterwegs, das heißt, sie begleitet frisch gebackene Familien mit Kindern vom ersten bis zum dritten Lebensjahr. Dafür ist eine sechsmonatige Ausbildung nötig, die Grundlagen über Kinderkrankheiten und Pädagogik vermittelt. Die Betreuung können nicht nur sozial schwache Familien in Anspruch nehmen, denn „als Mütter sind wir alle gleich“, sagt Kornelia Rangnow vom Netzwerk Gesunde Kinder in Neuruppin, das die Patenausbildung auch im Januar wieder anbietet.

In dieser Ausbildung sollen neue Module eingebaut werden, die sich besonders auf den Umgang mit fremden Kulturen und Glaubensrichtungen konzentrieren. „Vor allem die großen Sprachbarrieren sind schwierig für die Paten“, so Rangnow. Das ist auch der Grund, warum Dörte Nieschant im Übergangswohnheim Lentzke an die Grenzen gestoßen ist. „Erstens können die meisten kein Englisch und kein Deutsch, und außerdem sind die meisten Familien nicht mit Kleinkindern unterwegs“, erzählt Nieschant. In den Jahren zuvor hat Nieschant, die selbst Mutter zweier Kinder ist, zwei Familien aus Kenia betreut und im Moment kümmert sie sich um eine Frau, die für ihren deutschen Mann aus Thailand hierher gekommen ist und zwei Kinder hat.

Im Moment gebe es im Lentzker Übergangswohnheim keine Familien mit Kindern im passenden Alter, aber Nieschant wolle trotzdem dranbleiben. „Man weiß ja nicht, wer noch bei uns ankommt“, sagt sie. Sie selbst ist vor sieben Jahren Familienpatin geworden, weil sie Kontakt zu anderen Familien mit Kindern gesucht hat. „Besonders in der ländlichen Gegend, wenn Omas und Opas weit weg wohnen, ist es immer wichtig, jemanden zu haben, an den man sich wenden kann.“ Aus diesen Patenschaften sind jetzt Freundschaften geworden.

Hinweis: Die nächste Patenausbildung vom Netzwerk Gesunde Kinder startet am 23. Januar in Neuruppin. Die Außenstellen in Kyritz und Wittstock bieten die Ausbildung , ab dem 20. Februar, an. Weitere Infos unter www.estaruppin.de/netzwerk-gesunde-kinder oder unter der  03391/40 23 00.

Von Luise Fröhlich

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