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Hilfe für Schulverweigerer in Kyritz

Gezieltere Förderung Hilfe für Schulverweigerer in Kyritz

An der Kyritzer Carl-Diercke-Oberschule will man jetzt neue Wege einschlagen, wenn es darum geht, Schüler in Krisensituationen besser zu unterstützen. Die Schule hatte bereits elf Jahre lang ein Schulverweigererprojekt zu laufen. Der Neustart soll nun einige Veränderungen mit sich bringen.

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Quelle: dpa

Kyritz. Dem einen fällt die Schulzeit leicht, dem anderen weniger. Und dann gibt es noch die, die irgendwann ganz den Anschluss zu verlieren drohen. Oft ist dann der erste Bildungsabschluss ihres Lebens akut in Gefahr.

An der Kyritzer Carl-Diercke-Oberschule will man jetzt neue Wege einschlagen, wenn es darum geht, Schüler in solchen Krisensituationen besser zu unterstützen. Die Schule habe bereits elf Jahre lang ein Schulverweigererprojekt zu laufen gehabt, berichtete Schulleiterin Christine Kruschel am Dienstag dem Bildungs- und Sozialausschuss der Stadtverordneten. Die Kooperation mit dem Verein Outlaw als Träger der Jugendsozialarbeit sei auch sehr erfolgreich gewesen. Doch die Förderperiode endete und das Projekt musste neu ausgeschrieben werden.

Der Neustart wird einige Veränderungen mit sich bringen, kündigte Christine Kruschel an. Statt wie bisher Schüler der 9. und 10. Klassen stehen nun bereits die Siebt- und Achtklässler im Fokus. „Wir haben gemerkt, dass die Probleme der Schüler zeitiger auftreten. Eigentlich müsste die Unterstützung noch früher einsetzen.“

Die Gründe dafür, dass sich Kinder und Jugendliche vorzeitig vom Lernen verabschieden, seien vielfältig, betont die Schulleiterin. Das reiche von sozial-emotionalen Störungen bis hin zu sonderpädagogischem Förderbedarf. Für individuelle Zuwendung bleibe angesichts steigender Klassenstärken oft wenig Raum. 25 bis 28 Schüler pro Klasse seien die Regel. „Es ist schwer, einzelne Schüler dann noch zu fördern.“

Die Jugendlichen bleiben in der Schule

Das neue Schulverweigererprojekt in Kooperation mit dem Verein Stattwerke soll diese Lücke füllen – vorausgesetzt, das Land bewilligt die beantragte Förderung. Drei Lehrer und drei Sozialpädagogen sollen sich konzentriert um bis zu zwölf Schüler kümmern – vom speziell angepassten Unterricht über Werkstattarbeit bis hin zum ganz engen Kontakt mit den Eltern. Anders als bisher, wo der Schulabschluss im Vordergrund stand, sei es nun Hauptziel, die betroffenen Schüler wieder in den normalen Schulalltag zu integrieren, betont Christine Kruschel. „Das wird eine große Herausforderung sein, weil es bisher nur wenige solcher Projekte gibt.“

„Die Schüler bleiben in der Schule.“ Auch für Tatjana Fesenko vom Verein Stattwerke ist das Neuland. „Das ist hier das Besondere. Deswegen ist es ein Modellprojekt.“ Schule und Jugendhilfe sollen dabei voneinander lernen und ihre Erfahrungen nach außen weitergeben. „Es soll auch ruhig gezeigt werden, was vielleicht nicht machbar ist.“ Ein Beirat mit Vertretern der Schule, des Schulträgers, des Jugendamtes und des Schulamtes wird das Projekt begleiten. Mit der Grundschule will man eng kooperieren.

Schulleiterin Christine Kruschel setzt große Hoffnung in diesen Ansatz: „Es ist wichtig, den Schüler erst einmal zu stärken, damit er wieder Spaß an der Schule hat. Dann kriegt er das auch hin.“

Von Alexander Beckmann

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