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Hilfreiche Tipps für erfahrene Leute

Wittstock Hilfreiche Tipps für erfahrene Leute

Sie sind erfahren, aber ihre körperliche Leistungsfähigkeit sinkt: Speziell auf Senioren war eine Informationsveranstaltung der Polizei zugeschnitten, die am Donnerstagnachmittag in Wittstock stattfand. Verkehrserzieher Bernd Krümmling hatte so manch hilfreichen Tipp parat.

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Polizist Lutz Strissel verteilte Informationsmaterial an die Senioren.

Quelle: Björn Wagener

Wittstock. „Wer von Ihnen benutzt einen Fahrradhelm? Gut, dann sind wir ja schon zu Viert“, stellte Polizist Bernd Krümmling fest, nachdem er seinen Blick durch die Reihen der rund 20 Gäste schweifen ließ. Der Kopf sei empfindlich wie ein rohes Ei und nach Armen und Beinen das bei Unfällen am häufigsten verletzte Körperteil. „Benutzen Sie einen Fahrradhelm, auch wenn es dazu etwas Mut braucht“, animierte Krümmling die Gäste. Er wies gleich noch auf ein anderes Radler-Phänomen hin, bei dem zu viel Zurückhaltung herrsche: das Klingeln. Um sich anzukündigen oder bemerkbar zu machen, sollte die Fahrradklingel häufiger benutzt werden. „Manche Radler trauen sich nicht. Diese Scheu sollten sie überwinden“, so Bernd Krümmling.

Der Verkehrserzieher der Polizei aus Neuruppin hatte am Donnerstagnachmittag gemeinsam mit seinem Kollegen Lutz Strissel vom Polizeirevier Wittstock zu einer Informationsrunde in den Wohngebietstreff in der Clara-Zetkin-Straße eingeladen, die speziell auf Senioren zugeschnitten war. Es ging um die Verkehrssicherheit aus den verschiedensten Perspektiven – als Radfahrer, Autofahrer und Fußgänger.

Erfahren, aber weniger leistungsfähig

Denn Senioren seien zwar erfahrene Verkehrsteilnehmer, aber ihre körperliche Leistungsfähigkeit sinkt. Ab 65 Jahren zähle man zu diesem Personenkreis, der in Ostprignitz-Ruppin 22 Prozent der Bevölkerung ausmache. 71 Prozent der Unfälle im Straßenverkehr würden von älteren Menschen verursacht, teilte Krümmling mit. Dabei sei das sich verschlechternde Sehen problematisch, vor allem nachts oder in der Dämmerung. Bereits ein 60-Jähriger benötige acht Mal so viel Licht, um ein Fahrzeug sicher zu führen wie ein 20-Jähriger. Und: 80 Prozent der Senioren verunglücken beim Überqueren der Straße. Deshalb erging auch hier der Rat: „Wählen Sie den sichersten, nicht den kürzesten Weg, schließen Sie sich im Zweifel einer Gruppe an oder sprechen Sie jemanden an und bitten Sie ihn um Hilfe.“

Auch hier gehe es wieder darum, sich zu überwinden, um auf fremde Menschen zuzugehen. Außerdem sollten Senioren auf dem Gehweg möglichst großen Abstand zur Fahrbahn halten. Weitere Hinweise: sich an Ampeln vergewissern, ob man vom abbiegenden Autofahrer gesehen wird; nie hinter oder vor einem Bus unvermittelt auf die Straße treten.

Knifflige Situationen geklärt

Krümmling ging auf Situationen ein, bei denen zuweilen Zweifel herrschen. So haben an einem Kreisverkehr querende Radler Vorrang, müssen aber absteigen. Auf Gehwegen ist das Radfahren verboten. Wer sich nicht daran hält und erwischt wird, zahle 20 Euro, sagte Lutz Strissel. Ausnahme seien Kinder bis zu acht Jahren, die neuerdings auch von einem Erwachsenen begleitet werden dürfen. An Ampeln heißt bereits Gelb warten. Besonders für Autofahrer gilt: Bei schlechter Sicht runter mit der Geschwindigkeit. Als schlechtes Bespiel zeigte Krümmling Fotos von aufgefahrenen Autos, die im April 2011 auf der A 19 in eine Sandwolke geraten waren. Profilfotos von Reifen machten außerdem deutlich, dass selbst eine Profiltiefe von gerade noch erlaubten 1,6 Millimetern eigentlich zu wenig ist, um für genügend Grip zu sorgen. Krümmling empfahl mindestens vier Millimeter.

Von Björn Wagener

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