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Ostprignitz-Ruppin Hinter den Kulissen der Preussenquelle
Lokales Ostprignitz-Ruppin Hinter den Kulissen der Preussenquelle
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00:19 03.07.2017
Christopher Jensch (v.) erklärt den Besuchern die Produktion. Quelle: Regine Buddeke
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Rheinsberg

Wer ins Allerheiligste will, muss die Kleiderordnung einhalten: Schutzkittel anziehen, Plastiküberzieher über die Schuhe und das blaue – die weißen sind den 23 Mitarbeitern vorbehalten – Häubchen überstülpen. Hygiene ist großgeschrieben – erst recht in einem Unternehmen, in dem Wasser hergestellt wird, das bestüberwachte Lebensmittel in Deutschland. Und die Rheinsberger Preussenquelle produziert überdies nicht nur einfach Wasser, sondern sogar in Bio-Qualität. „Unser bestes Wasser für Berlin und Brandenburg“, so das Versprechen. Und die Firma setzt einiges daran, es zu erfüllen.

Was ist eigentlich Bio-Wasser? Und wie wird es gemacht? Das erfuhren die Teilnehmer des Betriebsausflugs von MAZ und REG exklusiv. Betriebsleiter Enrico Przibylla und sein Stellvertreter Christopher Jensch führten durch die Anlage.

Exklusiv für MAZ-Leser öffnete die Preussenquelle am Mittwoch ihre Tore für eine Betriebsbesichtigung – es war der dritte „Betriebsausflug“ der MAZ und der Regionalentwicklungsgesellschaft Nordwest-Brandenburg (REG). Das Grüppchen der 16 Gewinner des Betriebsausfluges vervollständigen REG-Chef Michael Müller, dessen Wirtschaftsreferent Christian Fahner und Kathrin Gottwald, Geschäftsführerin des MAZ-Regionalverlages Prignitz-Ruppin. Wann sonst bekommt man die Chance, ins Herz der Quelle zu schauen. Geführt wird die Gruppe von Betriebsleiter Enrico Przibylla und seinem Stellvertreter Christopher Jensch.

Zuerst gibt es einen kurzen Abriss der Firmengeschichte und zur Philosophie des Unternehmens, das 2007 gegründet und mit viel Pioniergeist aufgebaut wurde. Die Probebohrungen waren eigentlich gemacht worden, um in Rheinsberg ein Thermalbad zu bauen. Aber das Wasser war dafür einfach zu gut. Alte Fotos zeigen, dass damals noch Manufakturbetrieb an der Tagesordnung war: sowohl an der Waschstrecke als auch beim Abfüllen und Kisten bereitstellen war Handarbeit angesagt. „Damals wurden 250 Flaschen pro Stunde produziert. Das war schon gut.“, so Przibylla. Aber viel zu wenig, um die Nachfrage zu befriedigen. Die steigt, obwohl die Preussenquelle gar nicht erst versucht, preislich mit den Billiganbietern mitzuhalten.

Das kühle Nass, das aus einer Eiszeitblase aus 170 Meter Tiefe gefördert wird, wurde schnell zum In-Wasser der Berliner Edelgastronomie, der Vertrieb wurde 2012 auf Bio-Läden ausgeweitet. Gastronomie und Bio-Handel sind auch heute noch die beiden Hauptabnehmer. „Man bekommt das Wasser aber auch in regionalen Edeka-Märkten und bei einem Rheinsberger Getränkehändler“, erklärt der Betriebsleiter – da die Besucher sofort nachfragen. 2014 sei man an den Grenzen der Kapazität angelangt – und habe die „Preussenquelle 2.0“ gebaut: eine modernste Anlage, auf die die Akteure stolz sind. Bis zu 7000 Flaschen verlassen pro Stunde das Band. Das Logo, ein blauer Kreis mit einer Welle darunter, hat die Form eines Q – wie Qualität. Zu Recht. „Unser Qualitätsmanagement ist streng“, so Przibylla. Das bio-zertifizierte Wasser werde nach drei verschiedenen strengen Standards geprüft.

„Was erwarten Sie denn von einem Bio-Wasser?“, fragt der Betriebsleiter. Keine künstlichen Zusatzstoffe, keine Rückstände, keine Verunreinigungen – kommt die Antwort. Przibylla konkretisiert: Das Wasser durchlaufe regelmäßige Tests, damit weder Spuren von Pflanzenschutzmitteln, Antibiotika und sonst was für Spurenelementen ins Wasser kommen. Dass das Wasser aus großer Tiefe komme, ist dabei von Vorteil. „Die Laborberichte sind auf der Website einsehbar“, erklärt Przibylla und verweist auf das Umwelt-Engagement, das die Firma betreibe. „Wir haben einen pädagogischen Auftrag“, sagt er und zählt auf: Nachhaltigkeitstag, Initiativen mit Naturpark und Schulen, Naturschutzprojekte. Und auch die Produktion werde mit regenerativer Energie gestemmt. „Wie lange reicht das Wasser denn?“, fragt eine Besucherin. „Wir versuchen, schonend zu entnehmen. Die Ressource ist nicht unendlich. Aber wir haben noch viele Jahrzehnte vor uns.“

Dann geht es ins Herzstück der Produktion. Als Torwächter an Start und Ziel der Anlage fungiert ein orangefarbener Riese – ein hochmoderner Roboter, der dank hunderter Sensoren an der gesamten Strecke immer wieder selbst „entscheidet“, ob er gerade eine neue Palette mit Leergut in die Produktion hievt, oder lieber eine mit frisch befüllten Flaschen nach draußen bugsiert, auf dass der Gabelstaplerfahrer sie für die Lastwagen bereitstellen kann. Im ersten Fall beginnt für das Leergut eine hundert Meter lange Achterbahnfahrt mit mehrfachem Looping. Der Roboter nimmt eine Leergutpalette auf und baut sie schichtenweise ab. Kiste für Kiste rollt übers Band in die Produktionshalle. Mittels Vakuum werden die Flaschen aus der Kiste gesaugt und aufs Band gestellt. Dann beginnt die lange Reise: durch die Station, die Deckel entfernt, durch eine Waschmaschine, deren Lauge wiederaufbereitet wird. Dann passiert jede Flasche den Leergutinspektor, der selbst Millimeter kleine Fremdkörper erkennt, natürlich auch Risse im Glas. „Wir verlassen uns nicht nur auf die Maschine. Drei Mitarbeiter sind wechselnd zur Sichtkontrolle abgestellt. „Die Endprüfung der Endprüfung“, erklärt Christopher Jensch, der 2009 als Aushilfe ins Unternehmen kam und sich zum stellvertretenden Betriebsleiter hochgearbeitet hat. Dann werden die Flaschen befüllt, während die Kisten im Loopingflug ebenfalls gründlich abgespritzt werden. Die vollen Flaschen werden auf die sauberen Kisten verteilt, zu Paletten sortiert und nach draußen gehievt. In der Halle gibt es auch eine Station zum Abfüllen der Gallonen für Wasserspender. Die 20 Kilo schweren Gallonen werden per Hand vom Band gehoben: ein Knochenjob.

„Es war sehr aufschlussreich – die Technik ist echt beeindruckend“, sagt Waltraud Meyer aus Heiligengrabe am Ende, die das Wasser schon getrunken hat und „beeindruckend gut“ findet. Auch Ramona Liedtke aus Pritzwalk hatte sich bewusst für den Betriebsausflug beworben und war froh, dass sie dabeisein durfte. „Das hat mich sehr beeindruckt. Es ist schon ein großer Aufwand, der hier betrieben wird“, lobt sie. Als Köchin habe sie selbst mit Hygienevorschriften zu tun.

„Das war toll. Dankeschön“, bekommen die beiden „Guides“ am Ende zu hören – als kleines Mitgebsel gibt’s Wasser. Frisch vom Band.

Von Regine Buddeke

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