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Ostprignitz-Ruppin Hirschgeweihe darf man nicht aufheben
Lokales Ostprignitz-Ruppin Hirschgeweihe darf man nicht aufheben
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10:45 27.02.2018
Rotwild nahe dem Gut Hesterberg bei Lichtenberg. Quelle: Peter Geisler
Neuruppin

Ausgewachsene Rothirsche sind eine imposante Erscheinung. Sie sind in Mitteleuropa die größten frei lebenden Wildtiere. Ein männlicher Hirsch kann bis zu 200 Kilogramm auf die Waage bringen. Sehr beeindruckend. Genauso wie die riesigen Geweihe der Tiere, die auf ihren Köpfen thronen und mit dem Alter immer größer und schwerer werden. Vier bis fünf Kilogramm verhornte Knochen kann ein Hirsch mit sich rumschleppen. Allerdings tragen nur die männlichen Tiere solche verzweigten Prachtstücke, weshalb die weibliche Fraktion auch Kahlwild genannt wird.

Februar bis April ist die entscheidende Zeit

Kurze Erleichterung gibt es für den männlichen Rothirsch einmal im Jahr gegen Ende des Winters, wenn er seinen Kopfschmuck abwirft. In den Wochen zuvor bildet sich daran eine Bruchstelle. „Jetzt im Februar bis April ist es wieder soweit“, sagt Jürgen Rinno, Vorsitzender des Kreisjagdverbandes Ostprignitz-Ruppin.

Ein Zwölfender-Hirsch steht auf einem Feld. Bald wird er sein Geweih abwerfen. Quelle: Peter Geisler

Ihre so genannte eigene innere Uhr würde die Tiere alarmieren: „Sie folgen ihrem biologischen Rhythmus und verlieren die Stangen.“ Egal wo sie gerade sind. „Hirsche können ihr Geweih plötzlich auf dem Feld abwerfen, im Wald oder wenn sie gerade eine Straße überqueren.“

Warnschilder für Autofahrer

Gefährlich ist diese Abwurfzeit für Autofahrer nicht. Nicht gefährlicher als sonst auch, wenn man in den Abend- oder Morgenstunden durch Waldgebiete fährt, sagt der Jäger Jürgen Rinno: „Schilder deuten generell auf Wildwechsel hin. Daher ist es immer wichtig, auf diese zu achten und nicht mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs zu sein, sondern den Fahrstil danach auszurichten.“

Wenn ein Tier doch einmal angefahren wird, ist es die Pflicht des Autofahrers, den Wildunfall zu melden. Vereinfacht wird solch eine Informationsweitergabe durch eine Tierfund-App für das Handy, mit der der Standort toter Wildtiere auf wenige Meter genau an das Friedrich-Loeffler-Institut für Tiergesundheit und das Veterinäramt der Kreisverwaltung Ostprignitz Ruppin gemeldet werden kann.

Gefundene Geweihe darf man nicht mitnehmen

Anders verhält es sich mit dem abgeworfenen Kopfschmuck von männlichen Rothirschen. Wer solche Fundstücke in der Natur entdeckt, muss nichts melden, darf sie aber auch nicht einfach mitnehmen. „Damit macht man sich strafbar“, sagt Jürgen Rinno.

„Allerdings kann man den Jagdausübungsberechtigten fragen, also denjenigen, der in dem Revier jagen darf, ob man das Geweih haben darf.“ Die Waidmänner sind die Eigentümer der abgeworfenen Gehörne. Am besten, man lässt sich eine schriftliche Erlaubnis geben, um auf der sicheren Seite zu sein und sich nicht der Wilderei schuldig zu machen.

Geweih bildet sich wieder neu

Hirsche werfen ihr Geweih meist nicht komplett in einem ab, sondern die linke und rechte Stange zeitversetzt, erklärt der Jagdexperte: „Aufgrund des Gewichts, das plötzlich fehlt, verlieren sie manchmal das Gleichgewicht und schlagen unbeabsichtigt Bäume an.“

Auch weil es zwischen dem Geweih juckt. Der Zustand ist nur von kurzer Dauer. Innerhalb von 120 Tagen bildet sich der Kopfschmuck wieder neu und ist dann meist größer als der vorherige.

Die neuen Stangen sind von einer durchbluteten und behaarten Basthaut überzogen.„Ist das Geweih fertig ausgebildet, etwa Anfang August, schaben die Hirsche ihre vollständig verknöcherten Hörner, die nun nicht mehr durchblutet sind, an Ästen und Baumstämmen ab, um die Basthaut loszuwerden“, sagt Jürgen Rinno. Fegen nennen Jäger oder Wildbiologen diesen Vorgang.

Warum der Hirsch sein Geweih jedes Jahr aufs Neue abstreift, ist bis heute nicht geklärt. Es bleibt weiterhin ein Rätsel der Natur und der Hirsche.

Von Anja Reinbothe-Occhipinti

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