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Historische Aktfotos in 3D

Lentzke Historische Aktfotos in 3D

Das größte deutsche Museum für dreidimensionale Fotografie befindet sich in Lentzke. Peter Stajkoski sammelt dort seit langem historische Stereo-Kameras und Aktfotos. Nun plant er, seine Ausstellungsräume zu vergrößern.

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Peter Stajkoski mit einem kleinen Ausschnitt seiner Sammlung.

Quelle: Peter Geisler

Lentzke. Er bezeichnet sich selbst als „bunten Hund“, der alles gemacht hat: Peter Stajkoski. Er hat zehn Jahre lang Kunstsymposien auf seinem Hof in Lentzke durchgeführt, ist Bildhauer und Fotograf.

Die Bildhauerei hat er seit einiger Zeit etwas hintan gestellt, altersbedingt. „Ich bin 73 Jahre alt. Deshalb habe ich auf Klein umgestellt.“ Klein, das sind die Fotos, die er seit vielen Jahren sammelt und die unter anderem in seinem Jules Richard Museum, einem Museum für 3D- und Aktfotografie, zu sehen sind. „Es ist das größte 3D Museum in Deutschland“, sagt sein Besitzer stolz. Er hat sein Museum nach dem Mann genannt, der wohl als der bedeutenste Erfinder in der Stereofotografie gilt. Der 1848 geborene Jules Richard war selbst leidenschaftlicher Fotograf, seine Vorliebe galt der Aktfotografie. Er ließ eine Stereokamera patentieren, die anders als ihre Vorgänger für jedermann zu bedienen war. Obwohl er der Stadt Paris eine Schule schenkte, gibt es dort in der ganzen Stadt kein Museum seines Namens. Das steht seit 2014 nun in Lentzke.

Seit seinem 29. Lebensjahr sammelt Peter Stajkoski. Was, das ist dort zu sehen. Über 100 antike Stereokameras, mehr als 200 Stereobetrachter, 20 Stereoautomaten, über 26 000 Stereobilder aus aller Welt, dazu die Anfänge und Geschichte der Aktfotografie ab 1845.

„Die ersten Fotografen waren fast alle Maler. Sie vermissten auf den Fotos die Farbe und kolorierten sie nach“, erklärt der Hausherr. Solche Karten kosteten damals den Wochenlohn eines Arbeiters, sagt Peter Stajkoski. Mit speziellen Stereobrillen kann der Besucher die Karten mit den Stereobildern betrachten. Ein besonderer Effekt im Museum ist der Blick mit so einer Brille in eine Schlucht. Das ist nichts für Leute mit Höhenangst. Dabei ist die Tiefe nur vorgegaukelt. In Wirklichkeit ist das Foto lediglich einen Meter tiefer. Es gibt Karten mit Städtemotiven wie aus Berlin und Paris, Landschaftsfotos und eben Aktfotografien.

Stajkoski besitzt private Aktaufnahmen, die einmalig sind. Einen Akt des Tschechen Jan Saudek liebt er besonders. Mit einem Blick durch einen besonderen Stereoautomaten erschließt sich eine andere Welt, getrennt nach Frauen und Männern. Letztere können sich an erotischen Bildern erfreuen, während die ahnungslose Gattin gegenüber harmlose Bilder zu sehen bekommt.

Der Besucher braucht Zeit, um alle Schätze würdigen zu können. „Es gibt Leute, die vier bis fünf Stunden im Museum verweilen“, sagt Peter Stajkoski. Die Gäste kommen aus der Umgebung, aber auch aus dem Ausland. Kinder können 3D-Filme ansehen, während ihre Eltern in Ruhe durch die Ausstellung gehen. Zuletzt, so Stajkoski, waren Dänen extra angereist, weil sie von seinem Museum in einer heimischen Zeitung gelesen hatten. Sein Museum sei ein Geheimtipp in der Region.

Seine Sammlung ist mittlerweile so groß geworden, dass der vorhandene Platz nicht mehr ausreicht. Deshalb plant Peter Stajkoski, seine ehemalige Werkstatt umzubauen, um noch mehr Ausstellungsfläche zu gewinnen.

Das Museum in Lentzke, Dorfstraße 44, ist von Freitag bis Montag von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Weitere Informationen sind im Internet unter www.jules-richard-museum.com zu finden.

Von Dagmar Simons

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