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Hoch hinaus auch ohne Berge in Neuruppin

Kletterzentrum feiert Zehnjähriges Hoch hinaus auch ohne Berge in Neuruppin

Auf einem Seil in fünf Metern Höhe balancieren, auf bis zu 20 Getränkekisten klettern und einen alten Wasserturm erkunden: All das ist am Sonnabend in Neuruppin möglich. Denn der alte Wasserturm ist seit zehn Jahren ein Kletterzentrum und hat schon mehr als 5000 Gäste in den Bann gezogen.

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Geklettert werden darf am Sonnabend natürlich auch im Kletterturm.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Ausgerechnet in Rostock erfasste Jens Thierock die Leidenschaft. Nicht etwa die fürs Schwimmen oder Tauchen, nein, fürs Klettern und Bergsteigen. Dabei gibt es Berge an der Ostsee eben so wenig wie im Ruppiner Land. Doch einige seiner Kommilitonen kamen aus Sachsen und nahmen Thierock mit ins Elbsandsteingebirge zum Klettern. Seitdem lässt ihn sein Hobby nicht mehr los. Zweimal war der inzwischen 49-Jährige schon im Yosemite-Nationalpark, auch den mit 4810 Meter höchsten Berg der Alpen, den Mont Blanc, hat er schon bestiegen. „Beim Klettern sind oft die Wege der Reiz, nicht unbedingt der Gipfel“, sagt Thierock. Am Wochenende war er in der Tschechei unterwegs.

Ein beliebtes Ausflugsziel für Schulklassen

„Klettern ist ein vielseitiger Sport, der den ganzen Körper beansprucht“, sagt der Sportlehrer, der derzeit im Schullandheim in Schweinrich arbeitet. Nebenbei leitet er die Abteilung Klettern beim Turn- und Kampfsportverein (TKV) Ruppin. Diese trainiert regelmäßig im einstigen Neuruppiner Wasserturm – und das schon seit zehn Jahren. Das zehnjährige Bestehen des Kletterzentrums Wichmannsleiter soll am Sonnabend, 25. Juni, ab 14 Uhr gefeiert werden. „Es ist schon etwas Besonderes, einen alten Wasserturm zu einem Kletterzentrum umzufunktionieren.“ Darüber freuen sich nicht allein die etwa 80 Kletterer, die beim TKV organisiert sind, sondern auch die vielen kleinen und großen Gäste, die im Laufe der Jahre im oder am einstigen Wasserturm geklettert sind. Mehr als 5000 werden es wohl bislang gewesen sein, vermutet Thierock. Ist doch das Kletterzentrum nicht allein bei Kindergeburtstagen ein beliebtes Ausflugsziel, sondern ebenfalls bei Schulklassen, die einen besonderen Wandertag erleben wollen oder einen Höhepunkt für eine Projektwoche. Monatlich sind das mindestens 50 Besucher.

Mechaniker einer Windkraftfirma trainieren regelmäßig

„Schulklassen kommen häufig für zwei Stunden zu uns“, sagt Thierock. Aus Neuruppin, aus Rheinsberg, aber auch regelmäßig Gruppen aus dem Jugenddorf Gnewikow. Seit einigen Monaten gibt es zudem eine Gruppe mit jugendlichen Flüchtlingen, die zweimal in der Woche das Klettern trainiert. Natürlich unter Anleitung. Sechs Trainer hat die Kletterabteilung des TKV, die sich die Übungsstunden für die etwa 50 Kinder und Jugendlichen und die 30 Erwachsenen aufteilen. Regelmäßige Gäste sind im Kletterturm ebenfalls Mechaniker einer Windkraftfirma. Diese mietet den Turm drei-, viermal im Jahr und trainiert die Mechaniker mit einem eigenen Ausbilder, wie diese sich im Innern einer Windkraftanlage zu verhalten haben.

Angst ist kein Problem

Bei der Feier am Sonnabend können auch Neugierige zwischen 14 und 17 Uhr in der Wichmannleiter üben, wie gut sie klettern können. Außerdem hat der Verein 20 Getränkekisten für das beliebte Kistenklettern besorgt. Darüber hin­aus sind Vorführungen von Karate-, Jiu-Jitsu- und Aikido-Sportlern geplant. Immerhin hat der TKV insgesamt mehr als 340 Mitglieder. Ein kleines Fußballturnier wird für den Sonnabend ebenfalls vorbereitet. Schließlich befindet sich das Kletterzentrum direkt neben dem Sportplatz der Alexander-Puschkin-Schule. Als einen besonderen Höhepunkt sollen Interessierte sich zudem beim Balancieren auf einer sogenannten Slackline in fünf Metern probieren können – natürlich mit entsprechender Sicherung. Dass die Höhe vielleicht den einen oder anderen abschreckt, ist für Thierock nicht ungewöhnlich. „Angst zu haben ist normal und gut.“ Das gelte ebenfalls fürs Klettern und Bergsteigen. Wichtig sei, die Angst durch Erfahrung zurückzudrängen, ohne dadurch leichtfertig zu werden.

Für 320 000 Euro umgebaut

Errichtet wurde der Neuruppiner Wasserturm an der Puschkinstraße in den Jahren 1896/97. Der Stahlhochbehälter in 23 Metern Höhe bot Platz für 300 Kubikmeter Wasser. 1933 wurden neben dem Turm Erdbehälter für weitere 700 Kubikmeter Wasser angelegt.

Zum Kletterturm umgebaut werden konnte die Anlage in den Jahren 2005/06 dank eines speziellen Förderprogrammes. 320 000 Euro kosteten die Arbeiten, 80 Prozent davon wurden über das Programm „Zukunft im Stadtteil“ finanziert.

Eigentümer des Kletterturmes sind weiterhin die Stadtwerke Neuruppin. Betrieben wird der Turm seit März 2006 vom TKV Ruppin. Die Stadtwerke unterstützen den Verein, beispielsweise bei speziellen Veranstaltungen sowie auch bei den Betriebskosten. Vor allem der aktuelle Strompreis macht dem TKV zu schaffen. Deshalb wird nach Alternativen gesucht.

Von Andreas Vogel

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