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Ostprignitz-Ruppin Hochsaison in Kyritzer Stärkefabrik
Lokales Ostprignitz-Ruppin Hochsaison in Kyritzer Stärkefabrik
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02:16 26.10.2015
Rund 200 000 Tonnen Kartoffeln will die Fabrik 2015 verarbeiten. Quelle: Anke
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Kyritz

Das Landwirtschaftsjahr nähert sich dem Ende. Typisches Anzeichen dafür ist in der Kyritzer Umgebung, wenn die Stärkefabrik der Emsland Stärke das Ausbringen von Prozesswässern auf die Äcker einstellt. Seit das Unternehmen 1999 ein spezielles Zwischenlagerbecken bei Blechenhahn errichtete, um den gesetzlichen Anforderungen an die Verregnung seiner Abwässer nachzukommen, begleitet eine kleine Bürgerinitiative mit dem Namen „Stärke ohne Gestank“ das Geschehen.

Jeweils zum Saisonanfang und -ende trifft man sich mit Vertretern der Fabrik am Zwischenlagerbecken, um ein Auge auf die Einhaltung der Vorschriften zu haben. So auch am Freitag – eigentlich also eine Woche vor dem üblichen Termin. Man habe die Befüllung des Beckens vorverlegt, weil wegen des regnerischen Wetters die Äcker zum Teil bereits nicht mehr befahrbar sind, erklärte Holger Hanke als Vertreter der Stärkefabrik. Ansonsten laufe die Verarbeitungssaison, die sogenannte Kampagne, bislang ohne Auffälligkeiten, berichtete Abteilungsleiter Michel Hörster. „Wir liegen voll im Soll. Wir haben vielleicht noch 100 000  Tonnen zu verarbeiten und werden bestimmt bis Weihnachten fertig.“ Insgesamt rechne man für dieses Jahr mit einer Verarbeitungsmenge von rund 200 000 Tonnen Kartoffeln – etwas weniger als 2014. Die Ernte sei zwar ganz gut, aber nicht so gut wie im vergangenen Jahr.

Weiterhin werden nur Kartoffeln verarbeitet

Nach wie vor verarbeite die Stärkefabrik ausschließlich Kartoffeln, sagte Michel Hörster auf Nachfrage. Bevor man, wie seit Langem geplant, auch Stärke aus Erbsen produziert, müsse erst die Eindampfungsanlage für die anfallenden Abwässer laufen. „Der Termin 2016/17 wird wohl doch nicht zu halten sein“, kündigte Hörster an. „Aber zur Kampagne 2017 wird’s definitiv was.“ Damit soll sich künftig die Menge des abzutransportierenden Wassers deutlich verringern. Auch die Bürgerinitiative setzt darauf große Hoffnungen. Das Zwischenlagerbecken bei Blecherhahn werde die Fabrik aber voraussichtlich weiterhin nutzen, hieß es. „Wir haben eventuell vor, das Becken in Drewen damit zu entlasten“, sagte Michel Hörster.

Etwas ratlos standen er und sein Kollege am Freitag der bei der jüngsten Stadtverordnetensitzung geäußerten Frage gegenüber, warum denn die Fruchtwassertransporte über Drewen und nicht auf dem kürzeren Weg durch Rüdow abgewickelt werden. Klar schien nur, dass dieser Regelung eine vor Jahren getroffene Vereinbarung zugrunde liegt. Über deren Anlass konnte am Freitag nur spekuliert werden – ebenso wie über ihren aktuellen Sinn: landwirtschaftliche Transporte anderer Unternehmen passieren Rüdow nämlich durchaus regelmäßig.

Von Alexander Beckmann

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