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Höhere Friedhofsgebühren im Gespräch

Kyritz Höhere Friedhofsgebühren im Gespräch

Angesichts eines Defizits von rund 76 000 Euro bei der Bewirtschaftung der kommunalen Friedhöfe in den vergangenen vier Jahren hat die Kyritzer Stadtverwaltung jetzt eine deutliche Erhöhung der Gebühren ins Gespräch gebracht. Betroffen wären ausschließlich Ortsteile der Stadt und dort sieht man das Vorhaben kritisch.

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Auch Trauerhallen wie die in Drewen wären betroffen.

Quelle: Beckmann

Kyritz. Dorffriedhöfe sind ruhige Orte. So soll es auch sein. Doch wenn es um die Kostenkalkulation der Kommunen geht, sind sie zu ruhig. Die Einnahmen aus – wenn es hoch kommt – einer Handvoll Beerdigungen pro Jahr decken die Ausgaben bei Weitem nicht.

Dabei sind die Kommunen laut Kommunalabgabengesetz angehalten, derartige Serviceleistungen den Nutzern voll in Rechnung zu stellen. Die Stadt Kyritz verzeichnete nach aktuellen Berechnungen bei den kommunalen Friedhöfen und Trauerhallen in ihren Ortsteilen Berlitt, Bork, Ganz, Holzhausen, Lellichow, Rehfeld und Teetz seit 2012 ein Defizit von gut 76 000 Euro. Im vergangenen Jahr gab es dort demnach beispielsweise 18 Bestattungen. Hinzu kamen noch einige weitere Einnahmen unter anderem aus der Verlängerung von Liegezeiten. Rund 4800 Euro wurden so eingenommen. Die Unterhaltskosten (Abfallentsorgung, Personal, Instandhaltung) beliefen sich aber auf fast 26 000 Euro.

Bestattungsgebühren sollen fast verdoppelt werden

Die Stadtverwaltung hat den politischen Gremien unter Hinweis auf diese Umstände nun den Entwurf einer neuen Friedhofsgebührensatzung vorgelegt. Sie schlägt vor, die Gebühren für Begräbnisse fast zu verdoppeln. Das Einzelgrab würde demnach gut 1300 Euro statt der bisherigen 715 Euro kosten, das Urnengrab 525 statt 286 Euro. Für die Nutzung der Trauerhallen würden statt 100 dann 250 Euro fällig.

Als erste befassen sich derzeit die Ortsbeiräte mit dem Vorschlag. Sowohl in Kötzlin als auch in Teetz-Ganz stieß er bei den Sitzungen am Dienstag auf Ablehnung. „Wir halten das für nicht vermittelbar“, sagt Kötzlins Ortsvorsteher Adrian Krüger. In seinem Dorf wird nur die Trauerhalle von der Kommune bewirtschaftet. Aber auch dafür müssten die Nutzer mehr zahlen. „Ich finde die 100 Euro Gebühr, die wir jetzt haben, völlig angemessen.“ In Kötzlin wurde die Halle in den zurückliegenden vier Jahren nur dreimal genutzt. „Was machen wir denn, wenn wir mal gar keinen Todesfall haben?“, will Krüger wissen. „Dividieren wir die Kosten dann durch null?“

Das Ende der Friedhöfe in den Ortsteilen befürchtet

Torsten Gerloff, Ortsvorsteher von Teetz-Ganz, sieht das genau so: „Das geht gar nicht.“ Dass die Einnahmen die Ausgaben für die Friedhöfe in den Ortsteilen nicht decken, könne er noch nachvollziehen. Aber wenn die Gebühren derartig angehoben werden, stehe zu befürchten, dass Angehörige verstärkt nach billigeren Bestattungsalternativen suchen. „Das bedeutet über kurz oder lang das Ende der Friedhöfe in den Ortsteilen.“

In den nächsten Wochen werden sich die anderen Ortsbeiräte, die Ausschüsse der Stadtverordneten und schließlich am 7. Dezember die Stadtverordnetenversammlung mit den Friedhofsgebühren befassen.

Details: Einzelheiten zur vorgeschlagenen Friedhofsgebührensatzung finden sich unter www.kyritz.de (Kommunalpolitik – Bürgerinformation – Sitzungskalender).

Von Alexander Beckmann

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