Volltextsuche über das Angebot:

° / °

Navigation:
Höhere Wasserpreise im Altkreis Kyritz

Verband plant Gebührenanpassung Höhere Wasserpreise im Altkreis Kyritz

Erstmals seit fast zehn Jahren sieht sich der Wasser- und Abwasserverband „Dosse“, der im Auftrag der Kommunen im Altkreis Kyritz die Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung betreibt, zu einer Anpassung der Gebührensätze gezwungen: Wasser wird teurer.

Voriger Artikel
6000 Sperrgebiete in der DDR
Nächster Artikel
Andrang in der Dreetzer Kita

Steigende Betriebskosten und vor allem sinkende Einnahmen prägen das Geschehen rund um Trink- und Abwasser.

Quelle: Christel Köster

Neustadt. Die Dreetzer Gemeindevertreter gaben ihrem Abgesandten in der Verbandsversammlung des Wasser- und Abwasserverbandes „Dosse“ am Donnerstag grünes Licht: Wenn das Gremium am 25. November wieder tagt, wird zumindest er der für den Jahreswechsel geplanten Gebührenerhöhung zustimmen.

Erstmals seit fast zehn Jahren sieht sich der Verband, der im Auftrag der Kommunen im Altkreis Kyritz die Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung betreibt, zu einer Anpassung der Gebührensätze gezwungen. „Nach Auswertung der wirtschaftlichen Ergebnisse aus dem ersten Halbjahr 2015 ist diese Erhöhung unumgänglich“, heißt es in einem Papier, mit dem sich die Vertreter der Kommunen in der Verbandsversammlung bereits im August beschäftigten.

Demnach sind die Fixkosten für den Betrieb von Brunnen, Leitungen und Kläranlagen seit 2006 kontinuierlich gestiegen. Deutlich wird das nicht zuletzt bei den Personalkosten, die an die Tarifentwicklung gebunden sind. Auch inflationsbedingte Preissteigerungen spielen eine Rolle. Doch ein anderer Umstand macht Verbandsvorsteher Joachim Stoltz bei der Kalkulation noch viel mehr zu schaffen: die sogenannte Auflösung von einst gezahlten Anliegerbeiträgen. Wer neu ans Wasser- oder Abwassernetz angeschlossen wird, muss dafür eine Anschlussgebühr entrichten. Per Gesetz stehen diese Einnahmen portionsweise für den Verbandshaushalt zur Verfügung: Jeweils fünf Prozent pro Jahr werden verbucht.

Das bedeutet allerdings auch, dass so eine Anschlussgebühr nach 20 Jahren für den Verband aufgebraucht ist. Und eben diese Zeitspanne ist seit der großen Anschlusswelle Mitte der 90er Jahre vergangen. Im vergangenen Jahr konnte der Verband aus der „Auflösung empfangener Ertragszuschüsse“ noch 582 000 Euro als Einnahme verbuchen. Diese Summe sinkt kontinuierlich. Neuanschlüsse in nennenswerter Zahl sind nicht mehr zu erwarten. Für 2018 rechnet man daher nur noch mit 275 000 Euro.

So wirkt sich die Erhöhung aus

Drei Beispielrechnungen für die Auswirkungen der geplanten Gebührenerhöhung hat der Wasser- und Abwasserverband (WAV) „Dosse“ vorgelegt.

Ein Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 30 Kubikmetern (eine Person) würde ab Januar für Wasser- und Abwasser mit einer Jahresgebühr von insgesamt 279,90 Euro rechnen müssen (65,73 Euro mehr als bisher). In Gumtow zahlt man dafür gegenwärtig jährlich 274,26 Euro, in Neuruppin sind es 283,86 Euro, in Wittstock 333,78 Euro.

Ein 2-Personen-Haushalt mit 60-Kubikmetern Jahresverbrauch müsste beim WAV „Dosse“ künftig 410,75 Euro bezahlen (48,03 Euro mehr als jetzt). In Gumtow wären derzeit 427,56 Euro fällig, in Neuruppin 440,76 Euro und in Wittstock 493,68 Euro.

Ein 3-Personen-Haushalt mit 90 Kubikmetern Verbrauch käme auf 541,61 Euro Jahresgebühr (30,33 Euro mehr als derzeit). In Gumtow werden momentan dafür 580,86 Euro berechnet, in Neuruppin 597,66 Euro und in Wittstock 653,58 Euro.

Der WAV „Dosse“ wird von den Kommunen Breddin, Dreetz, Gumtow (nur für Döllen), Neustadt, Kyritz, Sieversdorf-Hohenofen, Stüdenitz-Schönermark, Wusterhausen und Zernitz-Lohm betrieben.

Er versorgt knapp 22 300 Menschen mit Trinkwasser und entsorgt das Abwasser von fast 19 600 Einwohnern.

Höhere Verbrauchsgebühren sollen das drohende Defizit auffangen. Im Grunde müsste der Preis für Trinkwasser demnach von derzeit 1,17 auf 1,31 Euro je Kubikmeter steigen und für Abwasser von 3,70 auf 4,04 Euro (jeweils zuzüglich Steuern). Das hält man im Verband aber nicht für die günstigste Lösung. Stattdessen will man die monatliche Grundgebühr beim Trinkwasser von derzeit 5,47 auf 6,42 Euro erhöhen. Außerdem soll für Abwasseranschlüsse erstmals solch eine Grundgebühr in gleicher Höhe erhoben werden. Der Kubikmeterpreis könnte dadurch auf 3,11 Euro (netto) sinken.

Eine derartige Vorgehensweise ist in anderen Regionen längst üblich. Auch in Gumtow, Neuruppin oder Wittstock werden Grundgebühren fürs Abwasser erhoben. Nach Angaben des Wasser- und Abwasserverbandes „Dosse“ werden sich seine Gebühren aber selbst nach der Erhöhung noch auf dem Niveau der Nachbarregionen oder darunter bewegen.

Ob die neuen Gebühren wirklich zum 1. Januar 2016 in Kraft treten, wird die Verbandsversammlung erst noch entscheiden.

Von Alexander Beckmann

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ostprignitz-Ruppin

Die olympischen Spiele werden künftig nicht mehr bei ARD und ZDF übertragen - eine gute Entscheidung?

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg