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Ostprignitz-Ruppin Höllenritt auf der Schlammpiste
Lokales Ostprignitz-Ruppin Höllenritt auf der Schlammpiste
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15:09 26.09.2017
Die sechsköpfige Crew „Racingteam 0815“ aus der Gemeinde Heiligengrabe mit dem schlammverkrusteten Moped. Quelle: Björn Wagener
Jabel

Völlig schlammverkrustet steht es da – das Moped des „Racingteams 0815“ aus der Gemeinde Heiligengrabe. Dass das 24-Stunden-Rennen für Simson-Mopeds in Vahrholz bei Kalbe/Milde in der Altmark am 23. und 24. September verdammt hart war, ist dem Zweirad anzusehen. Tatsächlich war es aber noch viel heftiger, als der Dreck vermuten lässt. Die sechsköpfige Fahrer-Crew um Peter Hefenbrock war buchstäblich vom Pech verfolgt. Sie musste eine ganze Reihe von Rückschlägen durchstehen. Und diesmal ging es auch nicht ohne Verletzungen ab. Wenn Peter Hefenbrock die Geschichte dieses Rennens erzählt, ist es fast unglaublich, dass die Freunde am Ende immer noch Platz 37 belegten – von 84 Startern.

Beginn der Pechsträhne ließ nicht lange auf sich warten

Die Pechsträhne begann für Teamchef Peter Hefenbrock und seine Mitstreiter Marvin Wehland, Axel Stürmer, Robert Lange, Oliver Teetz und Enrico Hadorf schon nach knapp 20 Minuten. Da fuhr ein anderer Teilnehmer auf den ersten Fahrer des Teams, Enrico Hadorf, auf, sodass dieser stürzte und sich Rippenprellungen zuzog. Er wurde vom Notarzt versorgt und fiel für den Rest des Rennens aus. Lediglich als Streckenposten konnte er seine Teamkollegen noch unterstützen.

Dieser Unfall kostete Zeit. Das Team rutschte bis auf den 74. Platz. „In der Aufholjagd kämpften wir uns bis auf Platz 17 wieder heran“, sagt Hefenbrock. Aber dann riss ihm in der letzten Runde vor der Ablösung der vordere Kotflügel ab und verklemmte sich im Vorderrad. „Ich bin gestürzt, und ein anderer ist über mich drübergefahren.“ Es blieb zum Glück bei leichten Verletzungen. Der Kotflügel musste gewechselt werden. Das kostete abermals Zeit und Plätze.

Das ganze Moped stand in Flammen

Nachts gegen 0.30 Uhr setzte sich die Pechsträhne fort. Es geschah beim Tanken. „Da lief etwas Benzin am Tankloch vorbei, tropfte auf den Zylinder, und es gab eine Verpuffung. Das ganze Moped stand in Flammen“, erzählt Hefenbrock. Hilfe sei vom Nachbar-Team gekommen – mit dem Feuerlöscher. Danach ließ sich das Moped aber nicht mehr starten, weil der Kabelbaum zusammengeschmolzen war. Marvin Wehland, der „Hauptschrauber“, hatte sich gerade etwas hingelegt, musste nun aber doch wieder ran. Denn die Kabel mussten auseinandergezupft und neu isoliert werden. „Das hat uns noch mal 45 Minuten gekostet, nachdem die Sache mit dem Brand schon eine halbe Stunde verbraucht hatte.“ Wieder startete eine Aufholjagd. In der Morgendämmerung, als es anfing zu nieseln, habe es sich zunächst gut gefahren, weil es nicht mehr staubte.

Die Probleme reißen nicht ab

Aber gegen 6 Uhr wurde der Regen stärker und verwandelte die Piste in eine schlammige Rutschbahn. Damit war nicht nur die Bereifung überfordert, auch die Elektronik wurde nass und fiel aus. Kaum konnte es weitergehen, da fiel die Vorderbremse ab. „Wir sind nicht mehr so richtig ins Rennen reingekommen. Außerdem merkten wir, dass es der Motor wahrscheinlich nicht bis zum Ende schaffen wird. Deshalb tauschten wir ihn aus. Es sind zwar nur vier Schrauben, aber in dem ganzen Modder mussten wir die auch erst mal finden.“ Wieder verging etwa eine halbe Stunde.

Insgesamt fuhren sie 361 Runden. Das sind knapp 659 Kilometer. Die Zeit: 24 Stunden, sieben Minuten, neun Sekunden. Am Ende habe es keinen Spaß mehr gemacht. Die vielen Fahrer hatten die Strecke arg beschädigt. Tiefe Löcher und abgefallene Teile mussten auch bei Dunkelheit umrundet werden. Außerdem sei das Rennen zeitweise unterbrochen worden, weil die Fahrer zu aggressiv gefahren seien.

Trotz allem wollen sie 2018 wieder an den Start gehen

Trotz der all der Probleme, Unfälle und Widrigkeiten wollen sie im kommenden Jahr auf jeden Fall wieder angreifen. „Denn dieses Ergebnis können wird ja so nicht stehen lassen“, meinen die Fahrer. Sie waren eigentlich angetreten, um den 17. Platz vom Vorjahr zu verbessern. Und sie wissen, dass sie dazu eigentlich auch in der Lage sind. Die Teamleistung sei sehr gut gewesen. Hätten sie durchgängig fahren können, wäre sicher auch eine bessere Platzierung als 2016 drin gewesen, sagen sie. Unterstützt wurden die Moped-Piloten übrigens von ihren Partnerinnen, die im Wohnmobil ebenfalls angereist waren und sich um die Versorgung der Fahrer kümmerten. Wie genau das Moped für 2018 wieder verbessert werden soll, müsse geklärt werden, wenn es so weit ist. Zunächst einmal muss das jüngste Rennen „verdaut“ werden. Obwohl es nach dem Höllenritt auf der Schlammpiste völlig verdreckt und mitgenommen aussah, sprang es zu Hause in Jabel sofort wieder an.

Von Björn Wagener

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