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Höllisch heiße Rocknacht der Biker

Fehrbellin Höllisch heiße Rocknacht der Biker

Die Paarung war schon einmal da. Bereits 2012 tobten die Fans bei der Rocknacht der Fehrbelliner Biker zu den Hits von AC/DC und den Böhsen Onkelz, geboten von den Tribute-Bands ’Bon’ und ’Dirk und Durstig’. Der Mix kam so gut an, dass die Biker beide noch einmal als Doppelpack einluden. Trotz Regens brannte bei der fulminanten Show die Luft.

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Ganz dicht am Original: „Bon“ ist bereits das dritte und mit Sicherheit nicht das letzte Mal in Fehrbellin zu Gast gewesen.

Quelle: FOTOS (3): Regine Buddeke

Fehrbellin. Bon heißt übersetzt: gut. Punkt. Mehr muss man nicht sagen, wenn „Bon“ auf der Bühne steht. Auch wenn sich der Name der AC/DC-Coverband aus Berlin wohl eher von Bon Scott ableitet – dem legendären Frontmann des Originals. Und es spricht wohl für sich, wenn ’Bon’ bei einem Konzert zu Ehren Bon Scotts in dessen schottischem Heimatdorf als Hauptband spielen durften.

Auch in Fehrbellin ist „Bon“ immer wieder gerne gesehen. „Wir mussten ein Jahr vorher baggern, damit sie uns den Termin frei halten“, sagt Thomas Niese von den Fehrbelliner Bikern, der mit seinen Mitstreitern Jahr für Jahr die Rocknacht der Biker im Fehrbelliner Kurfürstenpark organisiert und selbst glühender AC/DC-Fan ist. Bereits zum dritten Mal spielt ’Bon’ bei den Bikern. „Und sicher auch nicht zum letzten Mal – war das ne geile Show?“, sagt Niese mit leuchtenden Augen nach der fulminanten Performance der Hardrocker, in der wirklich alles aufgeboten wurde, was das Original ausmacht.

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Der Regen war allen egal. Mit einer furiosen AC/DC-Show eröffneten die Mannen von ’Bon’ die 16. Rocknacht der Biker in Fehrbellin. Die Menge tobte vor der Bühne und rief mehrfach nach Zugaben. Das galt auch für Böhse-Onkelz-Coverband ’Dirk und Durstig’, die zu nächtlicher Stunde die Bühne souverän beherrschte und die Menge gut anheizte. Es wurde gepogt, was das Zeug hielt.

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Bereits der rotglühende Schriftzug ist dem des Originals mit seinen Blitzen nachgeahmt, die großen Hits wie „Touch too much“, „Whole Lotta Rosie“, „TNT“, „Let there be Rock“, „The Jack“ und natürlich nicht zu vergessen die Hymne „Highway to Hell“ werden samt und sonders ins frenetisch jubelnde Publikum geworfen, das ungeachtet des einsetzenden Regens seine Idole feiert. Hits, die beim „Bon“-Frontmann in besten Händen – respektive Stimme – sind. Vom Gitarristen gar nicht zu reden. Der fegt über die Bühne wie ein Springteufel, hüpft einbeinig-zackig über die Bühne wie sein Alter Ego von AC/DC, oder macht gar einen Purzelbaum mitsamt Gitarre. Seine Riffs und Slides gehen ins Ohr, selbst einhändig auf dem Instrumentenhals gezupft vollbringt er wahre Wunder. Zu guter Letzt legt er noch eine Stripeinlage hin – die Luft brennt im Regen – und streckt dem Publikum den blanken Allerwertesten entgegen: Es scheint, als wär es nett gemeint. Später schwebt eine aufblasbare Gummipuppe ins Publikum, nachdem der Sänger sie ausgiebig als Gitarrenersatz betätschelt und bekuschelt hat. „Das, was wir hier kriegen, ist schon sehr dicht am Original“, schwärmt Thomas Niese. Das Publikum wird nicht müde, um Zugaben zu bitten. Aber irgendwann muss Schluss sein – backstage warten ja noch die harten Jungs von „Dirk und Durstig“, der Tribute-Band der Böhsen Onkelz. Auch „Dirk und Durstig“ waren 2012 schon in Fehrbellin am Start. „Die Kombination Deutschrock und AC/DC hat super funktioniert“, erklärt Thomas Niese die Neuauflage.

Es braucht nur wenige Takte, da brennt auch bei „Dirk und Durstig“ – der Bandname ist eine Replik auf den Onkelz-Titel „Dick & Durstig“ – die Luft. Das Publikum zeigt sich extrem textsicher, mit geschlossenen Augen und verklärtem Blick, aber auch wild tanzend und gegeneinanderprallend, wie es beim Metal üblich ist, werden die Onkelz-Hits mitgeröhrt – Klassiker wie „Mexico“, „Nur die besten sterben jung“, „Terpentin“ oder „Kirche“ werden von den Fans sehnlichst erwartet. „Fahr mit uns in den Himmel“ röhrt Sänger Atze und weiter „Hier sind die Onkelz, schnall dich an“. Das ist ein gutes Motto für den Einstieg. „Wo sind eure Hände? Wollt ihr pogen?“, heizt Atze die Menge an und die fliegt mit ihren Idolen, die seit den Achtziger Jahren bis in die späten Neunziger immer wieder gegen ihr rechtes Image ankämpfen mussten – aufgrund einiger ihrer frühen Songs, die sie bis heute noch als umstritten gelten lassen. Obwohl sich die Bandmitglieder schon wenig später mit eindeutigen Texten dagegen wehrten, in die rechte Ecke gestellt zu werden, und sich von allen Fans distanzierten, die sie rechts instrumentalisieren wollten. 1993 etwa spielten die Onkelz eines ihrer Rock-gegen-Rechts-Konzerte. Nach einer Pause ab 2005 erlebte die Band 2014 ein Comeback, sie gewann in diesem Jahr den Metal-Hammer-Award in der Kategorie Best German Band, spielte Konzerte auf dem Hockenheimring, ihre Texte prangern soziale und politische Missstände an. Rebellisch sind sie geblieben, auch was die Wortwahl der Texte betrifft.

„Wahnsinn, warum schickst du mich in die Hölle?“, krächzt Atze eine Schlagerparodie nach einer sogenannten „Ballade für die Mädchen“. Und lässt stante pede folgen: „Wir ham’ noch lange nicht genug“. Nomen est Omen. Das Publikum geht da unbesehen mit.

Von Regine Buddeke

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