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Hofkapelle spielt Musik der Renaissance

Rheinsberg Hofkapelle spielt Musik der Renaissance

Normalerweise ist die Rheinsberger Hofkapelle ein Ensemble, das sich der Barockmusik verschrieben hat. Nicht so „Astrophil & Stella“. Die vier Musiker spielen im Lutherjahr Renaissance-Musik und lassen den Geist von zartem Minnegesang aufleben. Am Freitag musizierte das Quartett im Spiegelsaal des Schlosses.

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Astrophil & Stella beeindruckten mit zarten, virtuosen Klängen.

Quelle: Foto: Buddeke

Rheinsberg. Der prächtige Spiegelsaal des Rheinsberger Schlosses ist eine glanzvolle Kulisse für vielerlei Musikgenres – aus allen Epochen. Immer wieder ist es ein Erlebnis, unter dem Baldachin des gemalten Himmels mit seinen Engeln und Grazien zu sitzen. Das Licht der Kronleuchter bricht sich vieltausendmal in den Facetten der Kristalle und den vielen Spiegeln, die dem Saal seinen Namen gaben. Üppig schimmert vornehmes Gold in den Ornamenten und Rahmen. Eine kunstvoll verzierte barocke Fassung für einen Edelstein einer vergangenen Epoche. Denn „Astrophil & Stella“, die diesjährige Rheinsberger Hofkapelle, spielt nicht wie ihre Vorgänger zum Schloss passende Barockmusik. Die vier Musiker haben sich der Musik der Renaissance verschrieben und lassen im Lutherjahr den Glanz des 16. Jahrhunderts leuchten. 500 Jahre alte Gesänge: über Liebe, Lust, Leid und Tod. 80 Zuhörer sind am Sonnabend nach Rheinsberg gekommen, um dem zu lauschen.

Ein zartes Harfensolo zu Anfang lässt ahnen, wie die Musik damals war: leise und zart, fein ziseliert, melancholisch bis sentimental und voller Emotionen. Die Hofkapelle spielt auf historischen Instrumenten. In der damaligen Epoche wurde zwar viel Minne gesungen, oftmals wurden die Stimmen aber auch durch Instrumente ersetzt. Johanna Bartz brilliert also an der Traversflöte, Claire Pigagnol spielt die Tripelharfe mit ihren drei Saitenreihen, Anna Danilevskaia hat sich der Renaissance-Gambe verschrieben – eine Kreuzung aus Fidel und Gitarre, wie sie erklärt, die wie ein Cello ohne Dorn zwischen den Beinen klemmt und mit Bogen gestrichen wird. Einzige Stimme ist der Countertenor Oscar Verhaar.

Die Vier haben verschiedene Kompositionen französischer und italienischer Komponisten im Gepäck. Damals war es üblich, dass sich Komponisten Stücke von anderen Musikern vornahmen und sie nach Lust und Laune umarbeiteten oder verzierten, quasi adaptierten und neu arrangierten. Die Hofkapelle zelebriert das eindrucksvoll und in atemberaubender Virtuosität. Wunderbar etwa die nächtliche Serenade des schmachtenden Liebhabers und die schrille Antwort „Che rumore sento fuore?“ der aus dem Schlaf gerissenen Angebeteten. Das Publikum ist angetan und spendet am Ende riesigen Applaus.

Von Regine Buddeke

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