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Hohe Strafe nach Kokain-Deal mit Polizeispitzel

Drogen-Prozess in Neuruppin Hohe Strafe nach Kokain-Deal mit Polizeispitzel

Wegen gemeinschaftlichen Drogenhandels hat das Landgericht Neuruppin am Freitag Frank G., einst Mitglied der Neuruppiner XY-Bande, zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und neun Monaten verurteilt. Sein Komplize soll für drei Jahre und neun Monate hinter Gitter. Die Männer waren im März 2015 beim Verkauf von 500 Gramm Kokain auf frischer Tat ertappt worden.

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Das Landgericht unter Vorsitz von Richter Udo Lechtermann (M.) ist von der Schuld der beiden Angeklagten überzeugt.

Quelle: Andreas Vogel

Neuruppin. Wegen gemeinschaftlichen Drogenhandels hat das Landgericht Neuruppin am Freitag Frank G. (49), einst Mitglied der Neuruppiner XY-Bande, und seinen Komplizen Torsten S. (35) zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Frank G. soll für vier Jahre und neun Monate ins Gefängnis, Torsten S. für drei Jahre und neun Monate. Sie waren beim Verkauf von 500 Gramm Kokain im März vergangenen Jahres auf frischer Tat in Berlin ertappt worden. Denn beim vermeintlichen Käufer handelte es sich um einen Lockspitzel der Polizei.

Lockspitzel brauchte wenig Überredungskunst

Im Gegensatz zur Verteidigung hat das Gericht unter Vorsitz von Udo Lechtermann kein Problem mit dem Einsatz des Lockspitzels. Frank G. sei von Anfang an bereit gewesen, das Geschäft mit dem „Agent Provocateur“ einzugehen und musste nicht überredet werden, so das Gericht. Dabei sei Frank G. schon zweimal wegen Drogenhandels verurteilt worden und stand noch unter Bewährung. „Da muss man erwarten, dass er die Finger von dem Zeug lässt“, betonte Lechtermann. Stattdessen habe Frank G. „erhebliche kriminelle Energie“ für den verabredeten Drogendeal aufgewendet. Er habe Handys besorgt und sich um das Hotelzimmer in Berlin gekümmert, in dem die Übergabe stattfinden sollte. Strafmildernd wertete das Gericht das frühe Teilgeständnis von Frank G., dass das Kokain nicht an den Mann gebracht wurde und dass ein Lockspitzel im Einsatz war. Zudem sei der 49-Jährige „haftempfindlich“, da er vor wenigen Monaten zum zweiten Mal Vater geworden ist.

Weil Torsten S. an der Planung des Deals nicht beteiligt war, erhielt er eine geringere Strafe. Allerdings vermutet das Gericht, dass S. die Drogen von einem Lieferanten in Berlin abgeholt und gestreckt hat. Deshalb wurde er als Mittäter verurteilt. Strafmildernd wertete das Gericht, dass S. seinerzeit kokainabhängig war.

Woher das Kokain kommt, blieb unklar

Nicht aufklären konnte die Strafkammer, woher das Kokain eigentlich stammt und warum lediglich 500 Gramm verkauft werden sollten. Denn vereinbart hatte der Kronzeuge mit Frank G. den Kauf von drei Kilo Kokain zum Preis von 41 000 Euro je Kilo.

Die Verteidigung kündigte noch im Gerichtssaal an, Revision gegen die Urteile einzulegen. Damit muss sich der Bundesgerichtshof mit dem Verfahren beschäftigen. Anwältin Marlen Block hält vor allem die Art des Lockspitzeleinsatzes für nicht zulässig. Denn unklar ist, ob und welche Vorteile dem Kronzeugen versprochen wurden, wenn er sich als Lockspitzel betätigt. Der Mann saß in Aachen wegen des Verdachts räuberischer Erpressung in Untersuchungshaft und lebt jetzt in einem Zeugenschutzprogramm. Wann der Prozess in Aachen beginnt, ist offen.

Die Anklage ist mit dem Strafmaß in Neuruppin ebenfalls nicht zufrieden. „Es liegt deutlich unter unserem Antrag“, sagte Staatsanwalt Peter Graupner. Er hatte für Frank G. eine Freiheitsstrafe von sieben Jahren und sechs Monaten gefordert, für Torsten S. fünf Jahre und neun Monate.

Von Andreas Vogel

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