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Ostprignitz-Ruppin Holz verrät viele Details
Lokales Ostprignitz-Ruppin Holz verrät viele Details
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15:45 02.08.2017
Der Bodendenkmalpfleger Manfred Teske vermittelte für den Verein Kirche und Dorf Läsikow dendrochronologische Untersuchungen. Dazu diente diese Holzscheibe. Quelle: Foto: Wolfgang Hörmann
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Läsikow

Beim jüngsten Sonntagskonzert von Künstlern der Kammeroper Schloss Rheinsberg gab es im anschließenden „gemütlichen Teil“ für Interessierte auch noch eine kleine Geschichtsstunde als Zugabe. Dafür gesorgt hatte der langjährige Bodendenkmalpfleger Manfred Teske aus Wusterhausen. Im Gemeindehaus des Rundlingdorfes fand er interessierte Zuhörer. Die Unterhaltung drehte sich vor allem um eine etwa sechs Zentimeter dicke Scheibe aus Holz, gespickt mit Stecknadeln. Ihre bunten Köpfe markierten Zeitepochen, ablesbar anhand von Jahresringen. Manfred Teske erläuterte dazu, was er bereits am Ende des vergangenen Jahres zur „Altersbestimmung einer Holzprobe aus der Kirche“ aufgeschrieben hatte. Vorgenommen wurde die dendrochronologische Untersuchung im archäologischen Institut Berlin nach Vermittlung von Seiten des archäologischen Landesmuseums in Wünsdorf. Der Verein Kirche und Dorf Läsikow hatte sich hilfesuchend an den Wusterhausener gewandt, wohl wissend, dass er zu beiden Institutionen gute Kontakte pflegt. Die Verbindungen hatten sich zuvor schon bei einer ähnlichen Aktion zur Kirche in Rehfeld bewährt.

Manfred Teske gab dendrochronologische Untersuchung in Auftrag

In Läsikow stammt die abgeschnittene Holzscheibe vom Eichenkantholz aus der Mitte des 17. Jahrhunderts. Die Expertise geht davon aus, dass der Baum für den Sparren um 1643 gefällt oder verarbeitet wurde. Manfred Teske schreibt dazu: „Da der Balken hoch oben im heutigen Dachstuhl lag, kann angenommen werden, dass selbiger von einem früheren Kirchendachstuhl stammt.“ Heimatfreunde hätten ihn wohl für die Nachwelt aufbewahren wollen. Da die Kirche schon im 14. Jahrhundert erbaut sein dürfte, müsste ihr erstes Dach also nach etwa 300 Jahren erneuert worden sein und das gesicherte Relikt davon abstammen. Die Jahresringe der Holzprobe zeigen in der Breite eine außergewöhnliche Abnahme. Die amtlich festgestellte Altersdatierung des Holzes mit dem Fälldatum um 1643 geht von einem Gedeihen des Eichenbaumes ab 1526 aus. „Den Jahresringen nach zu urteilen, muss es nach gut 50 Jahren Wachstum zu einer erheblichen Klimaverschlechterung gekommen sein. Die Temperaturen sanken, die Sommer wurden immer kälter oder kürzer, so dass die letzteren 50 Ringe mit bloßem Auge kaum noch zu sehen sind“, konstatiert Manfred Teske. Diese Annahme passe zu jüngeren archäologischen Erkenntnissen der Wissenschaft, dass zu den Hungersnöten des 30-jährigen Krieges auch eine Klimaverschlechterung beitrug.

Von Wolfgang Hörmann

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