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Ostprignitz-Ruppin Holzcontainer aus Neuruppin für Flüchtlinge
Lokales Ostprignitz-Ruppin Holzcontainer aus Neuruppin für Flüchtlinge
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00:41 17.09.2015
Firmenchef Martin Opitz zeigte gestern der Bundestagsabgeordneten Kirsten Tackmann, wie die Holz-Container aussehen werden. Quelle: Peter Geisler
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Neuruppin

Beim Innenministerium von Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf wartet man bereits sehnsüchtig auf die Pläne aus Neuruppin. Immerhin sind in dem Bundesland in der vergangenen Woche allein innerhalb von drei Tagen mehr als 7000 Asylbewerber angekommen.

Martin Opitz, aus Köln stammender Geschäftsführer der Firma Opitz-Holzbau in Neuruppin, feilt deshalb weiter an seinen Plänen für eine Art von Holzcontainern, in denen Flüchtlinge untergebracht werden können. Die einfach zusammensetzbaren Module sollen aus Holz bestehen, ebenso wie die geplanten Küchen- und Toilettencontainer. „Geredet wurde lange genug, wir müssen endlich auch in die Gänge kommen“, sagt Opitz am Montag. „Ich bin an ihrer Seite“, betont Kirsten Tackmann. Die Bundestagsabgeordnete (Linke) aus Tornow bei Kyritz hatte kurzfristig um einen Termin bei Opitz-Holzbau gebeten, um mehr von dem Projekt zu hören, von dem sie aus der MAZ erfahren hatte.

Holzhäuser aus Neuruppin gingen auch in die Türkei

Das Unternehmen baut schon länger Unterkünfte für Flüchtlinge und Notleidende. Auslöser dafür war das große Erdbeben von Gölcük in der Türkei, bei dem 1999 mehr als 17 000 Menschen starben und fast 49 000 verletzt wurden. „Wir haben damals den Hilfsverein ’Ein Dach über dem Kopf’ gegründet und durch Spenden der Mitarbeiter, die unentgeltlich gearbeitet haben, gut 20 Holzhäuser in die Türkei schicken können“, erzählt Opitz. Auch für die Hansestadt Hamburg hat das Unternehmen gerade erst eine Flüchtlingsunterkunft gebaut. Angesichts des anhaltenden Flüchtlingsstromes hatte Opitz die Idee für die Holzcontainer, die wahlweise Platz für drei oder vier Personen bieten und gut 11 000 Euro kosten.

Abgeordnete will die Werbetrommel rühren

„Das ist ein sehr wichtiges Projekt“, sagt Politikerin Tackmann. Sie will für die Holzcontainer auf allen Ebenen die Werbetrommel rühren, beim Bund, bei den Landtagsabgeordneten und den Ministerien in Potsdam. Immerhin stellt die Bauordnung den Unternehmer immer wieder vor ungeahnte Probleme. „Wir haben 16 Bauordnungen in Deutschland. Jedes Bundesland hat eine eigene“, kritisiert der Geschäftsmann. So dürfen Holzhäuser in Brandenburg eigentlich nur dreigeschossig sein, in Berlin gibt es inzwischen auch Sechsgeschosser. Indes dürfen Holzhäuser in der Schweiz sogar 20 Geschosse haben. Tackmann will auch das Thema der unterschiedlichen Bauordnungen aufgreifen. „Ich bin ein Fan des Baustoffes Holz“, bekennt die Abgeordnete. „Holz ist viel zu wertvoll, um es nur zu verbrennen.“

Tackmann hofft, dass mit dem Projekt von Opitz gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden können: Zum einen könnten schnell Unterkünfte für Flüchtlinge entstehen, zum anderen wird das Bauen mit Holz gefördert. Firmenchef Opitz denkt inzwischen schon wieder weiter. Er wollte sich am Montag mit Architektur-Studenten aus Potsdam treffen. Diese sollen prüfen, wie die Holzcontainer genutzt werden können, wenn sie in ein paar Jahren nicht mehr als Flüchtlingsunterkunft gebraucht werden.

Von Andreas Vogel

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