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Ostprignitz-Ruppin Holzhausen: Zu viele Fehler im Plan
Lokales Ostprignitz-Ruppin Holzhausen: Zu viele Fehler im Plan
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00:29 24.08.2015
Im Kyritzer Ortsteil will man nicht noch mehr Windräder. Quelle: Alexander Beckmann
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Holzhausen

Der Kyritzer Ortsteil Holzhausen will zusammen mit der Stadt Widerstand leisten. Es geht um den Regionalplan Windenergie. Der soll klären, wo im Nordwesten Brandenburgs künftig noch Windräder aufgestellt werden dürfen. Und mit dem aktuellen Entwurf sind die Holzhausener nicht einverstanden.

Das Windeignungsgebiet südlich des Dorfes soll erweitert werden. In Holzhausen bezweifelt man aber, dass wirklich alle Kriterien, die dem entgegenstehen könnten, ausreichend Beachtung fanden. Die Stadt Kyritz soll Widerspruch gegen die Pläne einlegen.

Aus der Stadtverordnetenversammlung und aus dem Rathaus bekommt das Dorf dabei Rückendeckung. Die Stadt hat ein Planungsbüro aus Blumenthal beauftragt, den Planentwurf auf Fehler abzuklopfen. Bei der Sitzung des Holzhausener Ortsbeirates am Donnerstag stellte Frank Gemmel die Ergebnisse seiner Prüfung vor.

Grundsätzlich sei der Plan eine gute Sache, so Gemmel: „Ohne Regionalplan kommt die Region nicht klar, weil dann laut Gesetz überall im Außenbereich gebaut werden dürfte. Das will keiner.“

Allerdings weise der Plan in seiner jetzigen Fassung Schwächen auf, die seine künftige Rechtssicherheit in Frage stellen könnten. Das beginne bei formalen Festlegungen wie beispielsweise der, dass ein Windeignungsgebiet mindestens 100 und höchstens 750 Hektar groß sein soll. Das werde weder rechtssicher begründet, noch halte sich der Plan selbst an diese Vorgaben. Auf die Mindestgröße von 100 Hektar sollte man aber unbedingt bestehen: „Sonst kommt es dazu, dass wir viele kleine Gebiete kriegen. Glauben Sie mir: Das ist nicht besser!“

Widersprüchlich sei auch der Umgang mit den schon bestehenden Windkraftanlagen: Mal seien sie berücksichtigt, mal nicht. So kommt es dazu, dass durch die zum Teil geplante Verschiebung von Windeignungsgebieten die mögliche Zahl von Windräder deutlich steigt: Neue Flächen werden freigegeben, während die alten Anlagen Bestandsschutz genießen – unter Umständen noch über Jahrzehnte und mit gravierenden Folgen nicht nur fürs Landschaftsbild. Diese Sorge treibt nicht allein die Holzhausener um. „Wir müssen der Regionalen Planungsgemeinschaft klar machen, dass die Bestandsanlagen vorhanden sind. Man kann sie sehen, man kann sie anfassen. Also sollte man sie im Plan auch berücksichtigen“, sagte Frank Gemmel.

Ebenso hält er die Beachtung des Artenschutzes im Planentwurf für fragwürdig. Die verwendeten Daten seien zum Teil veraltet. Das aktuelle „Helgoländer Papier II“ zum wissenschaftlichen Stand in Sachen Vogelschutz finde gar keine Berücksichtigung. „Zum Beispiel wird der Rotmilan bei der Planung in Brandenburg nicht beachtet, obwohl er eindeutig durch Windkraftanlagen gefährdet ist.“

In dem Zusammenhang hat die Stadt Kyritz den Dranser Ornithologen Jürgen Kaatz mit einer Bestandsaufnahme eventuell gefährdeter Vogelarten im Bereich des Windparks zwischen Holzhausen und Zernitz beauftragt. Bauamtsleiterin Angela Schulz rief die Holzhausener auf, zur Erfassung beizutragen: „Wir sind für jede Information dankbar, die Sie aus Ihrem Erfahrungsstand übermitteln können.“

Weitere im Planentwurf bemängelte Punkte betreffen den Landschaftsschutz und das gar nicht erwähnte militärische Nachtflugsystem.

Die Stadt Kyritz will all dies in ihre Stellungnahme zum Entwurf des Regionalplans aufnehmen. „Wir hoffen, dass wir die Erweiterung des Windeignungsgebietes zumindest minimieren können“, sagte Holzhausens Ortsvorsteher Andreas Lange. Dass die Stadt dazu Experten herangezogen hat, lobte er ausdrücklich. „Die Kommune tut, was sie kann. Von daher sind die Chancen vielleicht gar nicht so schlecht.“

Von Alexander Beckmann

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