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Ostprignitz-Ruppin Holzhausener Kinder entdecken die Natur
Lokales Ostprignitz-Ruppin Holzhausener Kinder entdecken die Natur
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00:17 23.06.2016
Erik, Nils, Pia, Melina und Shenaya (v.l.) probieren zusammen mit der Kitaleiterin Romy Lomnitz die ersten Kirschen vom Baum, der auf dem Spielplatz steht. Quelle: André Reichel
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Holzhausen

Ausgelassen toben die Kinder auf dem Spielplatz der Kita „Sonnenschein“ in Holzhausen herum. Es gibt für die aufgeweckten Knirpse viel zu entdecken. Auf dem Gelände stehen uralte Obstbäume, die noch aus jenen Zeiten stammen, als das jetzige Kitagebäude noch Dorfschule war. In einem Apfelbaum bemerkten einige Kinder einen Hohlraum. Sofort war die Neugier der Kleinen geweckt, doch das in anderthalb Metern Höhe befindliche Loch im Stamm ist für sie unerreichbar. Die Kitamitarbeiterin Julia Büttner, die diese Kindergruppe betreute, holte einen Löffel aus der Küche, während die Kinder ungeduldig mit kleinen Eimern bewaffnet neben dem Apfelbaum warteten.

Dann machte sich Julia Büttner schließlich ans Werk und löffelte eine beachtliche Menge Humus aus dem Loch, der sich im Laufe der Zeit im hohlen Stamm gebildet hatte. Die kleinen Forscher untersuchten den Eimerinhalt ganz genau. Es fanden sich allerhand Insektenlarven und einige Würmer darin. Berührungsängste gegenüber dem Getier waren den Kindern fremd.

Lennard, Leoni und Rico (v.l.) gießen die Pflanzen im Hochbeet. Quelle: André Reichel

Derweil bemerkten die Kinder Erik, Nils, Pia, Melina und Shenaya, dass im Baum nebenan die Kirschen rot werden. Die unerreichbar hoch am Baum hängenden Früchte üben eine magische Anziehungskraft auf die Kleinen aus. Kitaleiterin Romy Lomnitz pflückt einen kleinen Zweig ab und reicht ihn an die Kinder weiter. Das Staunen war nur kurz, dann wurde probiert. „Ganz reif sind sie noch nicht“, stellte die kleine Pia fest, nachdem sie eine Kirsche probiert hat.

Auf Rollerfahren verzichten Lennard, Rico und Leoni gern, als es hieß, die Pflanzen in den Hochbeeten zu gießen. Den Kohlrabi und die Radieschen haben die Kinder selbst ausgesät. Nun beobachten sie fast täglich, wie das Gemüse wächst. Ihr Spielzeug lassen die kleinen Naturforscher und Gärtner oft links liegen, wenn es draußen im Freien wieder einmal was zu entdecken gibt. „Wir legen viel Wert darauf, dass die Kinder die Natur ihrer Heimat kennen und schätzen lernen“, sagte Romy Lomnitz. Naturnähe gilt in der Holzhausener Kita als wichtiger Punkt im Konzept und deshalb werden auch so viele Aktivitäten wie nur möglich nach draußen verlagert, und das nicht nur im Sommer. Im Herbst werden die Früchte der Obstbäume geerntet und auch gegessen. Basteln mit Kastanien, Eicheln und Laubblättern steht ebenfalls hoch im Kurs. Selbst im Winter ist der Forscherdrang der Kleinen nicht zu bremsen, wenn sie auf Feld und Flur auf Tierspurensuche gehen.

Kinder sind begeisterte Naturforscher

Ob die Kinder damals auch schon solch begeisterte Naturforscher waren, als der Kindergarten 1972 eröffnet wurde, ist nicht überliefert. Vordem waren die 14 Kinder des Dorfes in einer zum Kindergarten umfunktionierten Schnitterkaserne am Gutshof provisorisch untergebracht. Die Zeit nach der politischen Wende, als die Geburtenzahlen stark zurückgingen, überstand die nun Kita genannte Einrichtung recht gut. „Die Gemeinde und die im Ort ansässigen Firmen standen immer hinter der Kita und unterstützten uns. Das ist auch heute noch so“, sagte Romy Lomnitz, die seit zehn Jahren die Kita leitet. Außer der Kitaleiterin arbeiten noch Julia Büttner und Petra Schulz dort als Erzieherinnen.

Den Namen „Sonnenschein“ bekam die bis dahin namenlose Kindertagesstätte nach mehrwöchigen Renovierungsarbeiten bei der Einweihungsfeier im Oktober 1998. Heute haben bis zu 24 Kinder Platz in der seit Jahren immer voll ausgelasteten Holzhausener Kita. Diese kommen nicht nur aus dem Dorf selbst, sondern auch aus vielen umliegenden Orten und sogar aus ­Kyritz.

Von André Reichel

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