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Holzhausener Paar seit 65 Jahren glücklich

Eiserne Hochzeit Holzhausener Paar seit 65 Jahren glücklich

Elfriede und Ludwig Seperant aus Holzhausen können ihr Glück kaum fassen. Die beiden Holzhausener hatten das seltene Glück, ihren eisernen Hochzeitstag im Kreis der Familie und mit Freunden genießen und ausgiebig feiern zu können. Das Paar hat vier Kinder, acht Enkel und elf Urenkel.

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Elfriede und Ludwig Seperant feierten ihren eisernen Hochzeitstag.

Quelle: André Reichel

Holzhausen. Ein seltenes Ehejubiläum feierten Elfriede und Ludwig Seperant aus Holzhausen. Das eiserne Hochzeitspaar schloss am 15. Januar 1951 den Bund fürs Leben. „Das wir das erleben dürfen, hätten wir uns beide nicht träumen lassen“, sagte Elfriede Seperant überglücklich. Die Festgesellschaft damals war nicht gerade klein, erinnert sich das eiserne Paar. Das Foto mit allen Gästen, aufgenommen vor dem Haus, in dem die Jubilare noch heute leben, hängt im Wohnzimmer.

Am Jubiläumstag vor einer Woche blieb das Paar allein zu Hause, ganz und gar ohne Trubel und Gratulanten. Dafür feierten Seperants dann am Wochenende in der Gaststätte gleich nebenan. „Dort haben wir schon seit jeher alle größeren Familienfeste gefeiert“, berichtet Elfriede Seperant. Gut 40 Gäste ließen das eiserne Paar hochleben. Der überwiegende Teil waren Familienangehörige. Das Jubiläumspaar hat vier Kinder, acht Enkel und elf Urenkel.

Das Paar lernte sich in Holzhausen im Oktober 1948 während einer Hausschlachtung kennen, bei der beide halfen. Ludwig Seperant kam in jenen Tagen aus der Kriegsgefangenschaft und fand als Fleischer bei seinem Cousin, der im Dorf eine Fleischerei betrieb, eine Bleibe. Elfriede und Ludwig Seperant fanden Gefallen aneinander und wurden bald ein Paar. Dass sich die beiden überhaupt begegneten, ist dem Zufall geschuldet, denn sie stammten aus weit voneinander entfernten Orten.

Verwandte in Streckenthin bei Pritzwalk

Elfriede Seperant erblickte im Jahr 1933 in der Provinz Buchenland in Rumänien das Licht der Welt. 1940 zogen ihre Eltern mit ihr und ihren drei Geschwistern nach Deutschland in den damaligen Warthe-Gau. Als der Krieg 1945 dort Einzug hielt, floh die Familie und kam vorerst in Baruth unter. „Mein Vater hatte Verwandte in Streckenthin bei Pritzwalk. Die vermittelten uns einen Bauernhof in Holzhausen, den meine Eltern 1948 kauften“, erzählte Elfriede Seperant.

Ludwig Seperant wurde im Jahr 1924 in Groß Damme im Kreis Meseritz im heutigen Polen geboren. Nach der Schulzeit machte der heute 91-Jährige eine Fleischerlehre. „Als ich ausgelernt hatte, freute ich mich darauf, endlich etwas Geld zu verdienen, doch dann wurde ich mit 18 Jahren auch schon in den Kriegsdienst einberufen“, sagte Ludwig Seperant mit einer gewissen Bitternis. Ludwig Seperant durchlitt die Härten der Ostfront und kämpfte unter anderem auf der Krim und auch vor Stalingrad und wurde später an die Westfront nach Frankreich an die Atlantikküste geschickt, wo er 1944 in französische Kriegsgefangenschaft geriet. Viele seiner Mitgefangenen sind dort im Lager elend umgekommen, erinnert sich Ludwig Seperant: „Ich hatte scheinbar immer einen Fingerhut voll Glück und alles überstanden.“

Als Ludwig Seperant 1948 aus der Kriegsgefangenschaft entlassen wurde und in Holzhausen ankam, begann schließlich der gemeinsame Lebensweg mit seiner Frau Elfriede. Beide arbeiteten bis 1960, als in Holzhausen die Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft gegründet wurde, auf dem Bauernhof von Elfriede Seperants Eltern mit. Ludwig Seperant war dann wieder als Fleischer in Neustadt und in Kyritz tätig. Seine Frau arbeitete in der Küche der Kyritzer Großgärtnerei in der Pritz­walker Straße. Als dann 1979 in Kyritz die „Kaufhalle Mitte“, der heutige Supermarkt Kersten, eröffnet wurde, bekamen beide dort einen Arbeitsplatz und blieben dort bis zur Rente.

Langweilig wurde es dem Paar auch als Rentner nie. „Unser Garten ist groß und es gab dort immer etwas zu tun“, sagte Ludwig Seperant. Vor zwei Jahren gab das Paar aus gesundheitlichen Gründen das Gärtnern schweren Herzens auf. Auch das Reisen, das die beiden Holzhausener nach der politischen Wende 1989 für sich entdeckten, ist deshalb nicht mehr möglich. Das Paar ist dennoch zufrieden, denn schließlich haben sie sich und können auf ein langes gemeinsames Leben zurückblicken.

Von André Reichel

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