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Ostprignitz-Ruppin Hootin’ the Blues im Kornspeicher Neumühle
Lokales Ostprignitz-Ruppin Hootin’ the Blues im Kornspeicher Neumühle
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00:27 11.11.2015
Im Blues-Rausch: Günther Leifeld-Strikkeling, Gerd Gorke, Rupert Pfeiffer. Quelle: Regine Buddeke
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Alt Ruppin

Die Mundharmonika ist für den Blues das Salz in der Suppe. Gerd Gorke hat etliche davon im Gepäck, der Musiker zählt in Deutschland zu den Koryphäen auf dem Instrument, das sich dem Blues verschrieben hat wie kein anderes. „Unsere tragische Figur“, lästert Bandkollege Rupert Pfeiffer liebevoll. „Seit 30 Jahren spielt er wie der Teufel Mundharmonika. Und alles, woran die Leute sich erinnern ist: Ach, das ist ja der mit dem Huhn.“ Kein Wunder, es ist zu köstlich, wenn Gorke auf der Bühne auf und abflattert und die Mundi mal hysterisch gackert, mal aufgeplustert kräht. Das hat er auch schon vor zwei Jahren zelebriert, als „Hootin’ the Blues“ im Kornspeicher Neumühle auftrat.

„Ich kenne Günther schon mehr als 35 Jahre, das steht sogar in meiner Stasi-Akte“, erklärt Gastgeber Manfred Neumann, warum die Musiker bereits zum fünften Mal in Neuruppin das Publikum von den Sitzen reißen. In diesem Jahr hat Neumann seine Publikumslieblinge eingeladen. Die drei Männer, die sich der „Goodtime Music“ – so heißt der Mix aus Country-Blues, Hillbilly, Bluegrass und Western Swing – verschrieben haben, dürfen da nicht fehlen. Wie kaum anders zu erwarten, ist das Konzert am Freitagabend ausverkauft – auch Bundes-Bildungsministerin Johanna Wanka gehört zur Gästeschar.

Lange brauchen die drei Musiker nicht, ihr Publikum zum Stampfen, Johlen, Klatschen – das nämlich bedeutet „hootin“ – zu animieren. Der Boden bebt Minuten nach dem Start des „Blues Trains“, der ratternd über die imaginären Gleise donnert und immer mehr an Fahrt gewinnt. Nicht zuletzt durch die wechselnden Gitarren, die Günther Leifeld-Strikkeling meisterhaft am Kochen hält. Die Lap-Steel – eine Schoßgitarre – imitiert das heisere Pfeifen der Dampflok so grandios, dass man sich nur zu leicht in Mississippi, Alabama oder Louisiana wähnt, wo diese Art Musik ihre Wurzeln hat. Die Mannen von „Hootin’ the Blues“ können ein Lied davon singen – 2009 gewannen sie die deutsche Blues-Challenge und damit eine Fahrkarte nach Memphis. Und tauchten einmal mehr in den Sog der Klänge, die so wunderbar melancholisch und großartig wild klingen können. Das Virus geben die drei mit ihrem lustvoll-lockeren Spiel ans Publikum weiter: „Get your kicks on Route sixty-six“, singt es, oder „I’m rolling on“. Junior Parkers „Mystery train“ gehört ebenso zu den Standards, dazwischen ein paar sanfte Balladen zum Wieder-Runter-Kommen. Die drei Musiker singen mal allein, mal dreistimmig – die Stimmen passen so virtuos zum Blues wie die Mundis in das Halfter, das Gerd Gorke a la Revolverheld um die Hüften geschnallt hat, die er dann und wann kreisen lässt. Wenn er nicht gerade vor seinem Gitarristen in die Knie sinkt, um per Mundi den irrwitzigen Riffs der Dobro-Gitarre huldigt, die manches Mal fast wie eine Balalaika hyperventiliert.

„Wir lieben die kleinen Clubs“, so Gorke, der immer wieder gern nach Neumühle kommt. Mit alten Hits und neuen – viele selbst geschrieben, viele gecovert. „Wir entscheiden auf der Bühne, was wir spielen wollen“, so der Mundi-Mann, der mit der Band gerade an der fünften CD arbeitet. Das Publikum ist hin und weg und ruft lauthals nach Zugaben – drei bekommt es, dann darf DJ Freese ans Pult.

Von Regine Buddeke

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