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Ostprignitz-Ruppin Horst und Helga Paaschen sind fest verwurzelt
Lokales Ostprignitz-Ruppin Horst und Helga Paaschen sind fest verwurzelt
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00:17 19.10.2016
Helga und Horst Paaschen leben gern in ihrem Bauernhaus in Papenbruch. Quelle: Christamaria ruch
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Papenbruch

Spielen auf der Straße oder mit dem Schlitten vom Rodelberg bis hinunter zur Straße, das erlebte Horst Paaschen während seiner Kindheit in Papenbruch. Heute sieht das anders aus: Längst ist die Pflasterstraße asphaltiert, viele Lkw schlängeln sich entlang und verwandeln die Wege der Kindheit in unsichere und gefährliche Abschnitte.

Doch der 78-jährige Horst Paaschen sieht diese Entwicklung nüchtern: „Jede Zeit hat sein Eigenes.“ Er lebt mit seiner zwei Jahre jüngeren Frau Helga in dem Haus seiner Kindheit und setzt in dritter Generation das Familienerbe väterlicherseits fort. Sein Großvater legte den Grundstein - seit 1860 steht das stattliche Bauernhaus im Dorf. Helga Paaschen stammt aus dem Nachbardorf Liebenthal und fühlt sich nach mehr als einem halben Jahrhundert längst als Papenbrucherin. Zwei Töchter gehören zur Familie, außerdem drei Enkel und zwei Urenkel. Eine Tochter und Enkeltochter leben als Generation vier und fünf im Haus.

Der Buschbackofen ist älter als Horst Paaschen. Quelle: Christamaria Ruch

Die einstige Dorfschule lag in der Nachbarschaft – Horst Paaschen besuchte die Klassen eins bis fünf im Ort. „Als ich in die 6. Klasse wechselte, bin ich ein viertel Jahr täglich zu Fuß nach Heiligengrabe gelaufen“, erinnert er sich. Dieser Weg war mühsam und deshalb wechselte er mit zwei Mitschülern aus Papenbruch nach Wittstock. „Der Elektriker aus dem Dorf hat uns mit dem Auto mitgenommen; wir sind auch mit dem Rad gefahren, aber im Winter haben wir zu dritt bei Lehrer Köppen privat logiert“, sagt Horst Paaschen. Damals wie heute war eine Ummeldung der Wohnanschrift notwendig, um an einem anderen Ort die Schule zu besuchen.

Völkerball am Kriegerdenkmal

Zu Hause wartete viel Arbeit auf dem elterlichen Hof. 20 Hektar Landwirtschaft mit Milchkühen, Schweinen, Hühnern oder Pferden sorgten für rastloses Arbeiten. Dennoch fand Horst Paaschen mit anderen Kindern auch Zeit zum Spielen auf der Straße. „Völkerball am Kriegerdenkmal, Kreiseln oder Murmeln“, zählt Paaschen auf. Die Konfirmation fand für ihn wegen des Schulbesuchs in Wittstock statt. „Ich bin in Liebenthal konfirmiert“, sagt Helga Paaschen. Auch sie sieht noch die Kinderspiele vor Augen: Gummihopse oder Murmeln und Kreiseln. Die Straße durch Papenbruch war damals gepflastert, während der Weg in Richtung Liebenthal unbefestigt war. „In Papenbruch gab es einen Pflasterer, der hat bis zum Forsthaus Natteheide den Weg gepflastert“, sagt Horst Paaschen. Dabei half das Dorf im Rahmen von Arbeitseinsätzen mit.

„Früher gab es viele Hochzeiten mit einem Zug zur Kirche und später ging es mit Musik zur Gaststätte“, erinnert er sich. Kochfrauen bereiteten tagelang das Festmahl vor und verwendeten dabei Schweine oder Hühner vom jeweiligen Hof. „Heute ist das anders, man muss nur noch alles bestellen“, sagt Helga Paaschen. Beide arbeiteten in der Landwirtschaft, nach der politischen Wende gingen sie neue Wege.

30 Obstbäume bringen reiche Ernte

Auch heute legt das Ehepaar kaum eine Ruhepause ein. 30 Obstbäume bringen jedes Jahr reiche Ernte und gerade steuerten sie mehrfach eine Mosterei an. Die Backofenfeste auf ihrem Grundstück sind bei Freunden und Verwandten beliebt. „Der Buschbackofen ist älter als ich“, sagt Horst Paaschen. Blechkuchen oder Braten wandern hinein und sorgen dann für kulinarische Genüsse. Während des Gespräches im Wintergarten des Hauses sagen beide zufrieden: „Wir haben es wirklich schön hier.“

Von Christamaria Ruch

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