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Horste für Fischadler

Hilfreiche Naturschützer Horste für Fischadler

Naturschützer im Naturpark Stechlin-Ruppiner Land erneuern die Kunsthorste für Fischadler. Viele der großen Brutstätten der ersten Generation sind marode und müssen repariert oder erneuert werden. Die Kunsthorste haben zur Bestandsstabilisierung beigetragen.

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Fischadler bekommen ein neues Zuhause.

Quelle: Bernd Ewert

Neuruppin. Einst besiedelte der Fischadler weite Teile Europas. Doch durch menschliches Zutun waren zu Beginn des 20. Jahrhunderts viele Länder fischadlerfrei. In Deutschland blieben kleine Restvorkommen im Osten des Landes. Sie beschränkten sich auf Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg. Strenge Schutzmaßnahmen zeigten dann erste Erfolge bis die Verwendung des Pestizids DDT wiederum zu einem dramatischen Rückgang führte. Es traten vermehrt Unfruchtbarkeit und Dünnschaligkeit der Eier auf. Erst mit dem Verbot des Mittels in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts erholte sich der Bestand, wenn auch zunächst zögerlich.

In den Wäldern wurden Horstschutzzonen eingerichtet und ehrenamtliche Horstbetreuer eingesetzt. Auch die Wissenschaftler beschäftigten sich intensiver mit den Tieren, so dass Fischadler mittlerweile zu den am besten erforschten Vogelarten gehören. „Viele Erkenntnisse mussten nun revidiert werden“, sagt Bernd Ewert, Vorsitzender des Nabu-Kreisverbands Neuruppin. „Die Adler sind nicht so monogam, wie man dachte, ein Partnerwechsel ist nichts Ungewöhnliches.“ Auch über das Zugverhalten der Vögel gibt es heute wesentlich mehr Erkenntnisse. 2013 wurden im Land Brandenburg 368 Reviere erfasst. Zurzeit sind in Deutschland 600 Reviere besetzt, im Naturpark Stechlin-Ruppiner Land sind es 29. Rund fünf Prozent aller deutschen Fischadlerpaare brüten in dem Großschutzgebiet.

Die Nester der ersten Generation sind absturzgefährdet

Bereits vor der politischen Wende 1989 erkannten Revierförster wie Karl-Heinz Jaensch aus Zechlinerhütte, dass es notwendig ist, Hilfsmaßnahmen zu ergreifen. Sie errichteten die ersten Horstunterlagen. Auch der Neuruppiner Greifvogelexperte Henry Lange sowie Daniel Schmidt-Rothmund, Leiter des Vogelschutzzentrums Mössingen (Baden-Württemberg), machen sich um die Ausbreitung der Art verdient. Seit dem vergangenen Jahr werden verstärkt Kunsthorste ausgetauscht und neu errichtet. „Nach inzwischen mehr als 20 Jahren sind die Nester der ersten Generation absturzgefährdet und müssen repariert und erneuert werden“, sagt Bernd Ewert.

Daniel Schmidt-Rothmund errichtete in den vergangenen beiden Jahren zehn neue Brutstätten im Naturpark. Die Naturparkverwaltung bemüht sich um die Finanzierung durch Sponsoren. So übernahm die Rheinsberger Preußenquelle die Patenschaft und die Finanzierung von drei Kunsthorsten. Der Optimismus hält sich bei Naturschützern, wie Bernd Ewert allerdings in Grenzen, denn zu viele Gefahren lauern auf den Charaktervogel des Naturparks. Der Zug in die Winterquartiere ist gefährlich, intensive Forstwirtschaft erschwert die Nistplatzwahl und auch Windkraftanlagen fordern Opfer.

Von Cornelia Felsch

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