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Ostprignitz-Ruppin Hort Gildenhall wird viel teurer – und nicht nur der
Lokales Ostprignitz-Ruppin Hort Gildenhall wird viel teurer – und nicht nur der
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02:15 08.05.2017
Mit Millionenaufwand muss das Gebäude des Hortes in Gildenhall saniert werden – das Land erteilt für das marode Haus keine Betriebserlaubnis mehr. Mehrere Etagen waren seit Langem gesperrt. Quelle: Peter Geisler
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Neuruppin

Jetzt steht fest, was sich in den vergangenen Wochen schon abzeichnete: Der Umbau des Hortes in Gildenhall wird deutlich teurer als erwartet. Nach der Ausschreibung der ersten Aufträge hat sich gezeigt, dass die Firmen weit mehr Geld verlangen als die Planer bisher geschätzt hatten. Die Stadtverwaltung in Neuruppin rechnet inzwischen mit rund 20 Prozent höheren Kosten. Statt der bisher erwarteten 1,7 Millionen Euro wird der Umbau des denkmalgeschützten Schulhortes wohl wenigstens 2,04 Millionen Euro kosten. Diese Zahlen nannte Fred Müller, der das Projekt für die Stadt betreut, am Donnerstag im Bauausschuss.

„Das hat nichts mit einer Fehlplanung oder ähnlichem zu tun“, bemühte sich Baudezernent Arne Krohn sofort klarzustellen: „Das ist das Ergebnis der Ausschreibung.“ Die Zeiten, in denen sich Firmen beim Preis unterboten haben, um einen Auftrag zu bekommen, sind vorbei. Zurzeit geht es vielen Unternehmen so gut, dass sie es sich leisten können, mehr zu verlangen als früher. Das trifft alle Städte und Gemeinden im Land.

Auch private Bauherren sind betroffen

„Und nicht nur die Kommunen“, sagt der Geschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes Brandenburg Karl-Ludwig Böttcher. Aus eigener Erfahrung weiß er, dass private Bauherren oft noch größere Probleme haben; deren Bauvorhaben sind meist kleiner und für die Firmen weniger lukrativ. Böttcher: „Wer privat bauen will, finden manchmal gar keine Firma, die bereit ist, einen Auftrag zu übernehmen.“ Auch manche Gemeinde hat das schon zu spüren bekommen. „Wir haben bei den Ausschreibungen gemerkt, dass wir weniger Angebote erhalten als in den Jahren zuvor, extrem weniger“, bestätigt Fred Müller. „Und die, die kommen, sind zum Teil stark erhöht.“

„Dass die Preise anziehen, beobachten wir schon seit zwei Jahren“, sagt Böttcher. „Wenn die Preise steigen, ist das ist natürlich für die Wirtschaft sehr positiv“, sagt der Chef der obersten Interessenvertretung der märkischen Kommunen. Für viele Gemeinden ist die Folge der Entwicklung weniger positiv: Wenn alles teurer wird, können sie weniger bauen als sie vorhatten.

In manchen Regionen steigen die Preise noch mehr

Preissteigerungen von knapp 20 Prozent sind laut Städte- und Gemeindebund in Brandenburg gerade nicht ungewöhnlich. In manchen Regionen seien die Baupreise sogar um 30 oder mehr Prozent gestiegen.

Welche Preise wie stark anziehen, ist offenbar von Gewerk zu Gewerk verschieden. Für Maurer- und ähnliche Arbeiten am Hortgebäude in Gildenhall hatten die Planer ursprünglich die Kosten auf 250 000 Euro geschätzt. Doch die reichen hinten und vorne nicht, wie sich nach der Ausschreibug herausgestellt hat. „Den Bestbieter haben wir mit 349 000 Euro ermittelt“, sagt Fred Müller – das sind fast 40 Prozent mehr als bisher üblich waren. „Teilweise wurde sogar noch der doppelte Preis angeboten.“

Neuruppin kann mit mehr Fördermitteln rechnen

Die Sanierung des Hortes auf Eis zu legen kommt für Neuruppin nicht infrage. Das Gebäude ist in so miserablem Zustand, dass das Land auf einem Umbau besteht, wenn die Stadt das Haus künftig noch als Schulhort nutzen will. Der Umbau soll so schnell wie möglich passieren. Im April ist der Hort schon ins benachbarte Schulgebäude umgezogen, wo die Kinder auch nach dem Unterricht vorübergehend die Klassenräume nutzen können. Bis Ostern 2018 will die Stadt mit dem neuen Hort fertig sein.

Für den Umbau erwartet die Fontanestadt Fördermittel aus dem Leader-Programm der Europäischen Union. Verteilt wird das EU-Geld vom Land, und das habe schon zugesagt, die Fördermittel aufzustocken, sagt Müller. Neuruppin selbst muss laut Stadtverwaltung für den Hort Gildenhall rund 88 000 Euro mehr bezahlen. Allerdings gelten die höheren Baupreise ähnlich auch für alle anderen Vorhaben.

Von Reyk Grunow

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