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Hort-Sanierung mit Hindernissen

Gildenhall Hort-Sanierung mit Hindernissen

Trotz vieler Probleme in den ersten Monaten gehen die Bauarbeiten am Schulhort in Gildenhall jetzt voran. Seit April lässt die Stadt Neuruppin das völlig marode Gebäude des Hortes umbauen, nachdem das Land gedroht hatte, die Betriebserlaubnis zu entziehen. Im Sommer sollen die Kinder zurück in den erneuerten und dann größeren Hort ziehen können.

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Mit einer witzigen Tanzshow bedankten sich die Mädchen und Jungs aus dem Gildenhaller Hort bei Bauleuten und Planern.

Quelle: Peter Geisler

Gildenhall. Die Mädchen und Jungen können es kaum noch aushalten, bis ihr neuer Hort endlich fertig ist. „Kommt zu uns in den Hort am See“ singen sie in dem Song, den sie eigens für das Richtfest am Mittwoch selbst gedichtet hatten. Für die Bauarbeiter gab es eine imposante Show aus Tanz und Gesang. Und für die Kinder großen Beifall für die tollen Ideen.

Zurzeit sind die Hortkinder in Gildenhall in den Räumen der Schule untergebracht. Ihr eigener Schulhort ist eine riesige Baustelle. Seit April sind Baufirmen dabei, den alten Hort auf Vordermann zu bringen. Schon sehr lange war er in miserablem Zustand. Vielen Stadtverordneten war gar nicht bewusst, wie schlimm die Lage war – bis das Land gedroht hat, die Betriebserlaubnis zu entziehen, wenn die Stadt das Haus nicht endlich rundum saniert. Das Obergeschoss des Gebäudes war da schon seit Jahren gesperrt. Nun wird saniert – mit viel größerem Aufwand, als die Firmen ihn vorher erwartet hatten.

Die Schäden waren viel größer als erwartet

„Die Sub­stanz ist noch viel schlechter, als wir befürchtet hatten“, sagte Bürgermeister Jens-Peter Golde am Mittwoch. Natürlich hatten Fachleute die Wände und Fundamente vor Baubeginn untersucht. Doch immer dort, wo sie zum Beispiel das Mauerwerk geprüft haben, war alles in Ordnung. Dass vor Jahrzehnten neben den Ziegeln auch wenig tragfähiger Schlackebeton verarbeitet wurde, stellte sich erst viel später heraus. Auch der Zustand der Fundamente war viel schlechter als erhofft, teilweise hatten die Mauern gar keine.

Die Wände des denkmalgeschützten Gebäudes, das in den ­20er Jahren einmal als Atelierhaus für die Kunsthandwerkersiedlung gebaut worden war, mussten aufwändig von unten abgestützt werden. Meter für Meter haben die Arbeiter unter den Wänden den Boden ausgeschachtet und ein völlig neues Fundament druntergesetzt. Das ging nur langsam, um das Haus nicht noch zusätzlich zu gefährden. Hinzu kam, dass der Boden wenig tragfähig ist.

Den größten Teil der Baukosten übernimmt die EU

Um das Gewicht der Mauern abfangen zu können, mussten die Arbeiter bis zu 4,60 Meter tief in die Erde graben. Der heftige Regen im Sommer und der hohe Wasserstand des Ruppiner Sees machte den Handwerkern zu schaffen. Überall gab es Probleme, die so niemand erwartet hatte. Zeitweise schienen die Arbeiten kaum voranzugehen – zumindest war vom Baufortschritt wenig zu sehen, räumte Andreas Nisse vom Planungsgbüro IBS aus Hoppegarten ein, das den Umbau für die Stadt Neuruppin geplant hat und betreut: „Die größten Probleme waren für uns das Unterfangen des Mauerwerks und die Feuchtigkeit.“ Inzwischen haben die Firmen beides im Griff und es geht auch sichtbar schneller voran. Der Dachstuhl im Anbau ist fertig; für Mittwoch hatte die Stadt zum Richtfest geladen. 

Bis zum Winter soll alles soweit sein, dass die Arbeiter auch bei Frost im Inneren der Gebäude weiterarbeiten können. Im April sollen die Arbeiten dann aller Voraussicht nach beendet sein. Die Stadt Neuruppin rechnet zurzeit mit Kosten von 2,03 Millionen Euro, der größte Teil davon kann mit Fördermitteln aus dem Leader-Programm der EU bezahlt werden. Eröffnet wird der neue Hort für 100 Kinder wahrscheinlich im Sommer 2018.

Von Reyk Grunow

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