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Ostprignitz-Ruppin Hort in Gildenhall: Das wahre Grauen
Lokales Ostprignitz-Ruppin Hort in Gildenhall: Das wahre Grauen
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02:16 23.10.2015
Platz gibt es in Gildenhall eigentlich reichlich. Viele Räume sind wegen ihres miserablen Zustands aber gesperrt und dienen nur als Lager für Stühle. Quelle: Peter Geisler
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Gildenhall

Hannelore Gußmann ist doppelt entsetzt. Entsetzt zum einen vom katastrophalen Zustand des Hortgebäudes in Gildenhall. Entsetzt zum anderen von sich selbst. Seit Jahren ist die SPD-Abgeordnete Vorsitzende des Neuruppiner Sozialausschusses. „Ich verstehe gar nicht, dass ich das so lange nicht wahrgenommen habe“, sagte sie am Dienstag nach einem ersten Rundgang durch das Haus – sichtlich schockiert.

Die Schulsprecherin Manuela Brauer hatte zu der Besichtigung eingeladen. Neben Hannelore Gußmann kamen der Stadtverordnetenvorsteher Gerd Klier (Linke) und Vertreter der Stadtverwaltung. Die Stadtverordneten wollten sich selbst ein Bild machen, ob die Eltern mit ihrem massiven Protest für eine sofortige Sanierung des Hortes übertreiben. In der Stadtverordnetenversammlung vor einer Woche hatten Mütter und Väter eine Liste mit 1500 Unterschriften für den Erhalt des Schulhortes in Gildenhall vorgelegt.

Schon von außen ahnt man, wie marode das Haus in Gildenhall ist. Quelle: Peter Geisler

Der Hort in Gildenhall ist im einstigen Ausstellungspavillon untergebracht, der für die Handwerkersiedlung Gildenhall in den 20er Jahren errichtet wurde. Seit Jahrzehnten wurde dort nur das Allernötigste investiert und selbst das nur provisorisch. Elektrik, Heizung, Fußböden, Fenster, Toiletten – alles muss ganz oder zum großen Teil erneuert werden. Zwei Etagen in dem Gebäude sind seit mehr als zehn Jahren gesperrt. Im Erdgeschoss drängen sich 98 Hortkinder; Platz wäre eigentlich nur für 60. Immer wieder gab es eine Ausnahmegenehmigung, jetzt fordert das Land ultimativ eine Sanierung. Wenn Neuruppin nicht bis Sommer 2016 ein Konzept samt Zeitplan vorlegt, muss der Hort schließen.

Die Treppe und die oberen Etagen sind seit mehr als zehn Jahren gesperrt, sagt die Schulsprecherin Manuela Brauer. Quelle: Peter Geisler

Am Hort hängt aber auch die Grundschule. Vor wenigen Jahren hatte Neuruppin daran gedacht, sich von dem Standort Gildenhall zu trennen. Jetzt gibt es jedoch wieder so viele Grundschüler, dass die Stadt auf keine Schule verzichten kann.

Auch im Rathaus ist deshalb klar, dass der Schulhort in Gildenhall zwingend saniert werden muss. Das Bauamt schätzt die Kosten grob auf 700 000 bis 1,2 Millionen Euro. Für Bürgermeister Jens-Peter Golde führt aber kein Weg daran vorbei, das Geld im Haushalt einzuplanen.

Planungen, Abstimmungen mit der Denkmalbehörde und Baugenehmigungen könnten bis 2016 vorliegen, glaubt Fred Müller vom Bauamt. Möglicherweise könnte auch der eigentlich Umbau schon 2016 beginnen, sagte Sozialdezernent Thomas Fengler. Spätestens 2017 muss er erfolgen.

So sieht das auch Hannelore Gußmann. Sie hat aber auch Zweifel, ob da alle ihre Abgeordnetenkollegen mitziehen. Sie hat gehört, dass manche fragen, ob es nicht billiger wäre, den alten Hort abzureißen und einen ganz neuen zu bauen. „Das geht nicht“, sagte sie: „Das ist eine Denkmal, das muss unbedingt erhalten bleiben.“

Von Reyk Grunow

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