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Hühnerparadies Heidschnuckenhof

Artgerechte Tierhaltung Hühnerparadies Heidschnuckenhof

Eier kaufen ist Vertrauenssache – zum Händler und zum Hühnerhalter. Beim Schafzüchter Jan Greve aus Kränzlin (Ostprignitz-Ruppin) bekommen die 40 Legehennen alles, was sie brauchen – gutes Futter und viel Auslauf. Kein Wunder, dass die Eier im Neuruppiner Naturkostladen schnell vergriffen sind.

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Das viele Grün auf den Wiesen der Familie Greve rund um die alte Meierei , reicht für Schafe und Hühner.

Quelle: Cornelia Felsch

Kränzlin. Kaum zu sehen sind die dunkel gefiederten Hühner in den Kästen, in die sie sich zum Eierlegen zurückgezogen haben. Auf dem Stroh scheint es gemütlich zu sein – zwei Hühner kuscheln sich eng aneinander. Hahn Hektor kommt vorbei, um nach dem Rechten zu sehen. Angesichts der idyllischen Szene kann man die „Comedian Harmonists“ verstehen, die das Hühnerleben so paradiesisch beschrieben haben: „Ich wollt’, ich wär’ ein Huhn und hätt’ nicht viel zu tun, ich legte täglich nur ein Ei und sonntags auch mal zwei.“

Für gequälte Kreaturen aus der Massentierhaltung wohl ein unvorstellbares Paradies. Angesichts der Missstände in der Nutztierhaltung ist der Kauf tierischer Lebensmittel für viele Verbraucher mit zunehmendem Unbehagen verbunden.

Eier sind derzeit das einzige tierische Produkt, bei dem EU-weit die Haltungsform gekennzeichnet werden muss. Ein aufgedruckter Code auf der Schale informiert den Käufer seit 2004 darüber, ob ein Ei aus Freiland-, Boden-, Käfig- oder Biohaltung stammt.

Über die genauen Produktionsbedingungen verrät die Kennzeichnung nicht allzuviel. Wie viel Platz haben die Tiere und wie viele Medikamente werden eingesetzt? Darüber bleiben die Verbraucher im Unklaren. Wie gesund die Tiere wirklich sind, das hängt wohl in hohem Maße vom Halter ab.

Wer sich auf den Weg zum Heidschnuckenhof Greve macht, bekommt schon Appetit auf ein frisches Ei, wenn er die Tiere in ihrem großen grünen Revier beobachtet.

Kränzliner Luft und grüne Wiese

In glänzenden Federkleidern zeigen sich die Hühner auf der grünen Wiese. Getrennt durch ein Elektronetz teilen sie sich die Weideflächen mit den Schafen. Frische Luft und Bewegung halten das Federvieh ganz ohne Medikamente gesund und fit. Zum Scharren, Picken, Laufen und im Sand baden gibt es reichlich Platz.

Und wenn ein Huhn seine Ruhe haben will, dann kann es die zahlreichen Rückzugsmöglichkeiten nutzen. Kein Wunder, dass die Eier, die die Greves einmal in der Woche an den Neuruppiner Grünkern-Naturkostladen liefern, von den Kunden sehr begehrt und oft vorbestellt sind.

Tiefbraune Eier und guter Sonntagsbraten

Etwa 180 Eier bescheren die Marans und Grünleger ihren Besitzern jährlich. Maranhühner stammen aus Frankreich und gelten als hervorragende Zweinutzungshühner. Sie geben nicht nur interessante tiefbraune Eier, sondern auch einen guten Sonntagsbraten ab. Grünleger werden Haushühner genannt, die Eier mit grüner bis olivgrüner Schale legen.

Dass die Schafzüchter vor einigen Jahren unter die Hühnerhalter gegangen sind, hat einen rein praktischen Grund. Für Jan und Gabriela Greve ist es ein kleiner zusätzlicher Verdienst, aber sie essen selbst auch gern frische Eier und Hühnerfleisch. „Bei uns werden die Hühner mindestens zwei Jahre alt“, sagt Gabriela Greve. „Und wenn man sich die Zeit nimmt, dann ist das Fleisch auch schön durchwachsen.“

Im April 2013 begann das Hühner-Experiment der Greves. Mit dem Paketdienst trafen 50 Maran-Eier ein. Noch war es recht kalt. Also schnell in den Brutapparat und 21 Tage warten.

Putzig, piepsfidel und streitlustig

Putzig, piepsfidel und streitlustig: Die Maran-Küken.

Quelle: Privat

Geduld ist gefragt, doch schließlich kommen 35 Küken zur Welt. Sie fressen, trinken, sind streitlustig und piepsfidel. „Es hat großen Spaß gemacht“, sagt Jan Greve. Aus einem Pappkarton mit Strahler, Futter und Tränkeinrichtung ziehen sie schließlich in ihren eigenen Stall um – eine umfunktionierte Hundehütte mit Maschendrahtauslauf. Ein Strahler sorgt für ausreichend Wärme und die kleinen dunklen Daunenbällchen erschließen sich ihre Umgebung.

Eier für den Neuruppiner Bio-Laden

Klein geschnittenes Gras, gequetschtes Ei, Löwenzahn und Brennnesseln sind neben dem Küken-Starterfutter eine willkommene Abwechslung. Zerkleinerter Käse wird zum Anlass einer tierischen Massenschlägerei; auch gekochte Fleischkrümel sind äußerst willkommen. Die Greves sind beschäftigt , bereiten Futter zu, füllen Wasser nach und quartieren den Nachwuchs auf ein frisches Stück Wiese um. Täglich muss der Stall gesäubert werden. Bald hat sich das Geburtsgewicht verfünffacht. Sie wiegen mittlerweile 250 Gramm. Besonders beim Fressen gibt es erbitterte Konkurrenz-Kämpfe. „Besonders die Hähne zeigen große Kampfbereitschaft, sowie sie ins Halbstarken-Alter kommen, fangen sie an, sich zu kloppen“, sagt Jan Greve. 40 Legehennen sorgen mittlerweile dafür, dass der Naturkostladen von Holger Hannemann in Neuruppin pünktlich an jedem Donnerstag mit Eiern versorgt wird. „Manchmal sind die Eier noch warm. Wenn wir sie ausliefern sind sie nicht älter als ein, zwei Tage“, fügt Gabriela Greve hinzu.

Von Cornelia Felsch

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