Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Ostprignitz-Ruppin Hund getötet: Geringere Strafe für Torsten R.
Lokales Ostprignitz-Ruppin Hund getötet: Geringere Strafe für Torsten R.
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:39 23.03.2016
Der Angeklagte stand mehrfach vor Gericht: Zuletzt, weil er seine Ehefrau mit Benzin übergossen und angezündet haben soll. Quelle: Archivfoto: Geisler
Anzeige
Neuruppin

Torsten R. kann sich zwar nur noch in groben Zügen daran erinnern, was sich am 8. Juni 2013 auf seinem Grundstück in Hohenofen bei Neustadt ereignet hat. Aber dass es nicht so war, wie es das Neuruppiner Amtsgericht im Oktober 2014 festgestellt hat, weiß der 48-Jährige genau.

Das Amtsgericht hatte den Angeklagten zu einer Gesamtstrafe von zwei Jahren und drei Monaten verurteilt. Es hatte als erwiesen angesehen, dass Torsten R. seinen Schäferhund am 1. Mai 2013 grundlos erstochen hatte und im Juni zwei Polizeibeamte mit Messern und einer Axt bedroht hatte, alles unter Alkoholeinfluss. Das Gericht hatte gleichzeitig seine Unterbringung in einer Entziehungsanstalt angeordnet. Der Angeklagte hatte dagegen Berufung eingelegt.

Mit der Axt auf die Polizisten losgegangen

Am Mittwoch wurde Torsten R. vom Landgericht Neuruppin zu einer Gesamtstrafe von zwei Jahren und fünf Monaten verurteilt. Darin ist ein weiteres Urteil aus dem Jahr 2013 enthalten. „Das Amtsgericht hat zutreffend entschieden“, sagte der Vorsitzende Richter Jörn Kalbow. Anders als vom Angeklagten behauptet, handele es sich um einen besonders schweren Fall des Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte. Torsten R. habe den Beamten nicht nur gedroht in einer Situation, die immer mehr eskalierte, sondern sei auf die vor dem Grundstück stehenden Polizisten mit erhobener Axt losgegangen. „Alle Zeugen waren überzeugt, dass etwas Schlimmes passieren würde“, so Richter Kalbow. Dabei wollten von Nachbarn gerufenen Beamten den aggressiven Mann nur beruhigen. „Wir wollten uns in Ruhe mit ihm unterhalten. Aber man konnte nicht mit ihm reden“, sagte Polizist Fabian L. Es gelang ihm und seinem Kollegen, die Ehefrau des Angeklagten aus dessen Reichweite zu ziehen. Glaubt man Torsten R. hatte er nichts Böses im Sinn. „Ich wollte denen vielleicht ein bisschen Angst machen, aber doch nie jemanden verletzen“, sagte Torsten R.

Für den Nachbarn war es eine Szene wie im Film

Für einen Nachbarn sah der Auftritt des Angeklagten aus „wie im Indianerfilm“. Er hatte den Vorfall nicht bis zum Ende beobachtet. „Das muss ich mir nicht antun. Ich dachte mir schon, dass die Situation eskaliert.“ Das tat sie auch. Die Polizeibeamten wollten den aggressiven Mann stoppen: Einer schoss, traf ihn aber nicht. „Wir haben ihn mehrfach aufgefordert, die Axt fallen zu lassen, sonst würde geschossen“, so ein Polizist vor Gericht. Sein Kollege schilderte die Situation als „sehr dynamisch“.

Dass Torsten R. am 1. Mai 2013 seinen Schäferhund erstochen hatte, weil er sich erneut über das Tier geärgert hatte, bestritt Torsten R. nicht. Das wertete das Gericht als Geständnis. Statt der vom Amtsgericht angesetzten sechs Monate Strafe verhängte es eine Geldstrafe.

Torsten R. hatte zur Tatzeit 3,1 Promille intus

Die Richter gingen von einer verminderten Schuldfähigkeit aus, da der Angeklagte zur Tatzeit 3,1 Promille intus hatte. Gegen ihn sprachen seine Vorstrafen und „die erhebliche kriminelle Energie, die er an den Tag gelegt hat“. R. muss in eine Entziehungsanstalt. Er hat einen Hang, übermäßig zu trinken und unter Alkohol Straftaten zu verüben. Das wird ohne eine Therapie auch so bleiben. Diese kann laut Gutachter erfolgversprechend sein.

Lesen Sie auch:

Frau angezündet: Torsten R. akzeptiert Strafe

Von Dagmar Simons

Wittstock/Dosse Einwohnerversammlung in Heiligengrabe - Neues Dorfgemeinschaftshaus umstritten

Der Pavillon hinter der Nadelbachgrundschule soll Heiligengrabes neues Dorfgemeinschaftshaus werden. Die Machbarkeitsstudie wurde am Dienstag den Heiligengrabern vorgestellt. Doch längst nicht alle sind mit dieser Option zufrieden. Insbesondere der ehemalige Dorfkrug wurde als mögliche Alternative immer wieder ins Spiel gebracht, so auch am Dienstag.

26.03.2016

Das Landgericht Neuruppin verhandelte am Mittwoch gegen einen 16-jährigen Neuruppiner. Er soll einem 18-Jährigen Ende Oktober nach einem Streit mit dem Messer in den Kopf gestochen haben. Der erste Verhandlungstag lässt viele Fragen offen. Bisher wurde nur entschieden, dass der Angeklagte aus der Jugendhilfeeinrichtung ausziehen darf.

26.03.2016

Die Fertigstellung der B 167 in Dabergotz verzögert sich deutlich. Bisher war geplant, die neue Ortsdurchfahrt im Sommer freizugeben. Doch daraus wird nichts, nachdem das Bauunternehmen vor wenige Tagen einen neuen Ablaufplan vorgelegt hat, heißt es jetzt vom Landesstraßenbetrieb.

26.03.2016
Anzeige