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Hund getötet: Geringere Strafe für Torsten R.

Berufung vor dem Landgericht Neuruppin Hund getötet: Geringere Strafe für Torsten R.

Weil Torsten R. aus Hohenofen (Ostprignitz-Ruppin) nicht mit dem Urteil des Amtsgerichts Neuruppin einverstanden war, ging er in Berufung – und hatte Erfolg. Für die Tötung seines Hundes gibt es nur eine Geldstrafe. Doch wegen weiterer schwerer Vergehen wurde er vom Landgericht Neuruppin zu einer Gesamtstrafe von zwei Jahren und fünf Monaten verurteilt.

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Der Angeklagte stand mehrfach vor Gericht: Zuletzt, weil er seine Ehefrau mit Benzin übergossen und angezündet haben soll.

Quelle: Archivfoto: Geisler

Neuruppin. Torsten R. kann sich zwar nur noch in groben Zügen daran erinnern, was sich am 8. Juni 2013 auf seinem Grundstück in Hohenofen bei Neustadt ereignet hat. Aber dass es nicht so war, wie es das Neuruppiner Amtsgericht im Oktober 2014 festgestellt hat, weiß der 48-Jährige genau.

Das Amtsgericht hatte den Angeklagten zu einer Gesamtstrafe von zwei Jahren und drei Monaten verurteilt. Es hatte als erwiesen angesehen, dass Torsten R. seinen Schäferhund am 1. Mai 2013 grundlos erstochen hatte und im Juni zwei Polizeibeamte mit Messern und einer Axt bedroht hatte, alles unter Alkoholeinfluss. Das Gericht hatte gleichzeitig seine Unterbringung in einer Entziehungsanstalt angeordnet. Der Angeklagte hatte dagegen Berufung eingelegt.

Mit der Axt auf die Polizisten losgegangen

Am Mittwoch wurde Torsten R. vom Landgericht Neuruppin zu einer Gesamtstrafe von zwei Jahren und fünf Monaten verurteilt. Darin ist ein weiteres Urteil aus dem Jahr 2013 enthalten. „Das Amtsgericht hat zutreffend entschieden“, sagte der Vorsitzende Richter Jörn Kalbow. Anders als vom Angeklagten behauptet, handele es sich um einen besonders schweren Fall des Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte. Torsten R. habe den Beamten nicht nur gedroht in einer Situation, die immer mehr eskalierte, sondern sei auf die vor dem Grundstück stehenden Polizisten mit erhobener Axt losgegangen. „Alle Zeugen waren überzeugt, dass etwas Schlimmes passieren würde“, so Richter Kalbow. Dabei wollten von Nachbarn gerufenen Beamten den aggressiven Mann nur beruhigen. „Wir wollten uns in Ruhe mit ihm unterhalten. Aber man konnte nicht mit ihm reden“, sagte Polizist Fabian L. Es gelang ihm und seinem Kollegen, die Ehefrau des Angeklagten aus dessen Reichweite zu ziehen. Glaubt man Torsten R. hatte er nichts Böses im Sinn. „Ich wollte denen vielleicht ein bisschen Angst machen, aber doch nie jemanden verletzen“, sagte Torsten R.

Für den Nachbarn war es eine Szene wie im Film

Für einen Nachbarn sah der Auftritt des Angeklagten aus „wie im Indianerfilm“. Er hatte den Vorfall nicht bis zum Ende beobachtet. „Das muss ich mir nicht antun. Ich dachte mir schon, dass die Situation eskaliert.“ Das tat sie auch. Die Polizeibeamten wollten den aggressiven Mann stoppen: Einer schoss, traf ihn aber nicht. „Wir haben ihn mehrfach aufgefordert, die Axt fallen zu lassen, sonst würde geschossen“, so ein Polizist vor Gericht. Sein Kollege schilderte die Situation als „sehr dynamisch“.

Dass Torsten R. am 1. Mai 2013 seinen Schäferhund erstochen hatte, weil er sich erneut über das Tier geärgert hatte, bestritt Torsten R. nicht. Das wertete das Gericht als Geständnis. Statt der vom Amtsgericht angesetzten sechs Monate Strafe verhängte es eine Geldstrafe.

Torsten R. hatte zur Tatzeit 3,1 Promille intus

Die Richter gingen von einer verminderten Schuldfähigkeit aus, da der Angeklagte zur Tatzeit 3,1 Promille intus hatte. Gegen ihn sprachen seine Vorstrafen und „die erhebliche kriminelle Energie, die er an den Tag gelegt hat“. R. muss in eine Entziehungsanstalt. Er hat einen Hang, übermäßig zu trinken und unter Alkohol Straftaten zu verüben. Das wird ohne eine Therapie auch so bleiben. Diese kann laut Gutachter erfolgversprechend sein.

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Von Dagmar Simons

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