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Ostprignitz-Ruppin Hundeverbot zum Wohl der weidenden Schafe
Lokales Ostprignitz-Ruppin Hundeverbot zum Wohl der weidenden Schafe
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09:25 29.05.2016
Johann Nesges nutzt 200 Hektar des ehemaligen Flugplatzes als Weide für seine Schafe. Quelle: Reyk Grunow
Neuruppin

Viele Hundehalter sind sauer, Schafzüchter Johann Nesges sieht aber keine Alternative, um seine Tiere zu retten: Nahezu der gesamte ehemalige Flugplatz von Neuruppin gilt jetzt als Tabuzone für Hunde. Schilder weisen Spaziergänger und Besucher seit Kurzem darauf hin, dass auch das Betreten der weiten Wiesen verboten ist. Hunde dürfen dort schon gar nicht mehr frei laufen.

Aufgestellt wurden die Schilder von der städtischen Tochterfirma Inkom, der ein Großteil des alten Flugplatzareals gehört. Die Inkom will mit den neuen Verbotsschildern ihren Pächter Johann Nesges und dessen Unternehmen schützen. Die Neuruppiner nutzen die weiten Flächen seit vielen Jahren, um ihren Hunden einmal freien Lauf zu lassen. „Aber das hier war nie ein Hundeauslaufplatz“, beteuert Inkom-Chef Hans Schaefer.

Schilder, die auf die mögliche Munition hinweisen, stehe schon länger am Flugplatzgelände. seit kurzem gibt es neue Schilder: Jetzt ist das Betreten generell verboten. Quelle: Reyk Grunow

Schäfer Nesges fühlt sich, seine Mitarbeiter und seine Tiere von den vielen Hunden und ihren Begleitern zunehmend bedroht. Rund 200 Hektar nutzt Nesges in Neuruppin als Schafweide. „Zurzeit haben wir hier etwa 800 Mutterschafe“, sagt er. Im Laufe des Jahres soll der Bestand auf etwa 1500 Tiere steigen.

Inkom-Chef Schaefer ist froh, dass es die Schafe gibt. Sie halten die Vegetation auf den riesigen Flächen niedrig. „Wir haben hier vor allem Trocken- und Magerrasen“, sagt Schaefer. Wenn die Schafe und ein paar Ziegen nicht ständig alles abweiden würden, wäre die Fläche schon längst mit Büschen und Bäumen zugewachsen. Genau das wollen Inkom und Stadt aber vermeiden. Die weiten offenen Flächen des Flugplatzes sollen unbedingt erhalten bleiben. Sie sind wichtiger Lebensraum für seltene Tiere.

Schafe sind natürliche Landschaftspfleger

In vielen Regionen Brandenburgs ist Nesges mit seinen Tieren als natürliche Landschaftspfleger aktiv. In der Döberitzer Heide weiden die Schafe im Auftrag der Sielmann-Stiftung, auf dem Flugplatz in Oranienburg auch und auf alten Militärflächen in Teltow-Fläming. „Insgesamt haben wir 4500 Mutterschafe“, sagt er.

Die freilaufenden Hunde auf dem Neuruppiner Flugplatz machen ihm aus zwei Gründen Probleme. Zum einen werden die Schafe schnell nervös, wenn fremde Hunde in der Nähe sind. Sie drängen sich zusammen, die Herde läuft aufgeregt herum und zertrampelt das Gras, das eigentlich wertvolles Futter ist; es kam sogar schon vor, dass Hunde die Schafe regelrecht gejagt und mehrere Tiere verletzt haben. Zum anderen ist der Kot ein Problem.

Hundekot im Gras macht die Schafe krank

Die Schafe fressen ihn zwar nicht direkt. „Aber sie fressen das Gras rundherum“, sagt Nesges. Und mit dem Gras nehmen sie auch Teile der Ausscheidungen auf. Die können Leberschäden auslösen. Die Tiere magern ab und gehen manchmal sogar ganz zugrunde.

In der Stadtverordnetenversammlung gab es e kritische Nachfragen, warum denn plötzlich der Hundeauslaufplatz kein Hundeauslaufplatz mehr ist. Das war er noch nie, musste Ordnungsamtsleiterin Annette Friedrichs die Frager korrigieren. Eigentlich darf der gesamte Flugplatz gar nicht betreten werden – wegen Munitionsgefahr.

Wahrscheinlich liegt noch viel alte Munition im Boden

In der Tat liegt dort vermutlich noch viel alter Munitionsschrott im Boden, sagt Hans Schaefer: „Genau wissen wir das nicht.“ Mehrfach wurde der Flugplatz vor 1945 bombardiert. Die Flächen konnten bisher nur oberflächlich abgesucht werden. Deshalb stehen seit Jahren Schilder, die warnen: „Betreten auf eigene Gefahr“. Dass eine akute Gefahr für Spaziergänger besteht, glaubt Johann Nesges nicht. Aber die vielen Gassigänger sind eine Gefahr für die Schafe.

Auch andere Schäfer hatten das Problem in der Vergangenheit schon – jetzt hat die Inkom gehandelt. Das Risiko, dass der Schäfer sich vertreiben lässt, will Inkom-Chef Schaefer auf keinen Fall eingehen: „Wir werden die Nutzung hier wegen der Hunde nicht aufgeben. Das können wir gar nicht.“

Von Reyk Grunow

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