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Ostprignitz-Ruppin „Ich möchte viel sehen und ausprobieren“
Lokales Ostprignitz-Ruppin „Ich möchte viel sehen und ausprobieren“
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15:35 23.06.2017
Anja Strecker freut sich schon auf ihren nächsten Urlaub: Der geht in die USA.  Quelle: FOTO: Christina Koormann
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Neuruppin

 Anja Strecker arbeitet seit 16 Jahren im elterlichen Reisebüro „Globus“ in Neuruppin. Schon als Kind hat sie viel von der Welt gesehen und findet, dass Entspannung und Erlebnis besonders auf einer Kreuzfahrt miteinander vereinbar sind.

Wie sind Sie zu Ihrem Beruf gekommen?

Die Reisebüros gehörten meiner Mutter, und ich bin damit großgeworden. Für mich war klar, dass ich später beruflich dasselbe machen möchte, denn das Interesse meiner Eltern an Reisen und fernen Ländern hat mich angesteckt.

Ich habe BWL mit Fachrichtung Steuer- und Prüfungswesen studiert und bin mit 23 Jahren in den Betrieb eingestiegen. Das war vor 16 Jahren. Wir betreiben Reisebüros in Kyritz, Pritz­walk, in Oranienburg, Spandau und zwei in Neuruppin. Meine Mutter und ich koordinieren alles. Ich mache die Buchhaltung und die administrativen Aufgaben.

„Eine Kreuzfahrt lässt sich gut mit einem Badeurlaub kombinieren“

Wie schnell wird man urlaubsreif in Ihrem Beruf, wenn man tagtäglich schöne Reisen verkauft?

Alles, was man verkauft, will man natürlich auch sehen. Ich habe ein großes Bedürfnis, andere Orte zu sehen, und wäre das anders, hätte ich mir auch den falschen Job ausgesucht. Kreuzfahrten gefallen mir sehr, weil man sich dort gleichzeitig entspannen und viel sehen kann. Man ist auf dem Meer, kommt mit dem Schiff voran und kann trotzdem von dort aus verschiedene Orte erkunden. Eine Kreuzfahrt lässt sich außerdem gut mit einem Badeurlaub kombinieren.

Wohin geht Ihre nächste Reise?

Im Sommer fahre ich mit meinem Mann und meinen Kindern mit einem Camper durch die USA. Die Route steht schon fest; von San Francisco geht es über den Grand Canyon bis nach Los Angeles. Wir werden drei Wochen unterwegs sein.

An welche Reise erinnern Sie sich besonders gern?

Wir waren immer mit unseren Eltern im Urlaub, wir haben so viel gesehen und es war so viel Schönes dabei. Besonders gut hat mir die Karibik gefallen, die USA und auch ein entspannter Urlaub auf Teneriffa. Und ich erinnere mich besonders gerne an einen Ausflug ins Disneyland Paris, den ich zur Jugendweihe geschenkt bekommen hatte. Wir sind mit einer ganzen Gruppe Jugendlicher für zwei Tage dorthin gefahren, das war ein tolles Erlebnis.

 2012 habe ich eine Seminarreise nach Jamaika gemacht. Die Menschen dort sind sehr freundlich und aufgeschlossen, und wir haben dort eine Kirche besucht, in der ein Gospelchor gesungen hat. Das war sehr berührend.

Besonders begehrt ist Spanien

Welche Reiseziele sind im Moment besonders begehrt?

Spanien ist momentan sehr gefragt. Aber auch Kroatien und Griechenland sind im Sommer Ziele, zu denen viele Leute gerne reisen. Und wegen des Preis-Leistungs-Verhältnisses nimmt auch die Nachfrage für Türkeiurlaub momentan wieder zu. Es ist preislich günstig; Spanien zieht mit den Preisen zur Hauptsaison deutlich an.

Was ist besser: Möglichst früh buchen oder auf ein günstiges Last-Minute-Schnäppchen hoffen?

Früh zu buchen ist auf jeden Fall sehr gut. Wenn man bis kurz vor der Reise mit der Buchung wartet, werden die Restplätze meist teurer verkauft. Ausnahmen sind die Kreuzfahrten: Es gibt häufig Flexpreise für Kabinen, die noch übrig sind – dann muss man zwar nehmen, was noch da ist, kann aber durchaus Geld sparen.

Die meisten Leute buchen ihren Urlaub zwischen Dezember und Februar, da ist es bei uns richtig voll. Ab Mai kommen dann die, die noch schnell auf die letzte Minute kurz vor Start ihres Urlaubs eine schöne Reise buchen wollen.

Was mögen Sie an Ihrem Beruf?

Ich lerne viele interessante Leute kennen, und es ist ein breites Spektrum von Menschen und Persönlichkeiten mit ganz verschiedenen Charakteren, was ich sehr spannend finde. Man muss sich auf jeden einstellen können. Als Tourismuskauffrau für Privat- und Geschäftsreisen sitze ich auch seit vier Jahren im Prüfungsausschuss der IHK-Prüfungskommission.

 In der Abschlussprüfung müssen die Auszubildenden in einer Verkaufssituation ein Beratungsgespräch führen und 20 Minuten lang alles geben; sie müssen über die Sehenswürdigkeiten am Reiseort Bescheid wissen, müssen Preise richtig berechnen und auf die Kundenwünsche eingehen.

„Wir wissen, was wir an unseren Auszubildenden haben“

Was muss man mitbringen, um die Ausbildung zu machen?

Geografische Kenntnisse sind natürlich ein Muss. Wenn man gefragt wird, wo Kreta liegt, dann sollte man das wissen. Außerdem muss man kommunikativ sein, denn man muss in diesem Beruf gut auf Leute zugehen und den Kundenkontakt übernehmen können, und auch die Fähigkeit haben, schnell umzudenken. Englischkenntnisse sind zudem Voraussetzung, damit kommt man auch überall durch. Natürlich ist es ein Plus, wenn weitere Sprachkenntnisse vorhanden sind – Spanisch, Französisch oder Russisch werden ja auch in den Schulen unterrichtet.

Der Abschluss einer sehr guten zehnten Klasse ist gerne gesehen, Abitur ebenfalls. Wir haben bei uns mindestens einen Azubi im Jahr, je nachdem, wie viel Platz da ist. Ich finde es wichtig, auszubilden, wir wissen, was wir an unseren Auszubildenden haben.

Wie muss man sich den Alltag vorstellen?

Man ist nicht jede Woche unterwegs. Es finden auch Seminarreisen statt, was sehr spannend ist, aber natürlich ist man nicht ständig dabei. Viele unterschätzen das, wenn sie sich für die Ausbildung entscheiden. Es ist ein kaufmännischer Beruf, und deshalb muss man auch mathematisch denken können. Aber man kann mit der Ausbildung später viel machen, Reiseleiter werden, Stewardess oder auch Berufsschullehrerin.

Die meisten wollen im Anschluss erst einmal raus und viel sehen, und da gibt es natürlich auch im Ausland viele Möglichkeiten, beruflich zu landen. Und der Beruf der Tourismuskauffrau ist sehr vielseitig. Jeder Tag ist spannend, es gibt neue Herausforderungen, kein Tag ist wie der andere.

„Im Internet muss man sich auf das verlassen, was dort steht“

In den letzten Jahren haben die Online-Buchungen stark zugenommen. Wie beeinflusst das Ihr Geschäft?

Die Angebote im Netz sind die gleichen, die Sie bei uns im Reisebüro bekommen. Es sind auch die gleichen Preise. Im Schnitt verbringen Urlaubshungrige allerdings im Internet zwischen 13 und 19 Stunden, um sich für eine Reise zu entscheiden. Wenn ein Kunde ins Reisebüro kommt, ist der Zeitaufwand für ihn sehr viel geringer. Dazu kommt, dass wir die Hotels kennen und persönlich gut beraten können. Im Internet muss man sich auf das verlassen, was dort steht. Wenn man eine Hotline anruft, hat man jedes Mal jemand anderen am Apparat, da ist man manchmal etwas alleingelassen.

Wir klären alles für den Kunden und versuchen, die bestmögliche Lösung zu finden. Auch bei Flugumbuchungen oder Streiks regeln wir das für unsere Kunden. Wir arbeiten mit über 40 Veranstaltern zusammen.

Was empfehlen Sie einer allein reisenden Frau Anfang 30 spontan als geeignetes Reiseziel?

Das kommt natürlich darauf an, was Sie möchten. Wenn Sie alleine reisen und gerne Strandurlaub mit einem Städtetrip verbinden wollen, wäre für Sie bestimmt Barcelona ein gutes Ziel. Da ist der Strand direkt an der Stadt, es gibt viel zu sehen und zu erkunden.

„Besonders freuen wir uns über Postkarten“

Bekommen Sie von Ihren Kunden ein direktes Feedback?

Oft bekommen wir aus dem Urlaub Postkarten geschickt, darüber freuen wir uns immer besonders. Wenn wir auf diese Art eine positive Rückmeldung bekommen, wissen wir, dass wir den Kunden gut beraten haben. Aber es kommt auch vor, dass die Kunden nach ihrem Urlaub persönlich vorbeikommen und sich bedanken – dann erzählen sie auch noch einmal von ihrer Reise.

Wo entspannen Sie am liebsten?

Ich bin gerne unterwegs, zur Erholung. Zu Hause ist es zwar auch schön, aber dort ist man auch immer erreichbar. Ich möchte viel sehen und viel ausprobieren. Im Urlaub schaut man dann natürlich ganz anders auf alles als andere Gäste, weil man sich ja tagtäglich mit den Kriterien einer Reise auseinandersetzt. Aber das ist auch wiederum ein Vorteil; was an einem Reiseort toll ist, kann man aus Lehrbüchern lernen. Aber wenn man es selbst gesehen hat, kann man darüber ganz anders sprechen.

 
 Interview
 

Von Christina Koormann

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