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„Ich verzichte auf den erhobenen Zeigefinger“

Comedian Rüdiger Hoffmann im MAZ-Interview „Ich verzichte auf den erhobenen Zeigefinger“

Er ist Stand-Up-Comedian durch und durch: Rüdiger Hoffmann. Der Ostwestfale, bekannt durch sein lakonisches „Ja, hallo erst mal!“ und jede Menge witzige Anekdoten, ist am Freitag in Neuruppin zu Gast. Im MAZ-Interview verrät er, worauf sich die Besucher im Stadtgarten freuen können.

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Rüdiger Hoffmann kommt in den Stadtgarten.

Quelle: Pressefreigabe

Neuruppin.. Rüdiger Hoffmann tritt am Freitag, 25. November, um 20 Uhr im Kulturhaus Stadtgarten in Neuruppin auf. Einige Restkarten sind unter anderem noch im MAZ-Kundencenter in Neuruppin erhältlich, erreichbar unter 03391/45 75 40. Wir haben mit dem Comedian im Vorfeld seines Auftritts gesprochen.

Herr Hoffmann, Ihr aktuelles Programm heißt „Ich hab’s doch nur gut gemeint…“. Lassen Sie uns ein bisschen übers Scheitern sprechen. Wann ist Ihnen das letzte Mal in guter Absicht etwas misslungen? 

Der titelgebende Spruch beschreibt ja die Rolle, die ich darstelle: Ich spiele einen, der sich nach außen hin positiv präsentiert, hinten herum aber ganz andere Interessen vertritt; seine eigenen nämlich. Als Beispiel: Ich helfe einem Bekannten, seinem Singledasein zu entfliehen und eine Frau kennenzulernen – und möchte die dann natürlich für mich selbst.

Tollpatschigkeit, Unvermögen, Versagen – das Scheitern hat viele Gesichter. Sind Sie mal so richtig auf die Nase gefallen?

Meine Nase ist bisher immer verschont geblieben (lacht). Nein im Ernst: Ich kann mich nicht erinnern, mal so richtig auf die Nase gefallen zu sein. Da hatte ich bisher Glück.

Der Legende nach spielte das Orchester auf der Titanic bis zur letzten Minute und ging gemeinsam mit dem Ozeanriesen unter. Was glauben Sie, wie lässt sich in Momenten des wortwörtlichen Untergangs Größe zeigen?

Man würde Größe zeigen, indem man das letzte Rettungsboot anderen überlässt.

Sie kommen aus Ostwestfalen, der Heimat von Ex-Kanzler Gerhard Schröder und Außenminister Frank-Walter Steinmeier. Ist man dort besonders gut gegen die Rückschläge des Lebens gewappnet? Und hätten Sie folglich nicht auch das Zeug zum Politiker gehabt?

Der Ostwestfale ist ja bekanntlich eher ein ruhiger Charakter und lässt sich nicht so schnell aus der Fassung bringen. Aber Politiker wäre ich nicht gerne. Ich bin ja auch kein Kabarettist, der die aktuellen politischen Geschehnisse in seinem Programm aufbereitet. Ich bin durch und durch Stand-Up-Comedian: Erzähle auf der Bühne meine Geschichten und spiele auch gerne mal ein kleines musikalisches Stück.

In den 90er Jahren kam kaum eine Comedy-Sendung ohne Sie aus, mittlerweile sind Sie auf der Mattscheibe eher selten anzutreffen. Eine bewusste Entscheidung?

Im Moment konzentriere ich mich auf die aktuelle Tour und genieße das Tourneeleben. Live vor Publikum aufzutreten, ist für mich das größte und macht mir einen riesigen Spaß. Zuletzt habe ich dem Faultier „Flash“ im Film „Zoomania“ meine Stimme verliehen. Da habe ich auch viel Zeit im Tonstudio verbracht.

Um noch einmal auf Ihren Programmtitel zurückzukommen … Tucholsky sagte einmal „Das Gegenteil von gut ist gut gemeint.“ Er galt als scharfer Kritiker seiner Zeit. Beobachten Sie in Ihrem aktuellen Programm auch gesamtgesellschaftliche Phänomene?

In meinem Programm behandle ich die Katastrophen des Alltags, wie beispielsweise einen Campingurlaub mit meinen Bekannten, Monika und Hans-Peter. Natürlich geht es auch um die aktuelle politische und gesellschaftliche Situation in Deutschland und die Selbstoptimierung. Dass dies immer nur auf Kosten anderer Menschen geht, spreche ich an. Ich mache das aber immer sehr charmant und witzig und verzichte auf den erhobenen Zeigefinger. Ich habe überdies festgestellt, dass ich die „Anonymen Ausländerfeinde“ aus meinen Programmen von vor gut 20 Jahren, als die Asylbewerberheime brannten, problemlos ins Heute übernehmen kann: Damals waren es Skinheads, heute sind es AfD- und Pegida-Leute.

Eines Ihrer Frühwerke lautete „Der Waffenschieber“, der es – in seinem eigenen Interesse – sicherlich „auch nur gut gemeint“ hat. Was macht der Waffenschieber 20 Jahre später?

 Waffenschieben!

Von Mischa Karth

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