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Idyll am Klempowsee erwacht aus Schlummer

Neuer Besitzer in Wusterhausener Seemühle Idyll am Klempowsee erwacht aus Schlummer

Die Seemühle am Ufer des Klempowsees ist verkauft. Über ein Jahrzehnt hatte der gewaltige Fachwerkbau in Nachbarschaft von Hotel „See-Idyll“ und Gaststätte „Bootshaus“ im Schlummerland verbracht. Reinhard Kort aus Kampehl möchte darin Wohnungen oder Ferienwohnungen einrichten.

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Die Seemühle am Ufer des Klempowsees ist verkauft. Über ein Jahrzehnt stand sie leer.

Quelle: Wolfgang Hörmann

Wusterhausen. Es war „längst rum“ zwischen Dosse und Klempnitz, was Wusterhausens Bürgermeister Roman Blank bei der Sitzung der Gemeindevertretung am vergangenen Dienstag bestätigte: Die Seemühle am Ufer des Klempowsees ist verkauft. Über ein Jahrzehnt hatte der gewaltige Fachwerkbau in Nachbarschaft von Hotel „See-Idyll“ und Gaststätte „Bootshaus“ im Schlummerland verbracht. Die Gemeinde und die örtliche Wohnungsbaugesellschaft hatten es nicht vermocht, wieder Leben in die Stuben zu bringen. Der Weckruf kam nun aus dem nahen Kampehl. Kort sen. hat die Mühle erworben, die bekanntlich schon seit Jahrzehnten keine mehr ist, sondern zuletzt Wohnhaus war. Wer Reinhard Kort kennt, der weiß, viel Worte macht er nicht gern um seine Pläne, Nägel mit Köpfen schon. So hält es der 61-Jährige auch dieses Mal. Ja, es stimme, was der Bürgermeister verkündete. Die Seemühle soll wieder Menschen ein Dach überm Kopf bieten, für dauernd oder als Ferienwohnungen für eine überschaubare Zeit. Kort denkt auch an ein „leises“ Gewerbe, eines, das nicht stört beim Urlauben. Man ahnt, dass er längst weiß, was da mal laufen soll. Er sagt nichts dazu. „Wir können später über alles reden, dann, wenn schon was zu sehen ist.“ Ende der Sprechstunde.

Als sicher gilt, dass der Dornröschenschlaf des auffälligen Fachwerkbaus die längste Zeit gedauert hat. Für Manfred Teske, seit fast 50 Jahren Bodendenkmalpfleger, ist das eine gute Nachricht. Teske war dabei, als es vor 16 Jahren mal richtig laut wurde am Giebel des Hauses, dort, wo der See „ausläuft“, um sich hinter einem Wehr zur Klemp­nitz zu verschlanken. Im Jahr 2000 setzte die Gemeinde eine Idee um, die Bürgermeister Peter Wollert vehement vorangetrieben hatte. Ein funktionierendes Mühlenrad sollte Einheimischen und Touristen gleichermaßen kundtun: Das hier war mal eine Mühle. Nach einem Projekt von Manfred Jarchow machten sich Männer der einheimischen Hoch-, Tief- und Kulturbau GmbH ans Werk. Die bauarchäologische Betreuung lag in den Händen von Manfred Teske. Der erinnert sich gut daran. „Beim Schachten wurde ein altes Mühlenwehr freigelegt, das Vorgängerwehr der in den jetzigen Maßen stehenden Mühle. Wir zogen die Spundbohlen am Seedamm. Ein vier Meter langer Dammbalken kam zum archäologischen Landesmuseum nach Wünsdorf.

Anhand des Holzes hätte man das Alter bestimmen können. Das ist aber wohl nicht geschehen“, so Manfred Teske. Nach seinen Erfahrungen war die Vorgängerin des jetzigen Gebäudes deutlich kleiner. Der Bau, so, wie er jetzt dasteht, könnte zwischen 1700 und 1750 errichtet worden sein. Literatur der Heimatforscher wie Karl Altrichter oder zuletzt Gerhard Fenske geben darüber keine Auskunft. Als sicher gilt indes, dass die See- oder Klempowmühle bereits seit den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts nur noch Wohnstätte war. Fenske schreibt in seinem Buch „Streifzüge durch Wus­terhausen: „Der Anbau mit Mühlrad musste Anfang der 90er Jahre (bei) der Restaurierung des Giebels an der Klempnitz weichen. Früher wurde mit Wasser, seit dem 19. Jahrhundert auch mit Dampfkraft gemahlen. Ein historisches Foto zeigt noch den großen Schornstein am Haus um 1900.“ Ab etwa 1920 schlug dann die Stunde der Elektroenergie. Die Räumlichkeiten wechselten ihre Bestimmung. Sie wurden auch als Lager- und Verkaufsräume genutzt.

Von Wolfgang Hörmann

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