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Igelfreundlicher Garten

Wittstocker Tierschützer geben Tipps Igelfreundlicher Garten

Igel bereiten sich derzeit auf den Winterschlaf vor. Der Tierschutzverein Wittstock und Umgebung mahnt vor falsch verstandener Hilfe und gibt Tipps, wie der Mensch dem Igel etwas Gutes tun kann.

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Mit der Stupsnase tief in der MAZ vergraben, hält der Igel Winterschlaf.

Quelle: Madlen Wirtz

Wittstock. Es ist Herbst, und die Igel rüsten sich für den Winterschlaf. Sie müssen sich noch ein Fettpolster anfressen, um die Winterzeit überstehen zu können. Da die stacheligen Gesellen quasi ständig auf Nahrungssuche sind, werden sie nun vermehrt in Kleingärten angetroffen, was einige Garten- und Grundstücksbesitzer erstaunt. "Viele Tierfreunde sorgen sich häufig um die scheinbar hilflosen Tiere", sagt Brigitte Fagien, die Vorsitzende des Tierschutzvereins Wittstock und Umgebung. Sie mahnt jedoch vor gut gemeinter, aber falsch verstandener Igelhilfe. "Nur in Ausnahmefällen sind die Stacheltiere auf menschliche Hilfe angewiesen", sagt die Tierschützerin und fügt hinzu: "Wer einen Igel findet, sollte sich zunächst beim Tierarzt oder dem örtlichen Tierschutzverein informieren, bevor ein Igel möglicherweise vorschnell in Pflege genommen wird."

Wenn tatsächlich Hilfe angesagt ist, unterstützt man die Igel am besten mit einem naturnah gestalteten und gut zugänglichen Garten. Das sichert ihnen die Nahrung und bietet zugleich einen geeigneten Unterschlupf. Den finden sie vor allem in Gärten mit Buschwerk und Hecken, in denen das Herbstlaub schon mal liegen bleiben darf.

Die Vorsitzende des Wittstocker Tierschutzvereins rät: "Trifft man einen Igel an, sollte man ihn zunächst nur beobachten." Denn tagsüber verstecken sich die Tiere hinter Kompost- oder in Reisighaufen, einer Böschung oder einer Hecke. Sie verlassen das Versteck normalerweise nur zwischen Dämmerungsbeginn und Morgengrauen, um auf Nahrungssuche zu gehen. "Wichtig ist daher, möglichst nicht in das natürliche Umfeld des Igels einzugreifen oder gar Unterschlupfmöglichkeiten zu zerstören. Grundsätzlich haben Igel dort die besten Chancen, den Winter unversehrt zu überstehen", weiß die Tierschützerin. Wirklich hilfsbedürftige Igel sind daran zu erkennen, dass sie tagsüber unterwegs sind, abgemagert erscheinen und sich apathisch verhalten. Auch Igel, die bei Dauerfrost oder geschlossener Schneedecke noch herumlaufen, sind meist geschwächt oder krank. Wer einen solchen Igel auffindet, sollte sich an ein Tierheim wenden.

Igel sind Nützlinge. Sie vertilgen Insekten, Würmer und andere Weichtiere und sorgen somit für ein ökologisches Gleichgewicht. Brigitte Fagien gibt Tipps für einen igelfreundlichen Garten: "So kann man das herabfallende Laub in den Anlagen und auf den Beeten liegen lassen." Es diene Insekten als Winterquartier. Da die Igel auf ihrem Weg zur Nahrungssuche größere Gebiete durchstreifen, sollte der Garten über Durchgänge verfügen. "Außerdem empfehle ich das Laub mit einem Rechen zusammenzuharken, da unter Einsatz von Laubsaugern und ähnlicher Technik nicht nur die Insekten aufgesaugt werden", erklärt die Tierschützerin weiter, "es könnten sich auch Igel darin befinden, die möglicherweise getötet werden. Übrigens lässt sich aus dem Laub ein warmes Nest für die Tiere herrichten, in dem sie während des Winterschlafes geschützt sind."

Von Madlen Wirtz

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