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Ostprignitz-Ruppin Im Apothekerhaus begann das Unheil
Lokales Ostprignitz-Ruppin Im Apothekerhaus begann das Unheil
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02:16 21.11.2015
Nach dem großen Stadtbrand nahm das heutige Gesicht der Wittstocker Altstadt seine Formen an. Quelle: Christamaria Ruch
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Wittstock

Ein unrühmliches Jubiläum steht der Stadt Wittstock im kommenden Jahr bevor: Der große Stadtbrand vom 24. Mai 1716 jährt sich zum 300. Mal. „Das ist einer der Schlüsseltage von Wittstock“, sagt Wolfgang Dost. Der Vorsitzende vom Kultur- und Sozialausschuss der Stadt Wittstock stellte bei der jüngsten Sitzung des Gremiums Ideen für dieses Jubiläum vor.

Im Rahmen des Altstadtfestes vom 3. bis 5. Juni 2016 soll mit einer historischen Ratssitzung daran erinnert werden. Damit liegt dieses Fest in zeitlicher Nähe zu dem eigentlichen Jubiläumsdatum 24. Mai. Beim Stadtbrand fielen 1716 zwischen Markt und Gröper Tor 249 Hausstellen mit 400 Einzelgebäuden dem Flammenmeer zum Opfer. Das entsprach mehr als der Hälfte der Stadt. Auch das Rathaus und die Heiliggeistkirche brannten nieder. Mehr als 1000 der insgesamt 2300 bis 2400 Einwohner Wittstocks verloren ihr Zuhause und wurden obdachlos. Der Apotheker Georgi galt lange als Verursacher des Brandes. Er soll heimlich Branntwein gezapft haben. „Die Spurensuche brachte aber keine eindeutigen Beweise dafür“, weiß der Historiker Wolfgang Dost. Zumindest gilt als ausgemacht, dass das Haus des Apothekers die Brandquelle war. Heute befindet sich an dieser Stelle die Adlerapotheke. Bei Stadtführungen gehen die Gästeführer fast immer auf diesen Brand ein. Somit bleibt dieses historische Ereignis stets präsent.

An der heutigen Adlerapotheke nahm der Brand 1716 seinen Anfang. Auch Stadtführer Peter Krause (l.) und Markus Hennen machen Besucher darauf aufmerksam. Quelle: Christamaria Ruch

„Es ist eine historische Ratssitzung beim Altstadtfest geplant“, so Dost. Damit erleben die Wittstocker dann nach 1998 zum zweiten Mal eine Ratssitzung dieser Art. Denn bereits zur 750-Jahr-Feier der Dossestadt galt dieser Blick in die Geschichte als Publikumsmagnet. Bis zu sieben Akteure schlüpfen nun in die historischen Rollen. Wolfgang Dost zückte bereits die Feder – er ist Autor des Stückes. Neben dem Apotheker als Hauptdarsteller werden auch die Rollen des Bürgermeisters, Inspektors, Superintendenten, Vorsitzenden der Schützengilde, Verteidiger Georgis und seiner Ehefrau besetzt. „Die Rollen übernehmen Stadtverordnete und Bürgermeister Jörg Gehrmann spielt seinen historischen Vorgänger“, gibt Dost erste Einblicke. Apotheker Georgi galt einst auch als „großer Sünder bei der Einhaltung von Baunormen“, weiß Wolfgang Dost. So missachtete er die Baufluchtlinie seines Hauses und überschritt auch die Grundstücksgrenze. Besonderen Wert legt Dost darauf, dass bei der Aufführung die Figur von Apotheker Georgi und dessen Wandlungsfähigkeit zum Ausdruck kommen. Auch das bereits bekannte Stück „Brandbeschleuniger Bruno“ zur selben Thematik soll beim Altstadtfest nochmals aufgeführt werden.

Doch der Stadtbrand als Krise erwies sich später auch als Chance: Das Stadtbild zeigt sich seit dem Wiederaufbau von einer neuen und besseren Seite. Am auffälligsten dabei: Die Giebelstellung der Häuser verschwand und anstelle dessen rückte die Bauweise in Traufstellung. Das einzige erhaltene Haus in Giebelstellung befindet sich am Dosseteich.

Von Christamaria Ruch

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