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Ostprignitz-Ruppin “Im Goldrausch“-Konzert in Neuruppin
Lokales Ostprignitz-Ruppin “Im Goldrausch“-Konzert in Neuruppin
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13:16 07.03.2016
Sabina Matthus-Bébié und Felix Kroll haben eine Fassung der Goldberg-Variationen für Klarinette und Akkordeon erarbeitet Quelle: Regine Buddeke
Neuruppin

„Ein besonderer Schmuckstein der Musikgeschichte“, eröffnet Matthias Noack, Kantor der Neuruppiner Klosterkirche, das Sonntagskonzert. „Und in einer sehr ungewöhnlichen Bearbeitung“, schwärmt er weiter. In der Tat sind die Bach’schen Goldberg-Variationen ein musikalischer Leckerbissen: der Altmeister komponierte sie für seinen Freund, den russischen Gesandten Keyserlingk, für dessen schlaflose Nachtstunden – gespielt hatte sie der Cembalist Johann Gottlieb Goldberg, ein Tastenvirtuose und begabter Schüler Bachs.

„Diese Kompositionen waren nicht unbedingt Bachs Lieblings-Sache“, erklärt Noack. Das Resultat indes lässt anderes vermuten. Zumal sich immer wieder Musiker aller Couleur an den Variationen versuchen, die allesamt um die Basslinie der Aria kreisen – hübsch in Dreierpäckchen geteilt – darunter je ein Kanon. Die komplette Komposition ist mathematisch hochkomplex und ein Glanzstück barocker Variationskunst : am Anfang und am Ende steht die Aria, dazwischen die teils sprudeligen, teils wehmütig-melancholischen oder feierlichen Variationen – jedes für sich ein kleines Juwel. Ob verjazzt, a-capella-gesungen, mystisch mit Orgel und Trompete oder für Piano, Cembalo oder Streicher – fast jedes Instrument hat sich schon an den Variationen versucht – eine schier unendlichen Vielzahl an Interpretationen gibt es – verstreut über alle Epochen.

Die Zuhörer lauschten andächtig. Quelle: Buddeke

Sabina Matthus-Bébié, Gründerin des Netzebander Carte-Blanche-Klarinetten-Festivals, hat das Bachsche Werk ebenfalls keine Ruhe gelassen – gemeinsam mit Akkordeonist Felix Kroll hat sie die Variationen für Klarinette und Akkordeon neu bearbeitet: das Resultat entzückt die 80 Gäste im geheizten Raum der Klosterkirche.

„Im Goldrausch“ nennt sich das Duo – man kann grübeln, ob sich das auf das gespielte Werk bezieht, dessen Glanz beide rauschhaft verfallen sind. Oder aber auf die Goldgräberstimmung beim Finden der passenden Instrumentierung aus dem reichen Notenmaterial heraus. Denn ursprünglich wurde das Werk für Cembalo an zwei Manualen konzipiert. Die beiden Musiker teilen sich quasi die beiden Manuale auf – die am Cembalo dafür sorgten, dass sich die eiligen Läufe beider Hände leichter kreuzen lassen, ohne einander zu behindern. „Wir wachsen praktisch zu einem Spieler zusammen“, erklärt Sabina Matthus-Bébié.

Schon die Aria am Anfang verspricht eine Stunde reinen Genusses. Während das Akkordeon vom Klang her immer einmal wieder an ein Cembalo erinnert, bringt die Klarinette – Matthus-Bébié wechselt notenbedingt auch ab und an zur Bassklarinette – ein völlig neues Timbre in das Stück, das im weitgehend heiteren G-Dur angesiedelt ist. Samtig tief setzt sie dem heiteren Akkordeon eine wehmütig-ernste Melancholie entgegen. Wie eine zweite Stimme, die insbesondere in den Kanons zu einem Dialog mit dem Akkordeon wird. Mal feierlich, mal zierlich, mal in strenger Schönheit, mal in süßer Schwermut spielen sich die beiden Instrumentalisten in den Rausch der Variationen. Ein Kraftakt, der hohe Konzentration verlangt. Das Publikum lauscht mit teilweise geschlossenen Augen dem wunderbaren Stück.

Von Regine Buddeke

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