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Ostprignitz-Ruppin Im Notfall kommen die Retter oft zu spät
Lokales Ostprignitz-Ruppin Im Notfall kommen die Retter oft zu spät
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17:00 21.11.2015
Noch immer treffen die Retter zu oft zu spät am Einsatzort ein. Quelle: Peter Geisler
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Neuruppin

Nirgendwo anders im Land verpassen die Rettungskräfte die Hilfsfrist von 15 Minuten so häufig wie in Ostprignitz-Ruppin. Während das Gesetz vorschreibt, dass die Retter in 95 Prozent der Notfalleinsätze die Hilfsfrist einhalten müssen, wurde das im Landkreis im vergangenen Jahr gerade mal bei 89 Prozent der Fälle geschafft. Das ist zwar besser als 2013, als die Hilfsfrist sogar nur bei knapp 88 Prozent der Notfalleinsätze eingehalten wurde. Doch Ostprignitz-Ruppin bleibt auch nach der leichten Verbesserung Schlusslicht in der Mark.

Neue Rettungswachen hatten offenbar keinen Effekt

Für den Neuruppiner CDU-Bundestags- und Kreistagsabgeordneten Sebastian Steineke ist das ein Rätsel. Immerhin hat der Landkreis in den vergangenen Jahren zwei neue Rettungswachen in Dorf Zechlin und Herzsprung errichten lassen. „Haben diese Investitionen überhaupt etwas gebracht?“ Landrat Ralf Reinhardt (SPD) zeigte sich beim Kreis- und Finanzausschuss am Donnerstag in Neuruppin ratlos. „In der Tat hätten wir uns durch die neuen Wachen einen positiveren Effekt gewünscht.“ Warum dieser nicht eingetreten ist, das will Reinhardt untersuchen lassen. Erste Ergebnisse sollen beim Kreistag Anfang Dezember präsentiert werden. Vielleicht liege das häufige Verfehlen der Hilfsfrist an den derzeit vielen Straßenbaustellen in der Region, vermutete Reinhardt.

Landrat Ralf Reinhardt sorgt sich um den sozialen Frieden in der Region. Quelle: Peter Geisler

Das glaubt CDU-Mann Steineke nicht. Immerhin wird angesichts der anhaltenden Niedrigzinslage derzeit fast überall im Land an Straßen gebaut. Auch das Argument, dass Ostprignitz-Ruppin mit einer Fläche von gut 2500 Quadratkilometern nicht gerade klein ist, überzeugt den Abgeordneten nicht. Immerhin ist die Uckermark noch größer – dort hielten die Retter die Hilfsfrist im vergangenen Jahr aber in 94,7 Prozent der Notfalleinsätze ein. Auch in den Nachbarkreisen Prignitz (91 Prozent) und Oberhavel (93 Prozent) sind die Helfer meist schneller am Unfallort als in Ostprignitz-Ruppin.

Gleichwohl ist das Potsdamer Innenministerium, seit März für diesen Bereich zuständig, nicht beunruhigt. „Es gibt viele Landkreise, die die Hilfsfrist von 15 Minuten in 95 Prozent der Einsätze nicht erfüllen“, sagte am Freitag Sprecher Wolfgang Brandt. Im vergangenen Jahr schafften das lediglich Barnim (in 95,25 Prozent der Fälle) und Havelland (95,7) sowie die Retter in den kreisfreien Städten Cottbus, Brandenburg an der Havel und Frankfurt (Oder) in je gut 97 Prozent der Einsätze. Selbst in der Landeshauptstadt Potsdam wurde die Hilfsfrist nur in 94,3 Prozent der Notfalleinsätze eingehalten. Brandt hat dafür Verständnis. „Jede Baustelle, jeder Stau bringt alles durcheinander.“

Alarmiert wird aus Potsdam

Indes fragt sich der CDU-Kreistagsabgeordnete Sven Deter, ob die Alarmierung der Rettungskräfte von der Leitstelle in Potsdam aus vielleicht ein Nachteil sei. Deter verwies auf einen Fall, bei dem die Retter vor Kurzem mehr als 40 Minuten gebraucht hatten, um in Groß Haßlow, einem Ortsteil von Wittstock, einem Kranken zu helfen. Für das Innenministerium sind das Einzelfälle. „Diese müssen aber ausgewertet werden“, betonte Sprecher Brandt. Ein generelles Problem mit der Alarmierung durch die zentrale Leitstelle sieht Brandt nicht.

Verärgert zeigte sich der Abgeordnete Frank Rudi Schwochow (BVB/Freie Wähler). Grund: Amtsleiter Mathias Wittmoser hatte im Sozialausschuss mitgeteilt, dass der Kreis beim Einhalten der Hilfsfristen im Mittelfeld liege. Diese Fehlinformation sollte Wittmoser korrigieren, so Schwochow.

Von Andreas Vogel

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