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Imkerin aus Stendenitz

Bienen kamen gut über den Winter Imkerin aus Stendenitz

Mit ihren kleinen Honigproduzenten und Bestäubern geht Claudia Schön aus Stendenitz sehr gewissenhaft um. Die Imkerin, die seit drei Jahren Bienen hält, hat mittlerweile 15 Völker, die sie immer aufmerksam im Auge behält. So hat sie die Schwärmerei und den Milbenbefall gut im Griff.

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Claudia Schön nutzt die sonnigen Stunden, um nach ihren Bienen zu sehen.

Quelle: Cornelia Felsch

Stendenitz. Es ist bereits vier Jahre her, dass der Kirschbaum in ihrem Garten die Aufmerksamkeit von Claudia Schön auf sich zog. Er stand in voller Blüte, doch weit und breit war keine Biene zu sehen. Ein Gespräch mit Birgit Brockmann ließ sie einen Entschluss fassen. Die Tierärztin und Imkerin ist amtlich beauftragte Bienensachverständige im Landkreis. Von ihr bekam Claudia Schön die Empfehlung sich das Buch „Einmaleins des Imkerns“ zuzulegen und die Telefonnummer von Hartmut Pritz, dem Vorsitzenden des Alt-Ruppiner Imkervereins.

Seit drei Jahren ist die gebürtige Rheinländerin, die 2004 in die Mark Brandenburg kam, nun bereits Imkerin und das mittlerweile mit Leib und Seele. Von Hartmut Pritz erhielt sie wertvolle Tipps. „Von ihm habe ich viel gelernt, ich hatte ja keine Ahnung“, sagt Claudia Schön. Mittlerweile hat sie 15 Völker. Jetzt im Frühjahr nutzt sie die Zeit, Rähmchen zu ergänzen, zu reinigen oder zu reparieren, Mittelwände zu gießen und einzulöten. Die neu eingetroffenen Bienenbeuten hat sie gerade mit einem Schutzanstrich versehen. Am Mittag, wenn die Sonne hoch über den Bäumen im Stendenitzer Wald steht, kommen vor dem Haus bereits die ersten Bienen zum Vorschein. Jetzt ist es für die Imkerin Zeit, ihre Beuten genauer in Augenschein zu nehmen.

Milbenkontrolle ist wichtig

Unter den durchsichtigen Abdeckungen aus Kunststoff sitzen die Bienen in einer dicken Traube. Die Imkerin ist äußerst zu frieden, alle 15 Völker sind gut über den Winter gekommen. Nun wird es spannend; Claudia Schön zieht das Brett unter der Beute heraus, um den Milbenbefall zu kontrollieren. Dies geschieht, indem die auf den Boden der Bienenbeute abgefallenen toten Milben gezählt werden. Die 59 -Jährige ist äußerst zufrieden. Nur an zwei Beuten entdeckt sie jeweils eine Milbe. Um diese zu erkennen, muss sie schon ganz genau hinsehen, denn die kleinen Spinnentiere, die als Parasiten an Honigbienen leben, sind nur 1 bis 1,5 Millimeter groß. Die in den 1960er Jahren aus Asien eingeschleppte Varroa-Milbe gilt als einer der Hauptgründe für das Bienensterben. Die Milben nisten sich als Parasiten im Bienenstock ein, schwächen ihre Wirte und übertragen weitere Krankheiten. „Eine rechtzeitige und gründliche Varroa-Behandlung ist sehr wichtig“, sagt Claudia schön. „Wenn ich Mitte Juli den letzten Honig geerntet habe, beginne ich gleich mit der Behandlung.“ Dazu benutzt sie Ameisensäure oder ein Mittel namens „Api-LifeVar“, das aus vier ätherischen Ölen besteht.

Milde Winter, hungrige Bienen

Der diesjährige relativ warme Winter könnte für die Bienen in diesem Jahr zum Problem werden. Die anhaltend milde Witterung führte dazu, dass viele Völker schon kräftig in Brut gegangen sind und nun einen deutlich erhöhten Futterbedarf haben, der etwa zehn Mal so hoch ist wie normalerweise um diese Zeit. Das bestätigt auch Kaspar Bienefeld, Leiter des Länderinstituts für Bienenkunde in Hohen Neuendorf. „Viele Bienen haben in diesem Winter durchgebrütet und dann sind natürlich auch die Varroamilben aktiv.“, sagt der Wissenschaftler. „Milde Winter sind also nicht unbedingt vorteilhaft.“ Wie die Bienen den Winter im Land Brandenburg überstanden haben, darüber wagt der Bienen-Professor noch keine Aussagen. „Es sieht aber so aus als ob die Verluste eher unterdurchschnittlich hoch sind. Genaueres können wir aber erst im April sagen.“ Die Varroamilbe und das Klima beeinflussen nach seinen Aussagen ganz entscheidend die Bienenverluste.

Das Schwärmen verhindern

Claudia Schön kontrolliert sorgfältig die Futtertröge, die aber bestens gefüllt sind. Sie überlässt nichts dem Zufall. „Ich bin ein Kontrollfreak“, sagt sie. „Ich muss immer alles mitbekommen.“ Wenn im späten Frühjahr die Schwarmzeit beginnt, überwacht die Imkerin ihre Bienen besonders aufmerksam, denn bevor die Bienen zu schwärmen beginnen, legen sie Weiselzellen an. Sind also Eier, Larven oder bereits verdeckelte Zellen sichtbar, dann steht das Schwärmen bevor. Das bedeutet, dass die alte Königin mit einem Teil des Bienenvolkes auszieht. „In dieser Zeit schaue ich mir jede Wabe einmal in der Woche ganz genau an“, sagt die Imkerin, denn um das Schwärmen zu verhindert, müssen alle Weiselzellen zerstört werden. Da das ursprüngliche Volk nach dem Schwärmen erst einmal geschwächt ist und weniger Honig liefert, will Claudia Schön das verhindern.

Ihre Königinnen hat sie im vergangenen Jahr erstmals selbst gezüchtet. „Die Larven habe ich mir im Mai aus dem Länderinstitut für Bienenkunde in Hohen Neuendorf geholt“, erzählt sie. „So kann ich sicher sein, dass sie auf Widerstandsfähigkeit, Sanftmut , Fleiß und Schwarmträgheit gezüchtet sind.“ Die Bienenkönigin ist der Dreh- und Angelpunkt eines jeden Bienenvolkes. Sie benötigt ihre gesamte Kraft für die Ablage der Eier. Claudia Schön weiß ihre Leistung zu schätzen und hat ihnen deshalb auch jeweils einen Namen gegeben. Elisabeth, Maja und Elektra legen wie alle Königinnen täglich etwa 1700 Eier ab. Die Imkerin ist zuversichtlich, dass ihr die Bienen auch in diesem Jahr reiche Honigerträge einbringen werden.

2015 waren es 50 Kilogramm pro Volk. Ihre Honiggläser darf sie mit dem Etikett des Deutschen Imkerbundes versehen. Diese dürfen nur Imker verwenden, die einen Fachkundenachweis erbracht haben. Dazu ist eine Teilnahme an einer Lehrveranstaltung und das erfolgreiche Ablegen einer Prüfung erforderlich.

Von Cornelia Felsch

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