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Ostprignitz-Ruppin Immer mehr Kinder benötigen Einzelfallhelfer
Lokales Ostprignitz-Ruppin Immer mehr Kinder benötigen Einzelfallhelfer
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00:19 26.06.2017
Durch Frühförderung sollen Defizite bei Kinder möglichst schnell behoben werden. Quelle: Zoellner/ Oberlinhaus
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Neuruppin

Das Kreis-Gesundheitsamt benötigt immer mehr Einzelfallhelfer, damit Kinder betreut werden können, die an einer Entwicklungsstörung leiden oder davon bedroht sind. Für Ingolf Matschy von der Frühförderstelle kommt diese Entwicklung keinesfalls überraschend. Zum einen wünschten sich immer mehr Eltern, dass ihr Kind trotz einer Entwicklungsstörung in einer normalen Kita betreut wird – das geht aber oft nur durch die Mitarbeit eines Einzelfallhelfers, weil die anderen Kita-Erzieher sonst überfordert wären.

Die Zahl der Einzelfallhelfer steige aber auch deshalb, weil es im Landkreis immer mehr Kinder mit einem erhöhten Betreuungsbedarf gebe, sagte Matschy beim Kreis-Sozialausschuss. Über die Gründe will der Heilpädagoge nicht spekulieren. Können diese doch vielfältig sein: Einige Kinder waren einfach „nur” lange krank, andere haben genetische Schäden oder Sprachstörungen, wieder andere weisen Defizite auf, weil sie zu Hause von ihren Eltern nicht gefördert werden.

Rauschgift während der Schwangerschaft

Zudem hat die Frühförderstelle in jüngster Vergangenheit mindestens drei Fälle registriert, bei denen werdende Mütter sogar noch während ihrer Schwangerschaft Rauschgift konsumiert haben – dabei dürfte eigentlich bekannt sein, dass Drogen während der Schwangerschaft nicht nur zu Fehl- und Frühgeburten führen können, sondern auch zu starken Entwicklungsproblemen des ungeborenen Kindes. Welche Drogen die drei werdenden Mütter zu sich genommen hatten, das ließ Ingolf Matschy offen. Schließlich gilt auch für die insgesamt 19 Experten der Frühförderstelle im Gesundheitsamt die ärztliche Schweigepflicht. „Zunehmend machen uns auch emotionale Problem in den Familien Sorgen“, sagte Matschy lediglich. Soll heißen, dass auch immer mehr Eltern mit der Erziehung ihres Kindes oder ihrer Kinder einfach überfordert sind.

Gut acht Prozent der Kinder haben eine Entwicklungsstörung

Derzeit betreut die Frühförderstelle 420 Mädchen und Jungen zwischen null und sechs Jahren im Landkreis; 350 von ihnen erhalten eine heilpädagogische Unterstützung, damit sie sich altersgerecht entwickeln und ihre Defizite abbauen. Das scheint zumindest bei einigen ganz gut zu klappen. „Jedes Jahr können wir bei etwa zehn Kindern die Frühförderung beenden, weil sie erfolgreich war“, sagte Ingolf Matschy. An der Gesamtsituation in Ostprignitz-Ruppin ändert das aber bislang wenig nichts. Laut dem Gesundheitsamt haben in Ostprignitz-Ruppin gut acht Prozent aller Kinder eine Entwicklungsstörung oder sind von einer solchen bedroht. „Die Tendenz ist gleichbleibend“, sagte Matschy.

Eine Frühförderung kann schon nach der Geburt des Kindes einsetzen und bis zur Einschulung dauern.

Von Andreas Vogel

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