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Immer mehr Kinder im Frauenhaus

Neuruppin Immer mehr Kinder im Frauenhaus

Dank einer Spende der Sparkasse konnte das Spielzimmer im Neuruppiner Frauenhaus erneuert werden. Das war auch notwendig. Denn in der Notunterkunft für Frauen leben auch immer mehr Kinder. Aktuell sind es zehn. Finanziert wird das Frauenhaus vom Land, dem Kreis und der Stadt Neuruppin.

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Da haben auch Erwachsene ihren Spaß: Landrat Ralf Reinhardt, Michaela Rönnefahrt vom Frauenhaus, Christopher Arndt von Sparkasse (oben von links) und Marlies Grunst, die Gleichstellungsbeauftragte des Kreises. Aktuell leben sechs Frauen und zehn Kinder im Frauenhaus.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Kuschelecke, Spielzeugherd, sogar eine Plüschmaus schaut aus einem extra hergerichteten Loch – die neue Spielecke für Kinder im Neuruppiner Frauenhaus, die am Freitag erstmals präsentiert wurde, soll Ruhe und Geborgenheit ausstrahlen. Die Modernisierung des Zimmers war dringend notwendig. Auch weil sich in der Notunterkunft für Schutz suchende Frauen immer mehr Kinder aufhalten.

Rönnefahrt: Die Brutalität hat zugenommen

Normalerweise sind es stets etwa halb so viele wie Frauen, die vor ihren prügelnden Lebensgefährten flüchten, sagte Michaela Rönnefahrt vom Frauenhaus. Doch in den vergangenen zwei Jahren sah das anders aus: 2015 wurden 35 Frauen und 34 Kinder im Neuruppiner Frauenhaus betreut, im vergangenen Jahr waren es 28 Frauen und 29 Kinder. „Wir haben außerdem 27 Frauen mit 41 Kindern an andere Notunterkünfte weitervermittelt“, sagte Rönnefahrt. Entweder, weil das Neuruppiner Frauenhaus mit seinen fünf Räumen und maximal 20 Übernachtungsplätzen voll war oder weil die Frauen dort vor ihren gewalttätigen Partnern nicht sicher gewesen wären.

„Die Brutalität hat zugenommen“, sagte Rönnefahrt. „Es gibt Kinder, die nahezu täglich Gewalt erfahren.“ Mal werden sie und die Mutter eingesperrt und zusammengeschlagen, mal mit einem Messer bedroht oder mit einer glimmenden Zigarette verbrannt. Selbst wenn sich Frauen von ihrem Partner trennen wollen, ist das nicht immer einfach. Zum einen, weil Kinder oft trotz vieler schlimmer Erlebnisse an ihrem Vater hängen; zum anderen wollen Männer oft nicht zulassen, dass ihre Partnerin plötzlich eigene Wege geht. „In solchen Fällen hilft nur eines: Handy ausmachen und Sim-Karte rausnehmen“, sagte Rönnefahrt. Sonst kann es vorkommen, dass der Ex plötzlich vor der Tür steht und verlangt, dass „seine“ Frau sofort zurückkommen soll.

Betroffene bleiben im Schnitt gut drei Monate in der Notunterkunft

In der Notunterkunft sollen die Frauen in Ruhe darüber nachdenken können, wie ihre Zukunft aussehen soll. Oft müssen eine neue Wohnung sowie Plätze für die Kita oder Schule für die Kinder gefunden werden. „Es ist schwer, eine geeignete Wohnung zu bekommen“, so Rönnefahrt. Auch deshalb beträgt die durchschnittliche Verweildauer zwischen drei und vier Monate. Schon darum ist es wichtig, dass in der Notunterkunft ebenfalls an die Bedürfnisse der Kinder gedacht wird. Die Sparkasse zeigt sich seit Jahren dem Frauenhaus gegenüber spendabel: 2014 übernahm die Bank die Kosten für einen Kinderwagenunterstand, 2015 für eine Schaukel, nun die knapp 3000 Euro für das neue Spielzimmer.

Finanziert wird die Notunterkunft, in der zwei Frauen je 20 Stunden die Woche arbeiten und zwei weitere Frauen je 30 Stunden die Woche, von Land (62 500 Euro), Kreis (58 500 Euro) und der Stadt Neuruppin (10 000 Euro.

Von Andreas Vogel

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