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Impro-Theater-Show in Neuruppin

Der Fluch der Bergschuhe Impro-Theater-Show in Neuruppin

Am Anfang stehen drei Zurufe aus dem Publikum: Gummibaum, Science Fiction und Drama. Und im Nullkommanichts wird daraus ein Theaterstück. Beim Improvisationstheater entstehen Figuren und Dialoge allesamt aus dem Stegreif, dank blitzschneller Ideen der Akteure. Stefan Ziron und Partnerin Mandy wollen das Theater etablieren.

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Wollen das Impro-Theater in der Region etablieren: die Lüchfelder Stefan Ziron und Mandy John-Ziron.

Quelle: Regine Buddeke

Neuruppin. Die Bergschuhe sind Fluch und Segen zugleich. Wie ein roter Faden ziehen sie sich durch das Stück, das Mandy John-Ziron, ihr Partner Stefan Ziron und Paul Morganianis auf die Bühne knallen. Noch fünf Minuten vorher wusste indes keiner, um was es eigentlich geht in diesem Stück. Darin liegt der Reiz des Improvisationstheaters – für Akteure und Zuschauer gleichermaßen. „Zieht mich mal an“, ruft Mandy Ziron in das leider recht spärliche Publikum, das sich am Samstagabend im Neuruppiner JFZ eingefunden hat. „Hochzeitskleid“, ruft ein Gast. „Bergschuhe“, ein anderer.

Mutiert wegen Gummibaum-Verzehrs

Mutiert wegen Gummibaum-Verzehrs: Paul Morganianis.

Quelle: Regine Buddeke

Und schon geht es los: Die Braut zwängt sich ins fiktive Brautkleid, Morganianis mimt die beratende Freundin. „Freeze“, ruft Stefan Ziron – beim Impro heißt das soviel wie „Szene friert ein“ – und übernimmt das Zepter der Handlung, einfach, weil ihm spontan eine neue Idee gekommen ist. Er schlüpft in die Rolle des Vaters, ein verbitterter Alm-Betreiber und Despot, dem die Frau abgehauen ist und dessen Familie seit Generationen Bergschuhe herstellt. Schnell wird die Brautgeschichte zum Familiendrama. „Nur noch einmal ziehe ich sie an“, verspricht die Braut ihrem Bräutigam – blitzschnell hat Stefan Ziron die Rolle gewechselt. Es ist überraschend, wie rasch eine Geschichte woandershin abdriftet, als sie ursprünglich begann, und wie schnell sich die Schauspieler die Bälle zuwerfen. Jeder bringt Ideen ein, aber nicht, um die anderen an die Wand zu spielen, sondern als Angebot an die Mitspieler, den Faden weiter zu spinnen. Wer gerade „freezt“, klimpert im Off auf dem Klavier oder imitiert passende Geräusche, etwa knarzende Bergschuhe.

Mandy und Stefan Ziron leben seit einem halben Jahr in Lüchfeld. Kennengelernt haben sie sich beim Impro in Berlin. Musiker Stefan ist mittlerweile auch mimisch aktiv – die beiden möchten Improtheater in der Region etablieren. „In Brandenburg sind wir gerade mal die dritte Gruppe. Es gibt hier Leute, die den Begriff noch nie gehört haben“, sagt Mandy Ziron. Sie suchten sich Bühnen – einmal pro Monat tritt das Paar mit wechselnden Mitstreitern im JFZ auf und einmal in Gerda’s Cupcake-Café am See. Auch mit der Impro-Gruppe der Evangelischen Schule habe man schon Kontakt aufgenommen. „Schön, dass es das hier gibt“, so Stefan Ziron. In Kanada beispielsweise sei Impro-Theater ein Schulfach. Keine schlechte Idee – Spontanität und Kreativität sind Werte fürs Leben. Das zeigen die drei mit der folgenden Sci-Fi-Story, bei der die Menschheit mit dem letzten lebenden Gummibaum gerettet werden soll. Darauf muss man erst mal kommen.

Tipp: Am 5. Dezember 2015 gibt es einen kostenlosen Impro-Schnupperkurs im Klubhaus Lüchfeld.

Von Regine Buddeke

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