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Ostprignitz-Ruppin In Babitz arbeitet Bildhauer Infant Zoyt
Lokales Ostprignitz-Ruppin In Babitz arbeitet Bildhauer Infant Zoyt
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18:50 01.04.2016
„La Vita“ heißt diese Figur als Hochrelief, die Zoyt für einen Schweizer Auftraggeber anfertigt. Quelle: Claudia Bihler
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Babitz

Im Atelier riecht es ein wenig nach Bienenwachsbalsam, Stechbeitel, Raspeln, Motorsägen und Schleifutensilien liegen auf den Werkbänken – ein leichter Schleier von Sägemehl zeichnet die Szenerie weich. Nur der drei oder vier Meter hohe Eichenstamm, aus dem bereits das Hochrelief der Statue „la Vita“ – „Das Leben“ in seinen Grundzügen herausgearbeitet ist, zeigt frische Arbeitsspuren: „Das ist ein Auftrag aus der Schweiz“, meint Holzbildhauer Infant Zoyt aus Babitz: „Der Auftraggeber hat schon einmal eine Figur bei mir bestellt.“ Und weil die den Tod dargestellt hatte, will der Schweizer nun auch das Leben in Holz gemeißelt: Eine beflügelte Engelsfigur vor dem zunehmenden Mond.

Der Künstler ist in Kanada geboren

In allen Räumen seines Ateliers hat Zoyt seine Werke bereits für die nächste Ausstellung verpackt. „Ich wünschte, meine Galerie würde nicht nur sehr dekorative Figuren verkaufen“, sagt der in Kanada geborene Künstler, der vor allem auch tiefsinnige Holzskulpturen herstellt: Hier stehen zwei Figuren als surrealistische Interpretation des „Gewissen“ fertig, dort beschäftigen sich zwei Menschen mit dem Leben nach dem Tod: „Post Mortem“ nennt der Künstler dieses Werk. Und auch moderne Themen setzt er in Holz um: „Anwendungsalgorithmen“ heißt die eine, die die hundert Augen des Internets darstellt, das aus den elektronischen Spuren eines Internetnutzer eine virtuelle, neue Figur erschafft, „Das Gerücht“ der Baum mit den zahllosen Mündern.

Früher suizidgefährdet und verzweifelt

Auch, wenn er beispielsweise mit den „Stachelhutträgern“ wirklich dekorative Figuren erschaffen hat: Von Oberflächlichkeit ist bei Zoyt keine Spur zu finden: Die Stachelhutfiguren etwa gehen auf die Idee des „Zwei-Weltkriegshelmes“ zurück. „Ich war früher suizidgefährdet und verzweifelt. Die Kunst hat für mich einen Ausweg bedeutet, ich konnte mich neu erfinden.“ Alkohol und Drogen standen ihm als Verlockungen genug vor Augen, aber „ich wusste, wenn ich mich auf diesen Weg begebe, könnte ich die Kunst vergessen.“

Er schrieb sich in Hamburg für ein Philosophie-Studium ein, verbrachte seine Zeit jedoch nicht im Hörsaal, sondern in der Bibliothek: „Da hab ich dann Philosophen wie Spinoza, Nietzsche oder Hegel gelesen.“ Und er sorgte mit ungewöhnlichen Aktionen für Bekanntheit: Etwa, als er in Hamburg mit einem Stock auf einem mitgebrachten Sockel als Aktionskünstler stand, oder auch mal in der U-Bahn. Und er gab sich mit Zoyt einen neuen Namen, der Geburt und Tod und den Lebensweg dazwischen beschreibt. Das „Infant“ als Vornamen ist der englische Begriff für Säugling, erklärt der Künstler, der ausschließlich Altholz für seine Werke verwendet: „Ich glaube angesichts von Umweltzerstörung und Krisen, dass sich die Menschheit im Zustand eines Säuglings befindet. Aber ich bin auch der festen Überzeugung, dass die Menschheit es schaffen wird, erwachsen zu werden. Auch, wenn sie dazu andere Planeten kolonialisieren muss.“

Von Claudia Bihler

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