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Ostprignitz-Ruppin In Bechlin geht’s rund
Lokales Ostprignitz-Ruppin In Bechlin geht’s rund
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02:15 10.09.2015
Die drei Hauptorganisatoren des Erntefestes in Bechlin: Stephan Engel, Nico Ruhle, Andreas Schulz (v.l.) Quelle: Celina Aniol
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Bechlin

Die Handtasche in die Luft lupfen und – Wurf. Damit den Damen bei der Disziplin nicht ihre gesammelten Schätze aus ihrem sonst so behüteten Beutel rutschen, werden die Organisatoren des Erntefestes in Bechlin am Sonnabend präparierte, sprich: leere Taschen am Start reichen. Der Handtaschenweitwurf ist nur eine von vielen sportlich-spaßigen Aktivitäten, die die Dorfbewohner seit Monaten für die 700-Jahr-Feier ihres Ortes am Wochenende aushecken. Schließlich soll für jeden was dabei sein, da die Fete auch das gemeinsame Erntefest der Neuruppiner Ortsteile ist.

Deshalb gibt es auch den Axtwurf für Männer und das Gummistiefelschleudern für Kinder, das Entchenangeln für die Jüngeren und das Rallye-Taxi der Ruppiner Rennsportgemeinschaft für Junggebliebene, das Schaupflügen der Bauern und die Schussgeschwindigkeitsmessstation von SV Union Neuruppin. „Wir wollen, dass unsere Gäste nicht nur einmal die Straße hoch-und runterspazieren und ein Stück Kuchen essen, sondern bei dem Fest richtig mitmachen“, erklärt Andreas Schulz, einer der Organisatoren. „Nur solche Feste, bei denen man das kann, sind schön.“ Den Anspruch, eine unvergessliche Fete auf die Beine zu stellen, „besser als jeder der bisherigen Erntefeste Neuruppins“, den haben die Bechliner. „Es soll keine kommerzielle Veranstaltung werden, sondern ein tolles Miteinander.“ Mit rund 50 Fahrzeugen beim Festumzug am Sonnabendmittag und 65 Gästen aus der polnischen Partnerstadt Babimost beim gesamten Fest.

Damit so viele Menschen wie möglich daran teilhaben können, hat das Organisationskomitee auch für einen Bus-Shuttle gesorgt, der stündlich zwischen Bechlin und dem Neuruppiner Stadtzentrum pendelt. Diese Verkehrsanbindung an die Fontanestadt am Festtag ist eine Premiere beim Erntefestreigen der Ortsteile, auf die die Bechliner stolz sind – auch wenn sie ursprünglich dabei die Bahn fahren lassen wollten. Diesen ehrgeizigen Plan hätten sie fallen lassen müssen, da sich das zuständige Verkehrsunternehmen als nicht besonders kooperativ gezeigt habe. „Wir haben da viel Kraft reingesteckt, haben uns das so schön vorgestellt“, so Schulz. „Irgendwann mussten wir die Idee aber aufgeben.“

Trotzdem ist er überzeugt, dass das Fest auch mit dem Busverkehr „eine runde Sache“ wird. Dazu tragen neben einigen Ortsteilen und vielen Vereinen auch zahlreiche Sponsoren wie Bundestagsabgeordnete aus der Region, Firmen und kommunale Gesellschaften bei, die neben der Stadt das Fest finanziell unterstützen. Nur so können sich die Bechliner ein Feuerwerk leisten – und die 700 Douglasien für ihre Festtagsgäste.

Von Celina Aniol

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