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In Heiligengrabe wird neue Äbtissin gewählt

Äbtissin Friederike Rupprecht gibt zum Jahresende ihr Amt auf In Heiligengrabe wird neue Äbtissin gewählt

In Berlin wird am Freitag eine neue Äbtissin des Kloster Stiftes Heiligengrabe gewählt. Die bisherige Friederike Rupprecht gibt nach 14 Jahren ihr Amt auf, sie will damit Platz machen für eine jüngere Nachfolgerin. In Heiligengrabe will sie aber vorerst wohnen bleiben.

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Äbtissin Friederike Rupprecht sieht das Kloster Stift zum Heiligengrabe vorrangig als geistliches Zentrum.

Quelle: Christamaria Ruch

Heiligengrabe. Äbtissin Friederike Rupprecht vom Kloster Stift zum Heiligengrabe gibt zum Jahresende ihr Amt in jüngere Hände. Damit endet zugleich ihre 14-jährige Ära der geistlichen Leitung. Im Oktober 2001 wurde Rupprecht in das Amt eingeführt. Am 10. Januar kommenden Jahres wird die dann 75-Jährige im Rahmen eines Festgottesdienstes aus dem Amt ausscheiden. „Als sichtbares Zeichen überreiche ich dann meiner Nachfolgerin den Äbtissinnenstab.“ Unabhängig davon bleibt sie jedoch in Heiligengrabe als Stiftsfrau wohnen.

Wahl der neuen Äbtissin

Am Freitag tagt das Kuratorium vom Kloster Stift zum Heiligengrabe in Berlin. Das gut 17-köpfige Gremium wählt aus drei Kandidatinnen die Nachfolgerin für die 74-jährige Friederike Rupprecht.

Das Amt der Äbtissin war von Januar bis April dieses Jahres ausgeschrieben.

Wegen der Fülle der Aufgaben wird zukünftig dieses Amt von einer jüngeren Theologin mit finanzierter Stelle ausgeübt. Bislang übernahm eine Ruheständlerin das Amt und erhielt dafür neben ihrer Pensionsbezüge eine Aufwandsentschädigung aus dem Klosterhaushalt.

„Es war eine gute Zeit. Ich bin hierher geführt worden und sehe meine Arbeit als innere und äußere Berufung.“ Knapp und dennoch inhaltsreich fasst Friederike Rupprecht ihr Wirken in Heiligengrabe zusammen. Viele Veränderungen in dem weiträumigen Klostergelände gehen auf das Engagement der promovierten Theologin zurück. Besonders die baulichen Fortschritte fallen dabei ins Auge. Doch immer wieder betont sie im Gespräch: „Die geistlichen Inhalte sind an diesem Standort entscheidend und wichtig, trotz der anderen Aufgaben.“ Dabei liegen ihr die Gebets- und Einkehrzeiten besonders am Herzen. „Die Mittagsgebete habe ich am meisten geliebt.“ Einmal am Tag eine stille Zeit zu erleben, gebe viel Kraft.

Äbtissin hat zuvor in Karlsruhe gearbeitet

Bereits 1998 kam die Äbtissin mit Heiligengrabe in Verbindung. Damals war sie noch als Pastorin in der Petrusgemeinde in Karlsruhe (Badische Landeskirche) tätig. Sie erhielt die Anfrage, ob sie das Amt der Äbtissin in Heiligengrabe übernehmen würde. „Ich fühlte mich der Sache durch Kontakte nach Heiligengrabe verpflichtet“, so Rupprecht. Als sie 1998 erstmals die neue Wirkungsstätte besuchte, erlebte sie keine blühende Landschaft. „Ich hatte den Eindruck, dass hier gar kein Leben auf dem Klostergelände herrscht.“ Denn die Diakonissen waren kurz zuvor in den benachbarten Friedenshort umgezogen und auch die Gebäude hatten schon bessere Zeiten gesehen. Drei Jahre später ging die Pastorin Friederike Rupprecht in den Vorruhestand und zog dann nach Heiligengrabe. Längst hat sie die „einmalige Brandenburger Landschaft mit den so vielen stillen Stellen“ für sich entdeckt.

Damaliges Ziel: Heiligengrabe soll geistlicher Ort werden

Als sie das Ehrenamt der Äbtissin übernahm, beendete sie zugleich die sechs Jahre währende Zeit der unbesetzten Stelle. Sie baute dabei auf die Worte der Amtsvorgängerin Ingeborg-Maria Freiin von Werthern: „Das Stift hat eine Zukunft, auch wenn man noch nicht über die Grenzen schauen kann.“ Mit klar umrissenen Ideen trat die damals 60-jährige Friederike Rupprecht 2001 ihr Amt an: Heiligengrabe sollte sich wieder zum geistlichen Ort entwickeln. Ebenso sollte ein Konvent aus Stiftsfrauen entstehen, Kulturangebote geschaffen und das Museum wiederbelebt werden und eventuell eine Schule wieder auf dem Gelände entstehen. Wer heute das Kloster Stift besucht, sieht, dass all diese Ideen Früchte tragen. „Anfangs hat mich die Fülle dieser Aufgaben überfallen und es war nicht abzusehen, ob alles überhaupt finanziert werden kann“, gesteht sie ein. Denn: Das führte „zu vielen Konflikten und Gerangel, an welche Stellen innerhalb des Klosters das Geld fließen soll“. Und löste bei ihr immer wieder einen Zwiespalt aus. Trotz der vielen Baumaßnahmen fühlte sie sich dem Ort gleichermaßen auch als Kultur- und Museumsstandort verpflichtet und förderte sie.

Andere Stiftsfrauen haben die Äbtissin immer unterstützt

Friederike Rupprecht sieht in sich „keine große und starke Persönlichkeit“. Doch bei der Fülle an Aufgaben, die sie anging und zum Ziel führte, bewies sie Größe und Stärke. „Ich habe mich immer auf himmlische Hilfe verlassen.“ Eine ebenso große Stütze fand sie in den 14 Jahren in den anderen Stiftsfrauen. „Sie haben mich gestützt und jede von ihnen hat sich mit unterschiedlichen Aufgaben eingebracht.“ Trotz des Abschieds zum Jahresende bereitet sie für ihre Amtsnachfolgerin das Programm für 2016 vor, schmiedet Pläne für eigene Seminare zum Thema „Alt werden“ oder fasst die Herausgabe von weiteren Segensbüchern ins Auge. Die Zeit ihres Anfangs 2001 und das Abschiedsjahr ähneln sich. Damals wie heute erlebt sie viele Umbrüche im Kloster Stift. Der Abschied und Umzug der Diakonissen in das hessische Freudenberg gehen ihr nahe. Restaurierungsarbeiten beginnen in Kürze an der Stiftskirche und dann steht für heute die Wahl der neuen Äbtissin an.

Von Christamaria Ruch

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