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In Kyritz ist der Tod eine teuere Sache

Kommunale Friedhöfe In Kyritz ist der Tod eine teuere Sache

Die Friedhöfe in den Kyritzer Ortsteilen haben nach Angaben der Verwaltung seit 2012 Jahr für Jahr ein Defizit von rund 25 000 Euro erwirtschaftet. Um das auszugleichen müssten die Friedhofsgebühren etwa um das Doppelte steigen. Die Ankündigung sorgt für Unmut.

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Der Friedhof in Kyritz wird von der evangelischen Kirche betrieben. Er ist somit von den geplanten Gebührenerhöhungen der Stadt nicht betroffen.

Quelle: André Reichel

Kyritz. Die kommunalen Friedhöfe in den Kyritzer Ortsteilen erwirtschaften Jahr für Jahr Defizite. Der Wartungsaufwand übersteigt die Gebühreneinnahmen bei weitem, heißt es aus der Stadtverwaltung. Dem Holzhausener Ortsbeirat nannte Amtsleiterin Veronika Lausch in der vergangenen Woche Zahlen. Demnach ist seit der letzten Gebührenanpassung 2012 bis einschließlich 2015 für die kommunalen Friedhöfe ein Minus von 84 200 Euro aufgelaufen.

Für Veronika Lausch stehen die Folgen außer Frage: Kommunen sind laut Kommunalabgabengesetz dazu angehalten, Einrichtungen wie Friedhöfe kostendeckend zu betreiben. In der Konsequenz bedeute dies eine weitere Gebührenerhöhung.

Und die fiele den bisherigen Berechnungen der Verwaltung zufolge heftig aus. Derzeit stellt die Stadt für ein Einzelgrab mit 25 Jahren Nutzungsdauer einmalig 715 Euro in Rechnung. Um kostendeckend zu wirtschaften, wären im Grunde aber 1443 Euro vonnöten. Beim Urnenreihengrab stiege die Gebühr von 286 auf 577 Euro, bei der anonymen Grabstätte von 76 auf 144 Euro. Für die Nutzung der Trauerhalle müssten 250 statt der bisherigen 100 Euro erhoben werden.

In Neustadt kostet ein Einzelgrab 908 Euro

Zum Vergleich nannte Veronika Lausch Preise aus Nachbarkommunen: Neustadt verlange für das Einzelgrab derzeit 908 Euro, in Neuruppin seien es 2038 und in Pritzwalk 2200 Euro. Deutlich günstiger ist es auf dem von der evangelischen Kirche betriebenen Friedhof in Kyritz: Dort fallen aktuell 825 Euro für das Einzelgrab an. „Das liegt aber an der hohen Zahl der Bestattungen“, schätzte Veronika Lausch ein. Auf dem Kyritzer Friedhof gebe es jährlich rund 100 Bestattungen, während nur ein Gebäude zu unterhalten sei. In den Kyritzer Ortsteilen seien es lediglich 20 Bestattungen, aber neun Gebäude. All dies werde sich in den neuen Gebühren niederschlagen müssen, kündigte die Amtsleiterin an. „Es wird eine Beschlussvorlage geben, die die Ortsbeiräte beraten können.“

In Holzhausen sorgte diese Neuigkeit sichtlich für Unbehagen. Ortsbeiratsmitglied Dietmar Thiel mochte die genannten Zahlen kaum glauben: „Wir möchten gern wissen, wie die Summen zustande kommen.“ Ortsvorsteher Andreas Lange prophezeite: „Das wird mit Sicherheit Ärger geben.“ Der zeichnete sich gleich in der Sitzung ab: Die anwesenden Holzhausener machten aus ihrem Unmut keinen Hehl. Sie selbst hätten Zaun und Weg auf dem Friedhof einst gebaut. Und nun sollten sie Jahr für Jahr mehr bezahlen?

„Meine Unterstützung wird so ein Beschluss bestimmt nicht finden“, stellte Ortsvorsteher Andreas Lange klar. „Die Leute können sich das Sterben kaum noch leisten.“ Bei so einem Trend brauche sich niemand zu wundern, dass das ehrenamtliche Engagement in den Dörfern nachlässt.

Von Alexander Beckmann

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