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Ostprignitz-Ruppin In Neuruppin fehlt ein Mittelklasse-Hotel
Lokales Ostprignitz-Ruppin In Neuruppin fehlt ein Mittelklasse-Hotel
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02:15 10.03.2016
Der Wassertourismus boomt. Doch der Tourismusverband würde sich Investitionen bei den Hotels wünschen. Quelle: Peter Geisler,
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Rheinsberg

Peter Krauses Terminkalender ist voll. Auf der am Mittwoch beginnenden Internationalen Tourismusbörse wird der Geschäftsführer des Tourismusverbandes Ruppiner Seenland zwischen Gesprächsterminen und Vorträgen hin und her hetzen. Werden deutsche Anbieter vom Einbruch der Tourismuszahlen im Mittelmeerraum profitieren? Sollen örtliche Kanuvermieter ein Qualitätsmanagementsystem übernehmen? Wie soll ein Video gestaltet werden, das als virtueller Reiseführer für einen Kanuausflug in der Region dienen könnte? All das sind Fragen, über die er mit Fachleuten reden muss. Die weltweit größte Tourismusmesse mit ihrem riesigen Fachpublikum sei einzigartig, so Krause: „Man kann an einem Tag relativ viel klären.“

Mit 1 471 105 Übernachtungen hatte das Ruppiner Seenland 2015 ein Rekordjahr verbuchen können. Sorgen bereitet Krause allerdings, dass die Bettenkapazitäten zuletzt zurückgingen. Hotelbetreiber gaben auf, weil sie keinen Nachfolger fanden oder weil ihr Angebot nicht mehr zeitgemäß war. Im vergangenen Jahr wies die Statistik deshalb einen Rückgang der Bettenkapazität von 5,8 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr aus. „Das ist problematisch – unbedingt.“

In Neuruppin fehlt ein Hotel für Bustouristen

Der Tourismusfachmann würde sich in Neuruppin ein Mittelklassehotel wünschen, in dem Bustouristen unterkommen können. Zugleich braucht Fürstenberg (Oberhavel) seiner Einschätzung nach ein Hotel der gehobenen Klasse mit mindestens 100 Betten. „Wir haben in Fürstenberg einen enorm starken Wassertourismus“, sagt Krause. Für Gäste, die für eine Woche ein Boot mieten und anschließend noch eine Woche Landurlaub dranhängen wollen, sei es jedoch schwierig, ein Quartier zu finden.

Auch die Region um den Ziegeleipark Mildenberg ist Krause zufolge noch touristisches Entwicklungsland. „Wir haben das Freizeitangebot, aber nicht die notwendigen Bettenkapazitäten in der Region.“

In Rheinsberg wurden drei Hotels geschlossen

In Ostprignitz-Ruppin sind im vergangenen Jahr besonders viele Hotelbetten vom Netz genommen worden. Die Statistik weist hier einen Rückgang um acht Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr aus. Offen ist, wie sich die Hotelschließungen in Rheinsberg auf die Statistik auswirken werden. Drei Hotels mit insgesamt 275 Betten waren im vergangenen Jahr geschlossen worden. „Der Wachstum in Rheinsberg könnte sich verlangsamen“, sagt Krause. „Die Nachfrage muss sich nicht zwangsläufig auf andere Hotels verteilen.“

Wie berichtet, waren die Hotels aus unterschiedlichen Gründen geschlossen und später als Flüchtlingsunterkünfte vermietet worden. Einige Stammgäste, die einen Besuch der Kammeroper mit einer Übernachtung im inzwischen geschlossenen Schloss-Hotel verbinden wollten, hätten abgesagt, weil sie auf kein anderes Hotel umbuchen wollten, so Rheinsbergs Tourismus-Managerin Sigune Schmidt-Ulbrich. „Doch das waren Einzelfälle.“ Offen ist allerdings, ob die Bettenkapazität in Rheinsbergs Kernstadt im Sommer ausreichen wird, so Schmidt-Ulbrich. Schon jetzt seien einige Wochenenden zur Kammeroper-Saison ausgebucht.

Ruppiner Seenland wirbt an neuem Stand

Der Tourismusverband wird in diesem Jahr mit einem neuen Gemeinschaftsstand für sich werben. An den insgesamt fünf Ständen werden das Ruppiner Seenland und die Städte Neuruppin, Rheinsberg, Oranienburg und Kremmen vertreten sein. Neben dem Maritim Hafenhotel und der Neuruppiner Prima Service mit ihrer Seetorresidenz präsentiert sich auch die Oberhaveler Regio Nord.

Für Rheinsberg-Touristen spannend: die Schlösserlinie wird ab Mai wieder die Schlösser Rheinsberg und Mirow zweimal täglich verbinden. Bus und Bahn seien besser als im vergangenen Jahr aufeinander abgestimmt, sagt Schmidt-Ulbrich. Wer aus Berlin komme, „schafft es jetzt auch gut wieder zurück.“

Von Frauke Herweg

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