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In Nord-Brandenburg kracht es täglich 36-mal

Verkehrspolizei zieht Bilanz In Nord-Brandenburg kracht es täglich 36-mal

Nirgendwo in Brandenburg ist die Gefahr größer, in einen Unfall verwickelt zu werden, als im Nordwesten Brandenburgs. Die Zahl der Karambolagen ist in Prignitz, Ostprignitz-Ruppin und Oberhavel im vergangenen Jahr mit gut 13.000 Unfällen sogar gestiegen, sagte Bernd Halle, Leiter der Polizeidirektion Nord in Neuruppin. Damit hat es in der Region im Schnitt täglich 36-mal gekracht.

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Quelle: Polizei

Neuruppin. Der Polizei gelingt es nicht, die Zahl der Verkehrsunfälle im Nordwesten Brandenburgs zurückzudrängen. Obwohl die knapp 100 Verkehrspolizisten im Bereich der Direktion Nord, die die Prignitz, Ostprignitz-Ruppin und Oberhavel umfasst, im vergangenen Jahr mehr als 313 000 mal Fahrzeugführer kontrollierten, gab es gut 13 000 Unfälle. Das waren sogar 124 mehr als 2014. Vor drei Jahren hatte es ebenfalls gut 13 000 mal auf den Straßen in den drei Landkreisen gekracht.

28 Tote und 1856 Verletzte durch Unfälle

„Es ist leider kein positiver Trend erkennbar“, sagte Bernd Halle, der Leiter der Polizeidirektion Nord, am Dienstag bei der Präsentation der Daten in Neuruppin. Im Schnitt mussten die Beamten im vergangenen Jahr täglich zu 36 Unfällen ausrücken. Die Hauptursachen bleiben zu geringer Sicherheitsabstand, unangepasste Geschwindigkeit sowie Vorfahrtsverstöße. Immerhin wurden im vergangenen Jahr im Bereich der Polizeidirektion Nord lediglich 28 Menschen getötet, vier weniger als 2014. Allein 15 Menschen kamen ums Leben, weil sie oder der Unfallverursacher zu schnell unterwegs waren. Unzufrieden ist Polizeichef Halle auch noch aus einem anderen Grund: Denn die Gefahr, im Nordwesten Brandenburgs in einen Unfall verwickelt zu werden, ist größer als anderswo in der Mark. Hinzu kommt, dass bei den 13 039 Unfällen insgesamt 1856 Menschen verletzt wurden. Das sind 129 mehr Verletzte als 2014.

Mehr als 3000 Wildunfälle

Direkte Unfallschwerpunkte, an denen es häufiger als anderswo kracht, hat die Polizei nicht festgestellt. Allerdings passiert das Gros der Karambolage (rund 60 Prozent) innerhalb von Ortschaften. Etwa 30 Prozent entfallen auf Zusammenstöße außerorts, zehn Prozent auf den Autobahnen. „An diesem Trend hat sich seit Jahren nichts geändert“, sagte Halle. Das gilt ebenfalls für die weiter hohe Zahl an Wildunfällen. Im vergangenen Jahr gab es davon mehr als 3000, das sind im Schnitt sieben pro Tag. Glücklicherweise seien dabei aber keine Menschen verletzt oder sogar getötet worden, so der Polizeichef.

Halle rechnet nicht damit, dass die Zahl der Wildunfälle in diesem Jahr deutlich zurückgehen wird. Zwar wurden an vielen Straßen Schilder aufgestellt, die vor Wildwechsel warnen. Aber diese Warnungen werden von vielen Autofahrern kaum ernst genommen. Grund: Im Gegensatz zu anderen Ländern bezieht sich die Warnung oft auf einen kilometerlangen Bereich und nicht nur auf einen kurzen Abschnitt, in dem Rehe, Schweine und andere Wildtiere die Straße passieren.

Immer mehr Gemeinden wollen Tempo-30-Zonen

Skeptisch ist der Polizeichef zudem, dass immer mehr Kommunen auf das Einrichten von Tempo-30-Zonen drängen. Dagegen habe er eigentlich nichts einzuwenden, so Halle. Jedoch warnte er davor zu glauben, dass die Polizei das Einhalten der gewünschten Tempobeschränkung auch kontrollieren könne. „Unser Potenzial an Personal und Messwagen ist endlich.“ Vielmehr müssten sich die Landkreise dann Messgeräte anschaffen und das Einhalten der Tempobeschränkungen kontrollieren. Ob und wann die Polizei mehr Personal erhält, ist offen. Derzeit gehen deutschlandweit weiter mehr Beamte in den Ruhestand als neue Polizisten eingestellt werden.

Deutlich mehr Wildunfälle

In Ostprignitz-Ruppin gab es im vergangenen Jahr 3352 Unfälle, das sind 150 mehr als 2014. Dabei wurden 361 Personen verletzt (2014: 368) sowie vier Personen getötet (2014: ebenfalls vier).

Um mehr als ein Viertel

fälle. Die Polizei registrierte 1002 Zusammenstöße mit Rehen, Wildschweinen, Waschbären und anderen Wildtieren. 2014 waren es 779 Wildunfälle.

Leicht zugelegt haben zudem die Unfälle, bei denen der Sicherheitsabstand nicht eingehalten wurde. Davon gab es 304 im Vergleich zu 286 im Jahr 2014. Auch die Zahl der Fahrer unter Alkohol und anderen Drogen hat sich leicht erhöht – von 48 auf 53.

Zurückgegangen sind hingegen die Unfälle, die auf zu hohe Geschwindigkeit zurückzuführen sind, und zwar von 212 auf 181. Das Missachten der Vorfahrt führte im vergangenen Jahr in Ostprignitz-Ruppin zu 200 Unfällen, das sind 13 weniger als 2014.

Bei 106 Unfällen landete das Auto an einem Straßenbaum (2014: 105). Dabei gab es zwei Tote zu beklagen (2014: einer). Zudem wurden 44 Menschen verletzt, das sind neun weniger als 2014.

In der Prignitz gab es im vergangenen Jahr ebenfalls mehr Zusammenstöße als 2014. Die Zahl der Unfälle stieg allerdings lediglich um gut zwei Prozent, von 2592 auf 2657 Karambolagen. In Ostprignitz-Ruppin beträgt der Anstieg knapp fünf Prozent.

Die meisten Unfälle im Nordwesten der Mark registrierte die Polizei in Oberhavel. Allerdings sank dort die Zahl der Zusammenstöße leicht von 5742 auf 5698. Zugenommen haben sowohl in Oberhavel als auch in der Prignitz die Wildunfälle. Jedoch fiel der Anstieg mit gut acht Prozent in Oberhavel und knapp acht Prozent in der Prignitz vergleichbar moderat aus.

Von Andreas Vogel

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