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Ostprignitz-Ruppin In Peter Serusets Werkstatt fliegen die Späne
Lokales Ostprignitz-Ruppin In Peter Serusets Werkstatt fliegen die Späne
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11:48 07.02.2016
Lothar Seruset bearbeitet in seiner Werkstatt gerade einen Block Nussbaumholz für seine Skulptur „Menschen, gestern und morgen“ . Quelle: Peter Geisler
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Lentzke

Raureif liegt auf den Bäumen der Luchlandschaft, aus der eisigen, märchenhaften Stille tauchen die ersten Häuser auf. Hier in Lentzke an der Dorfstraße hat der Bildhauer Lothar Seruset seine Werkstatt.

Die Kälte ist bis zu ihm vorgedrungen, umgibt die Holzkörper und Gestalten, die die Werkstatt erobert haben und hüllt sie ein, wie das Holzmehl. Zwischen überlebensgroßen Körpern, Brettern, Stelen, Totenschädeln, die sich zu einer kompakten Masse verbunden haben, Kugeln, Fischen und mannshohen Rohlingen wirkt der Künstler klein und fast etwas zerbrechlich. Mit seinen hölzernen Geschöpfen kann er nicht mithalten. Die Kraftprotze mit ihren kräftigen Gliedmaßen stemmen Häuser, ganze Städte und Riesenfische in die Luft, auf den Köpfen balancieren sie Flugzeuge und sogar Waldstücke.

Wenn Lothar Seruset arbeitet, fliegen die Späne. Aber auch die Ergebnisse seiner Arbeit verstromen Kraft und Energie. Wahre Kraftpakete sind es, die er aus dem Holz holt – ein Besuch in seiner Werkstatt.

Erst wenn Lothar Seruset umgeben von seinen hölzernen Geschöpfen zum Bildhauerklüpfel greift und mit dem Hohleisen das Totenkopfsammelsurium bearbeitet, wird auch seine Kraft sichtbar. Die Späne fliegen, der Künstler arbeitet zielgerichtet, scheint nicht lange zu überlegen.Er hat alles fest im Griff, auch das harte Eichenholz. Schnitzend, hackend und sägend holt er aus Nuss-, Kirsch-, Linden- oder Birnbaumhölzern heraus, was in ihnen verborgen ist. Die Bearbeitungsspuren werden Teil der Skulptur und sind auch noch sichtbar, wenn der Holzbildhauer abschließend seine dünnen, matten Farbschichten über das Holz legt. Was der Stamm nicht hergibt, wird angeleimt; Schraubzwingen sind für Lothar Seruset unentbehrliche Werkzeuge, die überall im Raum verteilt ihre Aufgaben erfüllen. Herausragende Teile wie Arme und Flügel werden angeleimt. Füße und Hände sind überproportional groß – sind sie erst einmal vom Künstler geschaffen, scheinen sie ihr Leben im Griff zu haben und alles, was sie umgibt. Technik, Natur und andere Lebewesen. Der Mensch macht sie sich untertan, doch in den Balanceakten steckt auch immer wieder die Frage, wie der Mensch mit den Veränderungen der Welt klarkommt.

Ein Meisterschüler aus Ulm


Lothar Seruset wurde 1956 in Ulm geboren. Malerei an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg, später Bildhauerei und Malerei an der Hochschule der Künste in Berlin, wo 1988 die Meisterschülerernennung erfolgte.

zeigte er in zahlreichen großen Städten Deutschlands – unter anderem in Ulm, Berlin, München, Oldenburg, Düsseldorf, Hamburg, Potsdam und Wismar.


Auch im öffentlichen Raum
sind seine Kunstwerke zu sehen. Seit dem vergangenen Jahr befindet sich seine acht Meter große Skulptur „Fliegen“ auf dem überdachten Vorplatz des Münchener Flughafens. Sie wurde aus Anlass des 100. Geburtstags von Franz Josef Strauß dort errichtet.


Vom 18. bis 21. Februar
beteiligt sich Lothar Seruset an der Internationalen Messe für Klassische Moderne und Gegenwartskunst , der „Art Karlsruhe“.


Lothar Seruset
lebt gemeinsam mit der Bildhauerin Anna Arnskötter als freischaffender Künstler in Lentzke bei Fehrbellin.

Ein kleiner gedrungener Mann mit einer Krone auf dem Kopf steht auf zwei Wolkenkratzern, aus denen das Heck eines Flugzeugs herausragt. Andere knollennasige Geschöpfe balancieren auf einer Erdkugel und stemmen dabei ganze Stadtteile in die Luft. Augenzwinkernd, humorvoll und dennoch mit philosophischem Ernst fordern sie den Betrachter heraus, über sein Handeln nachzudenken. Und dabei stehen sie nicht immer mit beiden Füßen auf der Erde, sondern auch auf Zehenspitzen, auf dem Kopf oder gar auf einem blauen Fisch. Viele der Lebewesen tauchen in einer anderen Ecke der Werkstatt plötzlich wieder auf – auf einer großen Papierrolle als Kohlezeichnung, als Bronzeskulptur oder mittels Schneidemessern aus einer Holzplatte eliminiert. Dann werden sie von Lothar Seruset als Holzschnitt in die Fläche verbannt.

Mit einem Spachtel trägt der Künstler die zähe, blaue Druckfarbe auf eine Kunststoffplatte auf, um anschließend mit der schweren Handwalze darüber zu rollen. Gleichmäßig verteilt sich die Farbe auf dem Gummimantel der Walze, und wird so auf die Holzplatte übertragen. Noch einmal überprüft Lothar Seruset den Druck der großen eisernen Presse, bevor er nun das Blatt Papier und die Filzschicht auf die Holzplatte legt. Seine Holzschnitte entstehen aus mehreren Platten, die mit verschiedenen Farben eingefärbt werden. Dort, wo der Hai nun im blauen Wasser schwimmt, scheint die grüne Farbe der zuvor verwendeten Druckplatte hindurch. Viele seiner handgedruckten Holzschnitte sind Bestandteile von Büchern, die in der „Quetsche“, einem Verlag für Buchkunst, erschienen sind. Die Bücher sind üppig mit Originalgrafiken versehen und werden in kleinen Auflagen in der nordfriesischen Werkstatt gedruckt, um in den Schränken von Liebhabern als kostbare Sammelobjekte aufbewahrt zu werden.

Von Cornelia Felsch

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