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In Sieversdorf bestens integriert

Flüchtlinge und Behinderte In Sieversdorf bestens integriert

Spaß am Fußball und ein aktives Vereinsleben stehen bei der SG Sieversdorf an oberster Stelle. Doch auch von einem gesellschaftlichen Auftrag war die Rede anlässlich des jetzt 65-jährigen Vereinsbestehens. Demnach ist dort jetzt nicht nur allein ein Team von Menschen mit Handicap angegliedert. Viel mehr noch.

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Bürgermeister Hermann Haacke (r.) zählte zu den Gratulanten bei der jetzt 65-jährigen SG Sieversdorf.

Quelle: Privat (2), Matthias Anke

Sieversdorf. Das Sieversdorfer Dorffest 2015 stand am Wochenende ganz im Zeichen des Fußballs. Das Jubiläum „65 Jahre SG Sieversdorf“ bot sich an, mitgefeiert zu werden. Schließlich ist der Verein im Dorf bestens integriert, wie der Sieversdorf-Hohenofener Bürgermeister Hermann Haacke erklärte. Haacke kam, wie er sagte, um im Namen aller und zum Großteil sogar anwesenden Gemeindevertreter „Lob und Anerkennung zu zollen“. Auch Neustadts Amtsdirektor Dieter Fuchs hob die Vereinsintegrität hervor: „Großen Dank dafür, dass den Kindern und Jugendlichen hier im Ort Freizeitmöglichkeiten geboten werden.“

Vor allem aber integriert der Verein seit diesem Jahr ganz neue Menschen. Es sind einerseits Behinderte: Ein Team von Menschen mit Handicaps aus der Stephanus-Stiftung Heilbrunn hat in Sieversdorf einen Verein gefunden, über den diese Mannschaft nun in der Landesklasse spielen will und die Landesliga anstrebt. Dafür ausgebildete Trainer haben die Spieler jetzt in Sieversdorf.

„Aber auch ansonsten versuchen wir, uns unserem gesellschaftlichen Auftrag zu stellen und nicht nur mit Absichtserklärungen zu glänzen“, sagte der Vereinsvorsitzende Thomas Leitert in seiner Festrede vor den rund 70 Gästen. Er verwies auf Flüchtlinge, die in Neustadt untergebracht sind und in Sieversdorf eine Freizeitbeschäftigung fanden. „Zum Ende der vergangenen Saison war es kein Problem für unsere Sportler, als sich drei Spielerinnen und ein Spieler der SG anschlossen, die als Asylsuchende in die Region kamen. Das ist ein Beleg dafür, dass im Sport einige Dinge doch viel unkomplizierter sind als in der großen und manchmal leider auch in der kleinen Politik“, sagte Leitert.

Im Festzelt vor dem 2013 fertiggestellten Vereinshaus kam die Sprache bald auch auf den fehlenden männlichen Nachwuchs. Leitert forderte dabei Fairness unter den Vereinen. Dazu gehöre es auch, dass Spieler auf Kreisebene nicht mit Geld hin und her gelockt werden sollten. Es gehe auf dieser Ebene um den Spaß am Fußball und um aktives Vereinsleben.

Erfolge

Sieben Mal gewann die SG Sieversdorf die Fußball-Meisterschaft im Kreis Kyritz, womit Aufstiege in die Bezirksklasse Potsdam verbunden waren. Ein Mal sicherte sich die Männermannschaft den „Goldenen Traktor“ im damaligen Pokalwettbewerb des Kreises. Auch bei den Junioren konnten Kreismeisterschaften erkämpft werden. Sechs Jahre lang spielte der Verein mit Nachwuchsteams in der Bezirksklasse.

Seit den 1990er Jahren jedoch sind bis heute nur noch zwei Männermannschaften gerade so im Spielbetrieb aufrecht zu erhalten. Nachwuchsteams sind seit dem Kreispokalsieg 2004/05 der A-Junioren nicht in Sicht.

Einen ganz anderen Verlauf nahm die Entwicklung in der Abteilung Frauen- und Mädchenfußball seit 1997: Der kleine Dorfverein erlangte Bekanntheit von Angermünde bis Cottbus und Frankfurt/Oder bis Brandenburg/Havel. Vor allem die Juniorinnen-Teams sammelten Meisterschaften und Pokalsiege.

In Sieversdorf sind derzeit rund 140 Personen dabei, wovon etwas mehr als 100 aktive Fußballer sind – vielmehr: Fußballerinnen. Der Sieversdorfer Frauenfußball feiert Erfolge, und diese Abteilung dürfte den nächsten Anlass zum Feiern spätestens 2017 bieten. Dann gibt es sie seit 20 Jahren. Derzeit spielt eine Frauenmannschaft in der Landesliga, und es gibt vier Mädchenmannschaften, verteilt auf B-, C-, D- und E/F-Junioren.

Für Sieversdorf ging und gehe es trotz vieler Hochs und Tiefs eben immer weiter. Darin waren sich alle Gratulanten einig, die auch von benachbarten Vereinen kamen, darunter aus Neustadt und Breddin. Amtsdirektor Fuchs formulierte es so: „65 Jahre bedeuten im Leben eines Menschen den Ruhestand. In Bezug auf diesen Verein aber trifft das nicht zu.“ Namentlich gewürdigt wurden vom Vereinsvorsitzenden am Ende mehrere Mitglieder, von den Abteilungsleitern Siegfried Zepp und Sandro Behrendt über Schatzmeisterin Liane Bolle und die neue Schriftführerin Maria Neumann bis hin zu denen, die sich um Haus und Platz kümmern sowie Dagmar Bartsch als „die gute Seele des Vereins“.

Von Matthias Anke

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