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Ostprignitz-Ruppin In Vielitz wird gestickt
Lokales Ostprignitz-Ruppin In Vielitz wird gestickt
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00:17 14.04.2016
Christine Scholz mit dem königlichen Prachtkissen der Filmproduktion. Quelle: Peter Geisler
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Vielitz

Die Königsdisziplin war der Film-Auftrag. „Trotz hochkarätiger Besetzung einer der teuersten Flops der Welt“, sagt Mathias Scholz über das 15 Millionen Euro teure, deutsche Historiendrama über den König Ludwig II. von Bayern. Für ihn und seine Frau Christine war der Film indes ein voller Erfolg und alles andere als ein Flop. „Das war unser größter Auftrag“, sagen beide unisono. Die beiden Vielitzer betreiben eine Maschinenstickerei und haben für besagten Film alles bestickt, was anfiel: von den vielen Pferdeschabracken bis hin zu den Paradekissen und Briefmappen. Überall musste das königliche Wappen eingestickt werden. „Für uns eine Premiere – weil wir bis dato noch nicht auf Samt gestickt haben“, sagt Mathias Scholz. Auch die Sache mit dem Goldfaden sei ziemlich tricky gewesen. Aber probieren geht über studieren – das war schon immer Scholz’ Devise gewesen. „Wir haben ein halbes Jahr an dem Auftrag gesessen.“ Zumeist nach Fotos, die das Ausstattungsteam geschickt hat, um ihre Vorstellungen detailgetreu umgesetzt zu bekommen.

Mathias und Christine Scholz an der Brother. Quelle: Peter Geisler

Christine und Mathias Scholz sind Rentner – die Stickerei ist nur ein Nebenerwerb. „Wir wollen uns nicht zu Sklaven der Maschine machen“, beschreibt es Mathias Scholz, der im Team für die Stickdateien zuständig ist, die seine Frau dann an der Maschine ausführt. Kein ganz einfacher Vorgang, erklärt der Vielitzer, denn die Kunden würden zumeist gedruckte Fotos oder Zeichnungen mit ihrem Wunschmotiv mitbringen. Die muss er dann erst digitalisieren, später vektorisieren, denn Pixel kann die Maschine nicht sticken. Und jede Farbe benötigt ihre eigenen Datei. „Die Maschine stickt ja immer nur mit einer Nadel“, beschreibt es Mathias Scholz. Gerade arbeiten die beiden an einem komplizierten Feuerwehrmotiv. „Einmal sticken, einmal waschen – dann sehe ich, was ich verkehrt gemacht habe“, so Scholz, der sich nur mit besten Resultaten zufriedengibt. Seine Kunden schätzen das und kommen wieder: Bäckereien, Zahnarztpraxen oder Kfz-Betriebe, die ihr Logo auf die Arbeitskleidung sticken lassen. Ob Taufkissen, besticktes Shirt oder Fanmotiv: die Palette ist breit. Scholzens arbeiten auch oft für das „Werk der Feen“ – einen Zuckertütenhersteller, dem sie regelmäßig wechselnde gestickte Motive für Themen-Tüten liefern. Auch Servietten sind der Renner. „Die Idee hatte ich beim 90. Geburtstag meiner Mutter, da waren die Servietten mit dem Namen der Gäste bestickt“, erinnert sich Scholz an das hübsche Give-away. Gerade haben die beiden einen Auftrag aus Österreich:120 Servietten.

Große Auswahl: gestickt werden kann fast alles. Quelle: Peter Geisler

Die meisten Aufträge kommen allerdings aus dem Internet direkt auf die Homepage der Vielitzer, die innerhalb Deutschlands und Europas liefern aber auch schon Kunden aus den USA oder Australien hatten. Einmal kam eine Anfrage aus China – 10 000 Stück. Aber das machen wir nicht.“ Mit den asiatischen Großbetrieben der Branche könne ihre kleine Manufaktur ohnehin nicht konkurrieren.

„Unser Anspruch ist das Besondere – keine Massenware“, so die beiden, die sich auch sozial engagieren. Die Scholzens sticken kostenlos für eine Katzenhilfsorganisation. „Wir waren 16 Jahre im Tierschutz tätig“, erzählt Mathias Scholz. Sowohl er als auch seine Frau, beide aus Cottbus stammend, sind gelernte Zoopfleger – er war Elefantenpfleger, sie für die Wasservögel zuständig. Vor der Wende hat der Brandenburger einen Tierpark in Dahme/Mark geleitet.

Seit 2006 leben die beiden in Vielitz – aus der Zeit im bayerischen Traunstein, wo Mathias Scholz Tierheimleiter war, sind noch viele Kontakte zum Tierschutzverein vorhanden. So wundert es nicht, dass auf vielen Kissenbezügen und textilen Wandbildern, die auf der Brother-Maschine des Ehepaares Scholz entstehen, auch Hunde oder Katzen zu sehen sind – aufwendig gestickt, so dass sie fast wie ein Foto aussehen.

Von Regine Buddeke

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